19. Filmfest FrauenWelten von TERRE DES FEMMES in Tübingen vom 20. bis 27. November 2019


20.11.19
FeminismusFeminismus, Kultur, Baden-Württemberg, TopNews 

 

Von TDF

Vom 20. bis 27. November wird das Filmfest FrauenWelten erneut, jedoch zum letzten Mal in Tübingen, über die Bühne gehen. Ab 2020 wird es in Berlin stattfinden.

Die Abschiedsvorstellung des TERRE DES FEMMES-Filmfestes verspricht spannende, bewegende Filme aus über 25 Ländern und Auseinandersetzungen mit packenden Themen, sowie viele faszinierende Gäste. Diese werden Publikumsgespräche über die Spiel- und Dokumentarfilme führen und an Gesprächsrunden teilnehmen, die neue Perspektiven zu eröffnen versprechen.

In den Fokus werden zwei Themen gestellt, die in den vergangenen Jahren immer mehr ins Zentrum der Arbeit von TERRE DES FEMMES gerückt sind: Zwangs- und Armutsprostitution und die Möglichkeiten ihrer Abschaffung, sowie Religiöse Fundamentalismen und wie diese in verschiedenen Religionen Frauenrechte untergraben.

Hier die Eckdaten zum Filmfest zusammengefasst:

 

  • Wann? vom 20. bis 27. November 2019 in Tübingen und Rottenburg
  • Was? 25 Spiel- und Dokumentarfilme aus über 25 Ländern
  • Wer? 16 Gäste: RegisseurInnen, Protagonistinnen, AktivistInnen und ExpertInnen

 

Weitere Informationen zum Programm:

Webseite: www.frauenrechte.de/filmfest

alle Filme unter: https://filmfest.frauenrechte.de/2019/de/filme.htm

Pressefotos unter: https://filmfest.frauenrechte.de/2019/de/presse.htm

 

Fokus „Ausstieg aus der Prostitution – Jetzt“.

Wichtigster Schwerpunkt in diesem Jahr ist ein aktuell heiß diskutiertes Thema: Prostitution. Diesem widmet das Filmfest einen Thementag unter dem Motto „Für eine Welt frei von Prostitution“. Während des Thementages werden Mythen rund um das Thema Prostitution den gravierenden Gewalterfahrungen prostituierter Frauen gegenübergestellt und so entkräftet. In Gesprächsrunden wird von praxiserfahrenen TeilnehmerInnen ein Licht auf die komplexen Zusammenhänge zwischen Prostitutionsmarkt, Geschlechterbeziehungen allgemein und den Chancen prostituierter Frauen für einen Ausstieg geworfen.

An der hochkarätigen Gesprächsrunde am Freitag dem 22.11.2019, zum Prostitutionsmarkt, Menschenhandel und dem Sexkaufverbot im Rahmen des „Nordischen Modells“, nehmen teil: die angehende Diplom-Juristin Sandra Norak, Überlebende der "Loverboy Methode“, Kommissar Simon Häggström, der das Sexkaufverbot seit Jahren in Schweden umsetzt, Kommissar Helmut Sporer, Vertreter des "Augsburger Wegs“, sowie die Journalistin, Aktivistin und Vorstandsfrau von TERRE DES FEMMES Inge Bell.

In weiteren Gesprächen kommen Vertreterinnen von „Sisters e.V. – für den Ausstieg aus der Prostitution“ zu Wort, die sowohl Prostituierten beim Ausstieg helfen, als auch zu einem Bewusstseinswandel in der Gesellschaft beitragen wollen. Außerdem wird die Kampagne #ichbinkeinfreier vorgestellt, die positive Bilder einer emanzipierten Männlichkeit etablieren und eine gesellschaftliche Diskussion dazu anstoßen will.

