Aktuelle Asylpolitik gefährdet geflüchtete Frauen


Bildmontage: HF

14.06.18
FeminismusFeminismus, Soziales, Internationales 

 

Von medica mondiale

Fünf Forderungen von medica mondiale zum Tag gegen sexualisierte Gewalt in Konflikten am 19. Juni und zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni

"Das geplante Gesetz zur Neuregelung des Familiennachzugs für Menschen mit einem ,subsidiären' Schutz trifft besonders Frauen und Mädchen", kritisiert Monika Hauser, Gründerin von medica mondiale, anlässlich des Internationalen Tags zur Beseitigung von sexualisierter Gewalt in Konflikten am 19. Juni und dem Weltflüchtlingstag am 20. Juni. "Gestrandet irgendwo entlang der Fluchtrouten, zum Beispiel in Jordanien oder in den Lagern Libyens, droht ihnen sexuelle Ausbeutung, Zwangsprostitution, Zwangs- oder Kinderverheiratung."

Viele Frauen warteten seit Jahren darauf, ihren Partnern und Familien nachreisen zu können, erklärt Hauser. "Wir wissen aus der Traumaforschung, dass familiäre Bindungen ein wichtiger Stabilisierungsfaktor für traumatisierte Menschen sind. Re-Traumatisierungen sind durch eine solche menschenunwürdige Politik vorprogrammiert." Daher fordert medica mondiale von der Bundesregierung: Erstens müsse der Familiennachzug für alle geflüchteten Menschen ermöglicht werden. Zweitens verlangt die Kölner Frauenrechtsorganisation, die von der großen Koalition geplanten AnKER-Zentren nicht einzurichten, sondern Frauen und Familien dezentral unterzubringen. Drittens dürften keine Länder zu "sicheren Herkunftsländern" erklärt werden, in denen das Leben von Menschen weiter bedroht ist. Viertens gelte es, sexualisierte Kriegsgewalt endlich als Asylgrund anzuerkennen. Eine Voraussetzung dafür sei Personal im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das sich mit dem Thema sexualisierte Gewalt auskenne. Fünftens müssten Überlebende sexualisierter Gewalt in ihren Herkunftsländern unterstützt werden. "Die meisten Frauen, die Gewalt im Krieg erleben, verbleiben als Binnenvertriebene in ihren Heimatländern oder als Flüchtlinge in den Nachbarländern", so Hauser. Für sie fordert medica mondiale langfristige Hilfen sowie Projekte zur Prävention von sexualisierter Gewalt. Solche Angebote sollten im Rahmen einer feministischen Außen-, Entwicklungs- und Sicherheitspolitik finanziert werden.

PolitikerInnen dürften nicht weiter zulassen, dass Frauen sexualisierter (Kriegs-)Gewalt ausgesetzt sind und Überlebende keine angemessene Unterstützung erhalten, während die Täter und Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Dazu die Aktivistin Hauser: "Wenn wir von Geschlechtergerechtigkeit sprechen, geht es nicht um Almosen, sondern um Frieden, Sicherheit und natürlich um die Rechte von Frauen und Mädchen."







<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz