Mein abschließendes Wort zum Mauerbau


Bildmontage: HF

18.08.11
SozialismusdebatteSozialismusdebatte, Netzwerk, TopNews 

 

Von Jürgen Noffz

Eigentlich komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus und ich stelle bei mir das Gefühl einer zunehmenden Verunsicherung fest. Links sein, sozialistisch denken und handeln hatte bisher für mich immer ein Ziel, den Menschen ein lebenswertes Leben, d.h. ein Leben in Freiheit, Würde und ohne Armut zu ermöglichen. Sowie ich die sozialistischen Klassiker, auch die vor Karl Marx und Friedrich Engels verstanden zu haben glaubte, hatten sie die gleichen Perspektiven.

Abgesehen von irrlichternden Meinungen die  in Organen wie z.B. "kommunisten-online", teilweise "Rotfuchs" und anderen stalinistischen und neostalinistischen Publikationen verbreitet wurden und werden, war ich bisher der Meinung, es wäre Konsens zwischen differierenden linkssozialistischen Betrachtungsweisen, gegen Ungerechtigkeiten, Menschenrechtsverletzungen, politischer und ökonomischer Unterdrückung, Rassismus usw. gemeinsam zu handeln. Artikel wie der zum Mauerbau, publiziert in der Jungen Welt, lassen mich an meiner Denkweise zweifeln. Auch die hier, in "scharf-links"veröffentlichte  pseudo-dialektische Stellungnahme eines Th. Loch sind absolut nicht in der Lage , meine Zweifel auch nur entfernt zu minimieren.

Es gibt viele Argumente, die den Bau der Mauer, die Unterdrückungsmaßnahmen, Bespitzelung von Menschen scheinbar zu Gunsten einer historischen Notwendigkeit rechtfertigen. Es besteht jedoch die Tatsache, wenn ein Staat der sich auf den Sozialismus beruft und damit auf elementar-humane Grundlagen, glaubt, er muss Menschen durch Mauern, Stacheldraht, Minen, Selbstschußanlagen Schießbefehle usw. daran hindern, das sogenannte Paradies zu verlassen, hat einfach nicht verstanden, dass es ihm nicht gelungen ist, eine Alternative zu errichten, mit der Menschen sich identifizieren können und die sie verteidigen. Es ist gut, wenn diese Auffassungen von einem sozialistischen Gebilde auf den Müllhaufen der Geschichte landen. Wer glaubt, er muß solche Maßnahmen rechtfertigen und verteidigen, hat meiner Meinung absolut nichts von der Idee des Sozialismus verstanden und ich für meine Person werde solche Menschen in Zukunft nicht mehr als Genossen, mit denen ich für eine andere Gesellschaft kämpfen will, betrachten.







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