Mehr Details zum Fokus

 

Film Highlights und Gäste Insgesamt

25 Spiel- und Dokumentarfilme erzählen eindrücklich von Frauen, die sich für soziale Gerechtigkeit und gegen patriarchale Strukturen stark machen. Mit dem mazedonischen Spielfilm aus dem diesjährigen Berlinale Wettbewerb „Gott existiert, ihr Name ist Petrunya“ wird das Filmfest eröffnet. Hier fordert die arbeitslose Petrunya die verkrusteten patriarchalen Strukturen der ländlichen orthodox-katholischen Gesellschaft Nordmazedoniens heraus.

Außerdem werden spannende Gäste zu vielen weiteren Filmen erwartet. Produzentin Sandra Maischberger begleitet den Spielfilm „Nur eine Frau“ über den Berliner „Ehren“-Mord an der jungen Deutsch-Türkin Hatun Aynur Sürücü. Im bewegenden Thriller „Savovi-Stitches“ deckt Ana den tatsächlichen Skandal zu massenhaftem Kindesraub in Serbien auf. Produzentin Milena Garfield stellt das 10-fach preisgekrönte Werk in Tübingen vor, das bei der Berlinale 2019 in der Panorama-Sektion uraufgeführt und ausgezeichnet wurde. Satirisch-schwarz-humorig mit vielen kritischen Untertönen hinterfragt die österreichische Komödie „Womit haben wir das verdient“ nicht nur islamische und rechte Fundamentalismen, sondern auch den Umgang mit diesen seitens der liberalen, feministischen „Multi-Kulti“-Gesellschaft; auch hier wird Regisseurin Eva Spreitzhofer zu Publikumsgesprächen anwesend sein.

Ein weiteres Filmhighlight ist der gerade in Venedig für den Goldenen Löwen nominierte Spielfilm „Die perfekte Kandidatin“ von Haifaa al Mansour, der Regisseurin von „Das Mädchen Wadjda“; sie begleitet weiterhin die saudischen Frauen in ihren Kämpfen für einen gleichgestellten Platz in ihrer Gesellschaft. Der Film mit satirischen Untertönen wird im März 2020 in die deutschen Kinos kommen und ist Saudi-Arabiens Oscar-Kandidat 2020. Ebenso präsentiert das Filmfest dieses Jahr den intensiven sinnlich-zarten Beitrag Marokkos für die Oscars 2020 “Adam”. Hier lernen zwei Frauen am Rande der Gesellschaft, sich solidarisch zu begleiten: die Witwe Abla und die unverheiratete Schwangere Samia, die einen moralischen Affront für ihr religiös geprägtes Umfeld darstellt. Auch Brasiliens Oscar-Kandidat 2020 bereichert das Programm: der zutiefst berührende Spielfilm "Die Sehnsucht der Schwestern Gusmão - A vida invisível de Eurídice Gusmão" über zwei Rebellinnen gegen einschränkende gesellschaftliche Konventionen im Brasilien der 50-er Jahre wird vor dem Kinostart (26.12.2019) aufgeführt.

 

Fokus Religiöse Fundamentalismen

Neben den o.g. bewegenden Filmen, die diesen Themenfokus im Programm beleuchten („Gott existiert, ihr Name ist Petrunya“, „Nur eine Frau“, „Die perfekte Kandidatin“, „Adam“, „Womit haben wir das verdient“, „For a Happy Life") sticht ein Dokumentarfilm heraus: „Let it Be Law“ (in deutscher Erstaufführung). Er spricht den Kampf um das Selbstbestimmungsrecht der Frauen und das Recht auf Abtreibung an, der weltweit und auch in Deutschland wieder hochaktuell ist. In dem Aufsehen erregenden in Cannes nominierten Dokumentarfilm erleben wir den leidenschaftlichen und kämpferischen Aufschrei der argentinischen Frauen gegen das katholische und evangelikale Patriarchat. Denn dieses verweigert den Schwangerschaftsabbruch unnachgiebig, trotz der oft tödlichen Folgen des herrschenden Abtreibungsverbots.







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