Nicht so einfach: SALZ-Debatte zum 13. August


Bildmontage: HF

29.08.11
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von Sebastian Gerhardt

In der Bildungsgemeinschaft Salz hat sich seit dem 'junge welt'-Titel zum 13. August eine interne Debatte entwickelt, die nun auch nach außen getragen wird:

Einige Mitglieder – auch ich – haben eine gemeinsame Stellungnahme vorgelegt und der Redaktion zukommen lassen.

Der Text ist namentlich gezeichnet, da die interne Diskussion nicht zu einer Annäherung der verschiedenen Positionen führte. In dem kurzen Text schlagen sich die inhaltliche Argumente selbstverständlich nur zum Teil nieder.

Um die nun Diskussion öffentlich weiter zu führen, gibt es jetzt einen eigenen, noch nicht ganz so hübschen Blog: Salzdebatte [1]. Mal sehen, ob damit eine rationale Diskussion über Herrschaft, Machtverhältnisse und den Ost-West-Konflikt befördert werden kann.

Erklärung der Initiative von Mitgliedern der Bildungsgemeinschaft SALZ e.V.

Liebe Genossinnen und Genossen,
vor dem Hintergrund der 'junge welt' – Titelseite vom 13.08.2011 diskutierten wissenschaftliche Beiräte, ReferentInnen, Vorstands- und Arbeitsgruppenmitglieder der Bildungsgemeinschaft Soziales, Arbeit, Leben & Zukunft (SALZ) e.V. unsere Medienkooperation  und gelangten dabei zu folgendem Ergebnis:

Die Titelseite der 'junge welt' vom 13.8., auf der sie sich mit 13 Gründen für den Mauerbau und einem Bild bedankt, das vier Angehörige der Kampfgruppen mit Maschinenpistole im Anschlag zeigt, ist aus der Sicht von SALZ mit einem sozialistischen Anspruch unvereinbar.
 
Sie vermittelt den Eindruck, dass der Sozialismus aus Gewehrläufen kommt. Dieses Bild passt zur außen-politischen Linie der jungen Welt, die eine gefährliche Neigung hat, autoritäre Regime wie das iranische, libysche oder syrische oder andere publizistisch zu unterstützen bzw. den undemokratischen Charakter derselben zu beschönigen. Mit der Vorstellung eines Sozialismus als der allseitigen freien Entfaltung und Kooperation der Individuen, wie es seit 160 Jahren Bestandteil der Hoffnung der Menschheit ist, hat dieses Bild nichts zu tun.
 
Die sozialistische Bewegung stand und steht für eine emanzipatorische Alternative zum Kapitalismus, in der es mehr individuelle und kollektive Freiheit, mehr Gleichheit und Solidarität zwischen den Völkern gibt. Die Verfälschung dieses Grundgedankens durch die Regime, die sich nach der Oktoberrevolution in der Sowjetunion, in osteuropäischen Staaten und in der DDR herausgebildet haben, hat der sozialistischen Bewegung weltweit großen Schaden zugefügt und zugelassen, dass das Ansehen des Sozialismus als eine Hoffnung für die Menschheit in den Schmutz gezogen wurde.
Die Titelseite vom 13.8. hat das Maß voll gemacht.
 
Die Bildungsgemeinschaft SALZ e.V. hat eine Medienpartnerschaft mit der 'jungen welt'. Im Lichte der jüngsten Ereignisse müssen wir diese hinterfragen.  Wir fordern die Redaktion der jungen Welt auf, in ihrer Zeitung eine kontroverse Debatte zuzulassen.

Darin müssen auch Diskussionsbeiträge von SALZ-Mitgliedern wie Winfried Wolf u.a. Platz haben. Von der Dialogfähigkeit der 'jw' wird es abhängen, ob und wie wir die Medienpartnerschaft mit der 'jungen welt' fortführen können.

Mit solidarischen & freundlichen Grüßen

Dr. Ingo Nentwig (Sprecher wiss. Beirat SALZ e.V.)
Rainer Spilker (stellv. Vorstandsmitglied SALZ e.V.)
Sebastian Gerhardt (Mitglied erweiterter Vorstand SALZ e.V.)
Thies Gleiss (SALZ–AG f. Politikberatung & Querschnittsaufgaben)
Michael Prütz (SALZ Berlin)
Heiner Orth (SALZ – AK Ökologie & Sozialismus)
Peter Schüren (Geschäftsführer SALZ e.V.)
Angela Klein (Vorsitzende SALZ e.V.)
Dr. Klaus Engert (wiss. Beirat SALZ e.V.)
Dr. Jürgen Klippert (wiss. Beirat SALZ e.V.)
Daniel Kreutz (wiss. Beirat SALZ e.V.)
Dr. Bernard Schmid (wiss. Beirat SALZ e.V.)
Dr. Winfried Wolf (wiss. Beirat SALZ e.V.)
Dr. Hans Albert Wulf (wiss. Beirat SALZ e.V.).

[1] https://salzdebatte.wordpress.com
https://planwirtschaft.wordpress.com

 


VON: SEBASTIAN GERHARDT






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