KPF Aachen/Köln zu den Attacken des konservativen Flügels der Partei Die Linke gegen die "junge welt"


Bildmontage: HF nach Flix

20.08.11
SozialismusdebatteSozialismusdebatte, Linksparteidebatte, NRW, TopNews 

 

von Monika Dumont, Sonja Weber, Holger Müller, Hardy Knippschild

Die Attacken des konservativen Flügels der Partei Die Linke gegen die "junge welt" können wir als Vertreter der KPF Aachen/Köln nicht auf uns sitzen lassen.

Hier unsere Gedanken:
Wir sagen „Danke“ für den Versuch des Aufbaus einer sozialistischen Gesellschaft!

Das Cover der „junge welt“ ist mit einer provokanten Danksagung an die DDR in die Schlagzeilen geraten.
Ja, provokant war es, und ein Anstoß zur Diskussion sollte gemacht werden.
Aber nicht mehr!
Weder werden hier Maueropfer verhöhnt, noch wird den polizeilichen und geheimdienstlichen Tätigkeiten der SED jubelnd gehuldigt.
Jeder getötete Mauerflüchtling ist ohne wenn und aber einer zuviel! Selbstverständlich sind die Morde an den Republikflüchtigen mit nichts, aber auch gar nichts zu rechtfertigen!
Dies hat die 'jw' aber auch nicht getan…

Der Mauerbau, von der UDSSR befohlen, war alternativlos. Mit ihren Lockangeboten, vor allem in Richtung junger Facharbeiter wollte die Führung der BRD nichts anderes erreichen, als die DDR an Menschen auszubluten und wirtschaftlich zur Aufgabe zu zwingen.
Die Entscheidung zum Bau der Mauer sicherte den Frieden in dieser Region, ohne sie wäre es zweifelsohne zu einem Krieg gekommen.

Ohne die DDR (und besonders ohne die Mauer ) hätte für die damals herrschenden Bonner Ultras nicht die Notwendigkeit bestanden, die Bevölkerung der BRD mit Mildtätigkeiten des Kapitalismus zu bestechen und soziale Gerechtigkeit vorzugaukeln.

Faktisch verdanken wir alle damals gewonnenen sozialstaatlichen Errungenschaften nur der Existenz der DDR. Wie offen und unmenschlich der Kapitalismus sich nun das alles wiederholt, erleben wir seit dem Tag des Mauerfalls jeden Tag mehr und mehr.

Die historischen Errungenschaften der DDR darf man nicht daran messen, wieviele Menschen bei Fluchtversuchen ihr Leben gelassen haben.
Wir müssen uns darüber bewusst sein, dass wir hier eine klare Trennlinie schaffen müssen – zwischen der historischen Wahrheit einerseits und den heutigen moralischen Ansprüchen andererseits.

Als Folge der andauernden, massiven Propaganda der westlichen Wirtschaft sahen sich viele DDR Bürger dazu ermutigt, einen Fluchtversuch zu wagen. Die Zahl der daraus resultierenden Opfer schwankt, jedoch hat sich die Zahl 136 etabliert.

136 Tote, jeder Opfer eines Verbrechens, keine Frage. 136 Tote, das macht der Kapitalismus ohne mit der Wimper zu zucken noch vor dem Frühstück!
Wir erinnern uns an die menschenverachtende Tat des Oberst Klein, welcher auf Knopfdruck ohne jeden Skrupel 140 Menschenleben auf einen Schlag auslöschte.

Wir denken an Libyen, wo Nato Luftangriffe im Namen der humanitären Hilfe nahezu jeden Tag zivile Opfer fordern.
Wir schauen nach Afrika und sehen, wie 12 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht sind. Hier droht eine ganze Generation verloren zugehen.
Die internationalen Hilfsverbände sprechen von irreal kleinen Beträgen, welche nötig wäre um hier eine Katastrophe zu verhindern:
Zur Rettung der Menschen wären in etwa 0,16 Prozent der jährlichen, westlichen Rüstungsausgaben nötig, bzw. 0,25 Prozent des US-Verteidigungshaushalte, also quasi „Peanuts“!

Und dann gehen die konservativen Kräfte der Partei Die Linke hin, und wollen die „junge welt“ boykottieren. Man will sich distanzieren, Zusammenarbeit und Unterstützung wegbrechen lassen und ruft dazu offen in einer Aktion auf!

Es fallen Sprüche wie „ein System, das seine Bürgerinnen und Bürger einmauern muss damit sie nicht abhauen, habe keine Legitimationsgrundlage…“
Ein damaliger, erzkonservativer Schulleiter, Ex-Wehrmachtsangehöriger und CDU Mitglied, nutzte die gleichen Worte schon vor 30 Jahren!!

Möchte man hier mit einem Aufruf, welcher einer Zensur gleichkommt, die Meinungsfreiheit, die Pressefreiheit und das Wirken einer Zeitung einstampfen? Und das alles von einer angeblich so pluralistischen Partei?
Oder will man gar wieder zurück zur Mentalität der frühen 60er Jahre:
„Halt die Schnauze, du Kommunistenschwein, hier herrscht Meinungsfreiheit“?

Wie töricht sind denn mittlerweile unsere weichgespülten Genossen, in unnachahmlicher Weise die historische Realität zu verleugnen und mit wehenden Fahnen auf den Zug der erzkonservativen bürgerlichen Meinungsmache aufzuspringen?

Es ist allerhöchste Zeit, wieder die sozialpolitischen Probleme dieser Republik zu erkennen und als Herausforderung zur Gestaltung einer neuen Gesellschaft zu verstehen. Hier gibt es dringenderes zu tun, als sich in ultrakonservativer Weise von einer linken Zeitung zu distanzieren.

Monika Dumont
Sonja Weber
Holger Müller
Hardy Knippschild



VON: HOLGER MÜLLER


Leserbrief von Jochim Voigt zur Stellungnahme der KPF Aachen/Köln - 21-08-11 14:12




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