Weibliche Genitalverstümmelung verletzt das MenschenRECHT auf Gesundheit und auf Schutz der körperlichen Integrität.


Feleknas Uca

08.03.10
FeminismusFeminismus, Niedersachsen, News 

 

Zum diesjährigen Internationalen Frauentag veranstaltet die Feleknas Uca Stiftung in Kooperation mit dem Celler Frauenhaus e.V. eine Lesung mit der Autorin Fadumo Korn

Weltweit wurden im Namen der Tradition schon über 150 Millionen Frauen und Mädchen Opfer der grausamen und menschenverachtenden Praktik der Genitalverstümmelung* (FGM, Female Genital Mutilation) und jährlich werden erneut etwa drei Millionen Mädchen Opfer dieser Praktik: Das sind 8.000 jeden Tag! Auch vor Deutschland macht diese schwere Menschenrechtsverletzung nicht Halt: Hierzulande leben über 20.000 bereits betroffene Frauen. Über 5.000 Mädchen sind dem Risiko ausgesetzt, illegal in Deutschland oder in den Ferien im Herkunftsland der Eltern an ihren Genitalien verstümmelt zu werden.

"Nach der UN-Menschenrechtscharta hat jeder Mensch das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person und niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden“, erklärt Feleknas Uca, Vorstandsvorsitzende der gleichnamigen Stiftung zur Förderung der Rechte von Frauen und Kindern und erläutert: „Genitalverstümmelung ist eine eindeutige Menschenrechtsverletzung, denn sie findet in den meisten Fällen gegen den Willen und definitiv immer gegen das Wohlergehen der Mädchen und jungen Frauen statt, da dieser Eingriff unter Gewaltanwendung und extremsten Schmerzen vollzogen wird. Außerdem verstößt Genitalverstümmelung gegen die 1959 verabschiedete Erklärung der Rechte des Kindes und gegen das 1979 verabschiedete Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau. Seit Jahren kämpfe ich dafür, dass dieses blutige Ritual der weiblichen Genitalverstümmelung, bei dem viele Mädchen und Frauen sterben und fast alle große seelische und körperliche Schäden davontragen, von der Öffentlichkeit als fundamentale Menschenrechtsverletzung wahrgenommen wird,“ ergänzt Feleknas Uca und freut sich, dass es ihrer Stiftung gelungen ist, anlässlich des diesjährigen Internationalen Frauentages die aus Somalia stammende Buchautorin Fadumo Korn für eine Lesung nach Celle zu holen. Fadumo Korn wurde selbst im Alter von acht Jahren beschnitten und wäre an den Folgen fast gestorben.

In Kooperation mit dem Frauenhaus Celle e.V. und TERRE DES FEMMES veranstaltet die Feleknas Uca Stiftung am 16.03.2010 von 19.00 bis 22.00 Uhr im MehrGenerationen Haus Celle (Fritzenwiese 46) eine Lesung mit der Buchautorin Fadumo Korn zu ihrem neuen Buch "Schwester Löwenherz", das einerseits ihr ungewöhnliches Leben in Vor und Rückblenden schildert und andererseits neben ihren persönlichen Erfahrungen auch sachliche und faktische Informationen über die Beschneidungspraxis und die dahinter stehenden machtvollen Traditionen gibt. Und zwar nicht nur als grausames Geschehen irgendwo im fernen Afrika, sondern hier mitten unter uns. Die Veranstaltung ist kostenfrei und ohne Voranmeldung, wer sich aber einen Sitzplatz sichern möchte, sollte sich unverbindlich telefonisch anmelden unter 05141 / 901 30 26.

Im Anschluss an diese Lesung beantwortet Fadumo Korn Fragen aus der Zuhörerschaft und wird sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion austauschen mit Heidemarie Grobe von TERRE DES FEMMES (Expertin FGM), Natalia Behre vom Frauenhaus Celle e.V. sowie der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer. Die Vorstandsvorsitzenden der gleichnamigen Stiftung, Feleknas Uca, wird die Veranstaltung moderieren und freut sich auf reges Interesse und einen guten Besuch dieser Lesung.







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