Ein Drittel der alleinstehenden Frauen wird im Alter arm sein!

29.06.17
SaarlandSaarland, Soziales, Feminismus, News 

 

Von Linksfraktion Saarbrücken

Die Bertelsmann-Stiftung hat eine neue Studie zur Altersarmut vorgelegt und macht deutlich, dass diese strukturell bedingt ist und weiter steigen wird. Patricia Schumann, sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarbrücker Stadtrat, sieht darin die kritische Haltung ihrer Partei zur Agenda-Politik bestätigt.

Schumann: „Mit der Agenda 2010 kam der Wegfall der Zumutbarkeitsklausel, die sachlose Befristung, die Liberalisierung der Leiharbeit und eine Zunahme von Teilzeitverträgen. Das sind laut Bertelsmann-Stiftung alles Gründe für die fortschreitende Zunahme der Altersarmut. DIE LINKE hat diesen Trend von Anfang an so prognostiziert und wirbt seitdem unermüdlich für die Rückkehr zum Sozialstaat der Vor-Schröder-Ära. Leider verhallen die Warnungen von Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Kirchen und der LINKEN ungehört bei den parlamentarischen Mehrheiten von CDU und SPD.“

Laut Bertelsmann-Stiftung sei schon bald jeder fünfte Rentner von Altersarmut bedroht. Unterbrochene Erwerbsbiografien und niedrige Löhne, so Schumann weiter, sorgten dafür, dass unzureichend in die Rentenkassen eingezahlt werde. Das Geld fehle am Ende den Versicherten. Zudem sei die Grundsicherung für Rentner mit dem Regelsatz von 409,-- Euro deutlich zu niedrig für ein menschenwürdiges Ruhealter. Auch Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, halte laut ‚Forum’ vom 9. Juni 520,-- Euro plus Wohnkosten für das notwendige Minimum, erklärt Schumann. In jedem Fall bestehe hier dringender Nachbesserungsbedarf, um drohende Altersarmut abzuwenden.

„Besonders stark betroffen sind Langzeitarbeitslose, Niedrigqualifizierte und alleinstehende Frauen. Letztere werden gemäß Studie bis 2036 zu fast einem Drittel von Armutsrenten leben müssen. Gerade alleinerziehende Mütter müssen oftmals auf Einkommen aus Erwerbsarbeit verzichten, weil sie häufig nur einer Teilzeitbeschäftigung nachkommen können und haben dementsprechend später einen geringeren Rentenanspruch. Der Begriff ‚Grundsicherung’ täuscht Sicherheit vor, aber die wenigsten Menschen machen sich klar, dass es sich dabei lediglich um den Hartz-IV-Regelsatz handelt. Es ist völlig indiskutabel, dass Rentner, die vielleicht ihr Leben lang gearbeitet haben, am Ende mit dem Hartz-IV-Satz abgespeist werden.“

Die neoliberale Politik der vergangenen Jahre habe die Altersarmut bis in die Mittelschicht getragen. Deshalb sei auch nur eine vollständige Abkehr von der Agenda 2010 und eine Rückkehr zum Sozialstaat das einzig adäquate Mittel, um eine weitere Verarmung der älteren Menschen zu verhindern. Bis dahin müsse aber dafür gesorgt werden, dass betroffene Rentnerinnen und Rentner mit einer deutlich höher bezifferten Grundsicherung, die diesen Namen auch verdient, ausgestattet werden. Dabei seien die vom Paritätischen Wohlfahrtsverband genannten 520,-- Euro plus Wohnkosten die unterste Grenze des Zumutbaren, so Schumann abschließend.







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