Offener Brief von der Saarländischen Friedensbewegung an die BürgermeisterInnen, Politiker und Abgeordneten des Saarlandes.

02.08.22
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Von FriedensNetz Saar

In den kommenden Wochen, am 6. und 9. August, jähren sich die Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki zum 77. Mal. 65.000 Menschen verdampften und verbrannten auf der Stelle, bis zum Ende des Jahres starben mehr als 200.000. Um der Opfer zu gedenken, finden auch in diesem Jahr vielfältige Aktivitäten der Friedensbewegung statt.

77 Jahre nach den Abwürfen der Atombomben hat sich die Hoffnung der Überlebenden, der Hibakusha, nach einer Welt ohne Kernwaffen, immer noch nicht erfüllt. Wir erinnern mit den „BürgermeisterInnen für den Frieden“ mit einer Mahnwache am Samstag, den 6. August 2022 von 12.00 bis 13.30 Uhr vor dem Saarbrücker Rathaus an diese Forderung. Wir bitten alle Bürgermeister/innen darum, sich dieser Initiative anzuschließen. Infos unter.: www.mayorsforpeace.de und www.friedensnetzsaar.com .

Das FriedensNetz Saar ist Teil der weltweiten Bewegung gegen Atomwaffen und unterstützt die Initiativen von Pacemakers, der DFG-VK, ICAN (Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen), IPPNW Deutschland (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges), „Ohne Rüstung Leben“, und der Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt“. www.atomwaffenfrei.de, www.pace-makers.de , www.dfg-vk.de, www.ippnw.de, www.icanw.de, www.ohne-ruestung-leben.de

Seit einigen Jahren hat sich das atomare Wettrüsten in gefährlicher Weise beschleunigt. Der Ukrainekrieg und die drastische Anhebung der Rüstungsausgaben werden diese Entwicklung weiter antreiben. Ein Atomwaffenkrieg – absichtlich oder aus Versehen, wird immer wahrscheinlicher. In Büchel (Eifel) lagern immer noch etwa zwanzig amerikanische Atombomben mit der vielfachen Zerstörungskraft einer Hiroshima-Bombe. Im Rahmen der nuklearen Teilhabe werden im Kriegsfall deutsche Piloten diese Massenvernichtungsmittel zu ihren Zielen bringen. Büchel ist daher im Falle eines Atomkriegs eines der ersten Ziele russischer Atomraketen. Inzwischen hat die US-Regierung mit der „Modernisierung“ der Bomben begonnen: Damit wird ihre Wirksamkeit erhöht und die Schwelle zu ihrem Einsatz gesenkt. Wir wollen nicht, dass diese Waffen eingesetzt werden. Wir fordern den Abzug der Atomwaffen, den Beitritt der BRD zum Atomwaffenverbotsvertrag der UNO und die Vernichtung der Atomwaffen weltweit.

Neun Atommächte betreiben einen gigantischen finanziellen Aufwand für die Modernisierung ihrer nuklearen Waffen, so auch in Büchel. Dort trainiert die Bundeswehr gemeinsam mit der NATO vom Fliegerhorst aus dem Einsatz von Atomwaffen. Mehrmals im Jahr sind wir mit unserem Transparent „Saarländer gegen Atomraketen“ vor Ort, um gegen die 20 Atomraketen, die dort lagern zu demonstrieren.

Wir fordern von der Bundesregierung:

Keine neuen Kampfflugzeuge, keine Modernisierung, sondern Abzug der Atomwaffen und den Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag.

Atomwaffen stellen eine besondere Bedrohung für Städte und Kommunen dar. Sie sind im Ernstfall primäre Ziele eines atomaren Angriffs. Ebenso sorgt diese Kriegsvorbereitung in unserer Region für unnötige Umweltbelastung. Tagtäglich fliegen verstärkt im Saarland und angrenzenden Rheinland-Pfalz Kampfjets im Übungsraum TRALAUTERN. Das Jagdflugzeug Eurofighter stößt pro Flugstunde so viel Kohlendioxid aus wie ein Bundesbürger mit seinem PKW in 5-10 Jahren.

Neue F-35- Jets werden in Büchel stationiert

Die Luftwaffe plant 35 Mehrzweck-Tarnkappenbomber des Typs Lockheed Martin F-35, nach der Sanierung des Militärflugplatzes auf den Fliegerhorst Büchel zu stationieren. Die F-35 gilt als modernstes Kampflugzeug der Welt und wird auch für die sogenannte nukleare Teilhabe Deutschlands gekauft – ein Abschreckungskonzept der NATO. Die F-35 soll als Nachfolgemodell der vor gut 40 Jahren eingeführten Tornado-Flotte im Rahmen des 100 Milliarden-Euro—Sonderprogramms der Bundeswehr beschafft werden. F35-Kampfjets verursachen wegen ihrer extremen Lautstärke erhebliche Probleme, ob in Norwegen, Dänemark, den USA, den Niederlanden oder der Schweiz. Niederländer, Italiener und US-Amerikaner waren damit schon hier, andere werden folgen. Dieser neue Tarnkappen Bomber ist vier Mal so laut wie die F16 und bringt somit viel mehr Fluglärm mit sich, auch im Saarland, ist er unüberhörbar und sorgt schon jetzt für sehr viel Unmut.

Wir fordern von der neuen Bundesregierung, diesem militärischen Irrsinn Einhalt zu gebieten.

Es ist höchste Zeit, das Ruder zum Wohle von Menschen und Natur herumzureißen!
Wir benötigen die in Rüstung zu investierenden Milliarden dringend für andere Zwecke. Im Zuge der Corona -Krise haben sich soziale Ungleichheiten und Verteilungskonflikte weltweit verschärft. Gleichzeitig leben wir, getrieben durch den Klimawandel und digitale Technologien, in einer Zeit gewaltiger Umbrüche. Eine sozialgerechte, ökologisch nachhaltige und wirtschaftlich vernünftige Gestaltung der Transformation der Gesellschaft wird uns nur mit Hilfe massiver Zukunftsinvestitionen gelingen. Wir erwarten, dass Sie klare Position beziehen für Abrüstung und Entspannung sowie Klimaschutz.

Saarwellingen, 26. Juli 2022

Mit friedliebenden Grüßen

c/o Waltraud Andruet, pax christi Saar und FriedensNetz Saar www.friedensnetzsaar.com







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