TERRE DES FEMMES warnt vor „Ferienbeschneidungen“


Bildmontage: HF

25.07.19
FeminismusFeminismus, TopNews 

 

Von TDF

TERRE DES FEMMES appelliert an Fachkräfte aus dem sozialen und medizinischen Bereich in den Sommermonaten erhöhte Wachsamkeit gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung aufzubringen.

TERRE DES FEMMES – Frauenrechte für die Frau e.V. appelliert an Fachkräfte, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, besonders in den Sommermonaten wachsam gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung zu sein: Die Sommerferien sind eine Hochrisikozeit für in Deutschland lebende, von weiblicher Genitalverstümmelung bedrohte Mädchen.

"Weibliche Genitalverstümmelung bedeutet ein Leben lang Schmerzen für betroffene Mädchen und Frauen, sowohl körperlich als auch seelisch. In meinen Augen gibt es keine schlimmere Gewalt gegen Frauen als diese Praxis. Auch Mädchen in Deutschland sind bedroht, im Rahmen einer so genannten "Ferienbeschneidung" dieser Praxis unterzogen zu werden. Denn viele Familien reisen in den Sommermonaten in ihr Heimatland und lassen dort ihre Töchter beschneiden. Es ist unsere gesellschaftliche Pflicht, diese Mädchen zu schützen und nicht wegzuschauen.", sagt Isatou Barry, CHANGE Trainerin bei TERRE DES FEMMES.

TERRE DES FEMMES setzt sich seit der Gründung 1981 gegen weibliche Genitalverstümmelung ein. Die Frauenrechtsorganisation schult im Rahmen des EU-geförderten Projekts „Let’s CHANGE“ Fachkräfte aus sozialen und medizinischen Berufen zu weiblicher Genitalverstümmelung. So können diese Betroffene adäquat unterstützen und bedrohte Mädchen erkennen und schützen. Auch bildet TERRE DES FEMMES MultiplikatorInnen (CHANGE Agents) aus betroffenen Communities in Deutschland aus, die zur rechtlichen Situation und den Folgen von weiblicher Genitalverstümmelung in den Communities selbst aufklären.

TERRE DES FEMMES fordert die Politik auf, endlich Bundesmittel für die langfristige Bekämpfung von weiblicher Genitalverstümmelung bereitzustellen. Diese sind notwendig, um Fachkräfte wie ErzieherInnen, LehrerInnen, KinderärztInnen und SozialarbeiterInnen flächendeckend zu weiblicher Genitalverstümmelung zu schulen und ihnen zu helfen, Mädchen effektiv zu schützen.

Weltweit sind mindestens 200 Millionen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen (UNICEF 2016). Auch in Deutschland leben knapp 65.000 Betroffene, weitere 15.000 Mädchen sind bedroht, einer Genitalverstümmelung unterzogen zu werden (Dunkelzifferstatistik von TERRE DES FEMMES 2018). Die Praxis ist insbesondere in Subsahara-Afrika verbreitet, aber auch in Asien und dem Mittleren Osten.







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