FREE WOMAN


Bildmontage: HF

15.03.14
FeminismusFeminismus, Soziales 

 

von Kurt Wolfgang Ringel

Das freigeistige Wort zum Sonntag den 16.03.2014

Nur die Gleichberechtigung ist die wirkliche Freiheit aller Menschen!

»Die Erniedrigung, das Fallen- und Verlierenlas- sen der Frau, die begonnen hat, sich zu befrei- en, setzt sich nämlich mit Hilfe der unter der Bezeichnung modernes Leben aufgekommenen Gesinnungen, Persönlichkeitstypen und Lebens- formen des Kapitalismus fort.

Das männerherrschaftliche Klassensystem führt seine Existenz, indem es die schwere Last seiner ungerechten Schlechtigkeitsordnungen vor allem der Frau auferlegt, durch Ausbeutung der Frau. ......

Die Behauptungen des Kapitalismus und des Westens, dass die Frau im modernen Leben frei und gleich sei, ist eine Lüge. Die Frau und die Menschheit werden durch diese Lüge seitens der Männerherrschaft bzw. der Herrscher zum zweiten mal betrogen.

Die Menschheit muss sich dieser Lüge und diese Betrugs bewusst werden. Diese zweite große Falle de Teufels, die er der Frau und der Menschheit gestellt hat, muss erkannt, bloßgestellt und überwunden werden, damit die wahrhaft freien Ordnungen und Gesellschaften gebilde werden können, in denen menschliche Freiheit, wahre Moral und wahre Gerechtigkeit herrschen.[1]

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

hier geht eine türkische Frau hart ins Gericht mit der Unterdrückung der Frauen in den Klassengesellschaften. Mit dem Zitat soll erinnert werden, das der Internationale Frauentag nicht allein ein Feiertag für Kaffeetrinken und Kuchenessen ist, sondern vor allem ein Tag der Erinnerung, alles für die vollständige Befreiung und Gleichberechtigung der Frauen zu tun. -

Erinnern möchten wir an den 150. Geburtstag von Ricarda Huch. Sie wurde am 18. Juli 1864 in Braunschweig geboren.Diese Frau war Schriftstellerin und eine begnadete Historikerin, was ihre wissenschaftlichen Arbeiten belegen.

»Ricarda Huch war wohl die erste Braunschweigerin, die ein abgeschlossenes Universitätsstudium hatte, pro­moviert im Fach Geschichte. Das Thema ihrer Doktorarbeit „Die Neutralität der Eidgenossen­schaft besonders der Orte Zürich und Bern während des Spanischen Erbfolgekrieges” hatte sie sich selbständig gewählt..... Ricarda Huch „liebte die Ge­schichte als den farbigen Strom des Geschehens, aus dem große Persönlichkeiten auftauchten, die ich kämpfen und siegen oder un­terliegen sah, als den Stoff, in den meine Phantasie hineingriff, um ihn dramatisch zu gestalten”.....

Ricarda Huch wollte eine deut­sche Geschichte des Volkes schreiben und hat dies ....in ein­zigartiger Weise getan, womit sie eine „neue und ganz originale Ge­schichtsbetrachtung” erschlossen habe.« [2] Kurz vor ihrem Tode plante sie, ein Buch über die deutsche Widerstandsbewegung herauszugeben: »Der lautlose Aufstand« (1953 von G. Weisenborn vollendet). Ricarda Huch starb am 11. November 1947.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

viele Frauen in hervorragende Leistungen als Mensch, als Wissenschaftlerin und als Künstlerin vollbracht. Trotzdem wurde und wird das weibliche Geschlecht von der Gesellschaft mehr und mindert diskriminiert und unterdrückt. Das trifft auch auf das kapitalistische System zu. Die scheinheilig propagierte Anzahl der Frauen in gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Positionen ist reine Augenauswischerei Diese Spielchen mit Prozentzahlen ändert nichts an dem System insgesamt und Verschleiern nur ihre weiterhin bestehende Ausbeutung.Der Bürgerliche Feminismus verkommt zum Karrierechoaching

Zur Ablenkung von dem ersten Bestreben, die Gleichberechtigung zu erkämpfen, leistet die Mainstream-Presse einen enormen Beitrag. Schauen wir uns das Ergebnis, die Frau »an sich« an: »Die abzulenkende Frau begreift sich entweder bereits freiwillig als Gebrauchsgegenstand für Wirtschaft und Männer oder soll »ganz unverbindlich« in diese Richtung beeinflusst werden. An diesem Projekt »Weiberverblödung« können die Opfer passiv oder aktiv teilnehmen.« [3] Je größer die Verdummung in der kapitalistischen Gesellschaft ist, umso weniger  Menschen möchten die herrschenden Zustände abschaffen. Dummheit ist also ein wichtiges Mittel zur Erziehung zum Unteran. Was heute stattfindet, ist eine Versklavung von Frauen per Luxus.

