TERRE DES FEMMES kritisiert Smoothie-Hersteller True Fruits: Menschenverachtung darf keine Marketingstrategie sein.


Bildmontage: HF

16.08.19
FeminismusFeminismus, Wirtschaft, TopNews 

 

Von TDF

Hetze durch sexistische Werbung gibt rassistischen, frauenverachtenden und gewaltverherrlichenden Kommentaren eine Bühne und darf nicht akzeptiert werden.

TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e.V. verurteilt die Marketing-Strategie des Smoothie-Herstellers True Fruits aufs Schärfste. Seit Jahren setzt dieser auf provokative Werbung am Rande des guten Geschmacks. Erst im Februar 2019 hatte True Fruits nach heftigen Protesten eine schwarze Flasche aus dem Sortiment genommen, die mit dem Slogan „Quotenschwarzer“ beworben wurde.

Jetzt wirbt der Smoothie-Hersteller in den Social Media-Kanälen erneut mit einem sexistischen Foto für einen Pfirsisch-Maracuja-Saft. Text und Bild provozieren dabei bewusst Assoziationen mit Pornographie. Bereits in der Werbeanzeige selbst bezeichnet True Fruits mögliche Kritik als Dummheit: „Diese Werbung könnte von dummen Menschen missverstanden werden.“

„Die Werbung der Marke True Fruits scheint inzwischen nicht mehr ohne Sexismus oder Rassismus auszukommen“, sagt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES. „Mit ihrer Werbung will True Fruits Frauen nicht nur zu Sexobjekten degradieren, sondern auch noch Menschen für dumm verkaufen, die diese Werbung als das benennen, was sie ist: geschmacklos, einfallslos und schlichtweg sexistisch.“

Auch Inge Bell, die Stellvertretende Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES e.V., ist Ziel eines Shitstorms auf der Facebook-Seite von True Fruits, weil sie die Werbung als „ein sexistischer Altherrenwitz“ bezeichnete. Öffentliche Beschimpfungen und Beleidigungen wie „billiche kleine Kaggfemi“, „Feminazi“ oder „Die Leute finden dich nicht scheiße, weil du eine Frau bist, sondern weil du scheiße bist“, lässt True Fruits einfach in den Facebook-Kommentaren stehen. TERRE DES FEMMES selbst wird als „Zentralrat der Empörten“ bezeichnet.

„Gegen diese persönlichen Beleidigungen werde ich mich juristisch wehren“, so Inge Bell, „Ich möchte damit vor allem Mädchen und Frauen Mut machen, sich auch zu wehren und Beleidigungen nicht einfach hinzunehmen. Denn vor allem sie sind heutzutage in den Social Media diesen gefährlichen und menschenverachtenden Mechanismen ausgesetzt: beleidigt werden, kleingemacht werden, zum Schweigen gebracht werden. Und deswegen ist das unverantwortliche Verhalten von True Fruits hier keine Lappalie und erst recht nicht cool.“

Besonders brisant: auch Opfer von sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung meldeten sich auf Instagram kritisch zu Wort und wurden mit zynischen Kommentaren von True Fruits verhöhnt.

„Menschenverachtung darf keine Marketingstrategie sein“, so Inge Bell „und sexistische Werbung bietet einen idealen Nährboden für Menschenverachtung: für Frauenverachtung, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Gewaltverherrlichung. Wie man an dem aktuellen True Fruits Fall in den Social Media genau nachlesen kann. Sexistische Werbung ist strukturelle Gewalt.“

TERRE DES FEMMES fordert ein Bundesgesetz zum Verbot sexistischer Werbung. Städte wie Berlin, Bremen, Frankfurt, Flensburg und München haben bereits den Schlussstrich unter sexistische oder gewaltverherrlichende Werbung auf öffentlichen Plakatflächen gezogen.

 







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