TERRE DES FEMMES durchbricht in der vermeintlich besinnlichen Weihnachtszeit das Schweigen über häusliche Gewalt mit Aktion in München

16.12.20
FeminismusFeminismus, Soziales, Bayern, TopNews 

 

Von TDF

TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e. V. eröffnet in der Münchner Innenstadt die künstlerische Aktion "UNBREAK - genauer hinsehen & häusliche Gewalt durchbrechen", gemeinsam mit den Agenturen thjnk und achtung!, dem Künstler Simon Berger und der langjährigen TERRE DES FEMMES-Aktivistin Romy Stangl. Mit dieser starken Inszenierung will die Frauenrechtsorganisation bildlich das Schweigen über häusliche Gewalt gegen Frauen brechen: Mitten in der Münchener Innenstadt ist eine Schaufensterscheibe an mehreren Stellen zersplittert. Was zunächst nach Vandalismus aussieht, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als das Gesicht einer Frau in der zersplitterten Scheibe. Die Glasscherben ergeben das Portrait von Romy Stangl, die selbst Betroffene von häuslicher Gewalt war.

„Ich habe mich aus der Gewalt befreit. Dabei habe ich begriffen, dass ich selbst bestimme, wie mein Leben verläuft und auch nur ich es verändern kann“, schildert Romy Stangl. „Diesen Mut und dieses Vertrauen in sich selbst möchte ich mit allen Frauen teilen und ihnen im Kampf gegen häusliche Gewalt zur Seite stehen.“

Scannt der Betrachter oder die Betrachterin mit seinem Smartphone den vor Ort angebrachten QR-Code, erwacht das Kunstwerk virtuell zum Leben. Die friedvolle Stimmung des Videos wird durch das Knacken der Scheibe gestört. Dann erwacht das Abbild von Romy im Fenster zum Leben und sie spricht in einer AR-Animation die ZuschauerInnen direkt an: „Eine stille Nacht haben leider nicht immer alle. Gerade zur Weihnachtszeit und während der Pandemie sind viele Frauen von Gewalt betroffen. Und zwar nicht nur im dunklen Park oder am einsamen Bahnhof, sondern vor allem in den eigenen vier Wänden.“ Umso wichtiger ist es genau hinzusehen, denn jede/-r kann helfen. Wie genau diese Hilfe aussehen kann, ist auf der Aktionswebsite www.frauenrechte.de/schauhin dargestellt.

„Diese Aktion soll darauf aufmerksam machen, dass die Weihnachtsfeiertage nicht für alle Frauen eine besinnliche Zeit sind“, erklärt Sina Tonk, Bereichsleiterin bei TERRE DES FEMMES: „Jede vierte Frau in Deutschland ist bereits von häuslicher Gewalt betroffen. Der Zeitpunkt der Aktion fällt bewusst auf das Jahresende, denn durch die anhaltende Pandemie und auch rund um Weihnachten nehmen die Fälle von häuslicher Gewalt zu. Aus Scham oder Angst melden viele Frauen diese Verbrechen jedoch nicht.“ Der Kreativgeschäftsführer der Agentur thjnk München GmbH, Hans-Peter Sporer erläutert: "Die Zahl der von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen in Deutschland ist erschreckend – mit steigender Tendenz während der Pandemie. Unsere Idee, um darauf aufmerksam zu machen entstand bereits während des ersten Lockdowns im März. Alle beteiligten Partner und unser Team haben seither unfassbar engagiert an der Realisierung gearbeitet. Gerade jetzt zur Weihnachtszeit und inmitten des zweiten Lockdowns, wo die Thematik leider noch mehr an Brisanz gewinnt, hoffen wir nun mit der Aktion etwas zu bewirken. Damit wir alle in unserem Umfeld genauer hinsehen und gegebenenfalls helfen häusliche Gewalt zu durchbrechen." Häusliche Gewalt ist allgegenwärtig und findet unabhängig von Bildungsstand, Einkommen und Herkunft statt. TERRE DES FEMMES setzt sich seit Gründung dafür ein, das Schwiegen um häusliche Gewalt gegenüber Frauen zu brechen und Betroffenen eine Stimme zu geben. Die TERRE DES FEMMES-Aktion „UNBREAK“ findet vom 10. Dezember 2020 bis zum 06. Januar 2021 in der Feilitzschstraße 15 (Café Occam Deli) in München statt und fordert Passanten dazu auf, bei Gewalt gegen Frauen nicht wegzuschauen.

 







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