   In der kapitalistischen Gesellschaft gibt es eine bürgerlich-orientierter Frauenbewegung. Dies hat aber mit der Internationalen Frauenbewegung gemein. Diese unterwürfige Form möchte ich eher Emmaismus nennen, nach einer bekannten Zeitschrift der BRD. Darin fanden wir folgendes Beispiel: » Sie hat ihren Mann entwaffnet. (... ) Eine hat es getan. Jetzt könnte es jede tun. Der Damm ist gebrochen. Gewalt ist für Frauen kein Tabu mehr. Es kann zurückgeschlagen werden. Oder gestochen. Amerikanische (...) Es bleibt den Opfern gar nichts anderes übrig, als selbst zu Handeln. Und da muss ja Frauenfreude aufkommen, wenn eine zurück­schlägt. Endlich!« [4] Mache sich jede Frau ihren eigenen Reim darauf. Ein bürgerliches Alphamädchen beseitigt nicht die Frauendiskriminierung aus der kapitalistischer Verwurzelung. Nicht alles, was das sogenannte moderne Leben ausmacht, ist frauenfreundlich und erstrebenswert. Die Befreiung von Frau und Mann besteht nicht im Nachäffen kapitalistisch - moderner Lebens- und Verhaltensweisen.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wenn Frauen befreit werden sollen, müssen die Männer aus dem Wahn befreit werden, herrschen zu wollen, besser zu sein alles und alle. Die Reife jeder menschlichen Gemeinschaft zeigt sich an der Qualität der Beziehungen zwischen den beiden Geschlechtern.  Nur in einer freier Gemeinschaft sind Frau und Mann gleichberechtigt. Dazu muss jede Klassengesellschaft beseitigt sein, muss also überwunden werden

   Wer wissen möchte, wie eine gleichberechtigte Beziehung zwischen Mann und Frau aussieht, der sehe sich Beethovens Oper „Fidelio“ an. Der Schluss der Oper ist ein Dank- ist ein Loblied auf menschliche Beziehungen, frei von jeder Unterdrückung. Wären Mann und Frau nicht glücklich und zufrieden mit ihrem Partner, dann hätte Leonore nicht den Wunsch verspürt, alles zu versuchen, um ihren Mann zu befreien. Da Florestan würdig ist, von Leonore, von seiner Frau befreit zu werden, muss er etwas an sich haben. Um es schlicht zu sagen, er muss ein Mensch sein.

   „O Namenlose Freude“ ist also als eine Hymne auf das höchste Glück, was Menschen erleben können. Beethoven zeigt uns mit seinem Werk, welche Qualität wir besitzen müssen um uns Mensch nennen zu dürfen. -

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

lassen wir noch einmal Frau Özgür Kadin zu Wort kommen. Ihre Worte bekräftigen, das in keiner Ausbeutergesellschaft gibt, in der die Frauen im Leben frei und gleich sind. Doch lesen Sie selbst: 

   »Der betrügerische Kapitalismus, der ständig von Freiheit und Gleichheit der Frau redet, weiß, dass die Frau die einzige Macht ist, die die männerherrschaftlichen Systeme und Ordnungen stürzen kann, und dass die wahre Freiheit und Gleichheit der Frau nur in von Klassen und Ausbeutung freien Systemen möglich ist. Er weiß auch, dass dies durch Ablehnung der unfreien Männer durch die Frau, Männer, mit denen geistig-seelische Einheit nicht möglich ist und die im Dienste dieser Systeme stehen, verwirklicht werden muss. Daher benutzt er seine ganze Propagandakraft dahingehend, die Frau zu Triebbeziehungen zu bringen und stellt es als Freiheit dar eine "sexy Frau" zu sein, was bedeutet, dass die Frau ein zweites Mal von der Männerherrschaft hintergangen wird.

   Sicher hat die Frau auch Triebe aber ihre Freiheit, Gleichheit, ihre Sicherheit, Persönlichkeit, Identität kommen vor den sexuellen Bedürfnissen und das muss auch so sein. Wenn die Frau diese Punkte nicht als ihre wichtigsten Angelegenheiten vor Augen hat und stattdessen der Aufrechthaltung der Männerherrschaft dient, ist dies lediglich der Ausdruck ihrer Unbewusstheit und ihres Untertanenstatus.« [5]

QUELLEN:

[1] Von Özgür Kadin – Free Woman /Die Abrechnung der Frau mit der herrschaftsgeprägten Zivilisation Teil 38: An die Frauen/Die Frau in der Männerherrschaft; die Lüge von der Freiheit der Frau im modernen Leben; vom 11. April 2004 ( Aus dem Internet)
[2] Gerd Biegel: „Ricarda Huch und die Geschichte“ In: Braunschweiger Zeitung vom 20. Februar 2014
[3] Thomas Wieczorek „Die verblödete Republik/ Wie uns Medien, Wirtschaft und Politik für dumm verkaufen“, Knaur Taschenbuch Verlag 2009; Seite 210
[4]  Alice Schwarzer: »Beyond Bitch« in: Emma 1994/2, Seite 34f    
[5]  Siehe Position 1

Nchträglich, der Internationale Frauentag ist erst kurz vorbei, einen besonderen Gruß an alle Mädchen und Frauen. Und besonders an die, die tagtäglich als Frau ihren Mann stehen im Kampf für Gleichberechtigung und für eine kommende Menschheitsgesellschaft.

Ich wünsche uns allen ein sehr angenehmes und nachdenkliches Wochenende. Bleiben Sie trotz allem sachlich, kritisch und optimistisch.

Mit menschlichen Grüßen 

Kurt Wolfgang Ringel


VON: KURT WOLFGANG RINGEL






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