ÖkoLinX-ARL über Feminismus - "One Billion Rising" Day


Bildmontage: HF

12.02.16
FeminismusFeminismus, Hessen 

 

ÖkoLinX-ARL ist ökologisch, links, antirassistisch und – feministisch!

Kritisch-solidarischer Aufruf zu "One billion rising" am Samstag, 13.2.2016

ÖkoLinX-Antirassistische Liste erklärt sich kritisch-solidarisch mit der Aktion "One Billion Rising". Aber wir wollen mehr und gehen auch nicht davon aus, dass sich die gesellschaftlichen Gewaltverhältnisse gegen Frauen und alle anderen Menschen tanzend erschüttern lassen.

Wir kritisieren die gesellschaftlichen Gewaltverhältnisse im Ganzen. Nieder mit dem Patriarchat, das unentflechtbar mit dem Kapitalismus verbunden ist! Gewalt gegen Mädchen und Frauen findet in vielen Formen täglich statt: strukturelle Gewalt (soziale Hierarchie, Ausbeutung, Lohnungleichheit, Diskriminierung, Erniedrigung, Armut, usw.) und sexuelle Gewalt in all ihren Formen. Ein Feminismus, der sich der sozialen Frage nicht stellt und nicht gegen Rassismus kämpft, also eine rein bürgerliche Frauenbewegtheit, taugt nichts. Wirklicher Feminismus verlangt als Ziel die umfassende soziale Befreiung, die Emanzipation aller Menschen.

Einmal im Jahr gegen all das zu tanzen ist uns viel zu wenig. Ohne die Einmischung in die täglichen Kämpfe von Frauen und Mädchen für Mädchen und Frauen geht gar nichts. Die Lage für arme Frauen, für Frauen mit sog. Migrationshintergrund und für geflüchtete Frauen ist so hart wie nie. Verelendung, ökonomische Krise und Krieg treffen vor allem auch sie.

Die Lage von Mädchen und Frauen in Deutschland wird durch die extreme Rechtsentwicklung dieser Gesellschaft verschärft. Rechtspopulistische und faschistische Parteien – zu ersteren gehören in Frankfurt u.a. die AfD und die BFF, zu den zweiten NPD, Rep, III. Weg usw. – erklären unsere Unfreiheit zu ihrem Programm. Sie kämpfen gegen sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung, gegen die Freiheit, unterschiedliche sexuelle Orientierungen auszuleben und gegen Sexualaufklärung. Sie wollen alle Mädchen und Frauen zwingen, sich ihren reaktionären Rollenzuschreibungen zu unterwerfen.

Erfüllung gibt es in ihrem inhumanen Weltbild nur in der Unterwerfung unter den Zwang (!), nicht berufstätig sondern Hausfrau und Mutter zu sein. Jede Abweichung von der Heteronormativität würden sie gern sanktionieren. Jede Frau soll selbst entscheiden, ob und wie viele Kinder sie wann bekommt. Aber die rechten Antifeminist*innen wollen, dass wir Schwangerschaft austragen, denn die "deutsche Frau" soll wieder mindestens drei Kinder bekommen (AfD), ob sie will oder nicht. In ihrer inhumanen Ideologie ist die Frau zuständig für die biologische Reproduktion der deutschen "Volksgemeinschaft".

Zur Kommunalwahl in Frankfurt/Main am 6. März kandidieren sechs rechtspopulistische bis faschistische Listen. Mit der AfD und der BFF ziehen völkische Rassist*innen, Sexist*innen, Homophobe und fundamentalistische Christ*innen mit ihrem reaktionären Frauenbild in den Römer ein. Wir befürchten einen Anteil von ca. 15 Prozent. Ihr völkischer Rassismus wird inzwischen endlich öfters angesprochen. Ihr Antisemitismus selten. Ihr Hass auf jedes Selbstbestimmungsrecht von Mädchen und Frauen fast nie. Gegen "Dr. Dr." Rahn, den Spitzenkandidaten der AfD, mussten wir uns im Römer sogar über die bessere medizinische und rechtliche Versorgung vergewaltigter Frauen in Frankfurt/Main streiten.

Jutta Ditfurth hat sich seit 2001 für ÖkoLinX-ARL auch im Römer mit diesen Menschenfeinden auseinandergesetzt, fast immer war sie dort allein. Einige der bürgerlichen Fraktionen pflegten leider ein geradezu kumpelhaftes Umgehen mit den Rechtspopulist*innen. Jetzt, im Wahlkampf 2016, tun einige Parteien so, also ob sie diese neuen und alten Rechten bekämpfen, oft wissen sie aber überhaupt nicht wie, weil sie sich nie wirklich mit den Ideologie und den Plänen dieser Art von Antifeminist*innen befasst haben.

In letzter Zeit lädt sich der Antifeminismus mit Rassismus auf. Die behauptete Furcht vor der "Maskulinisierung des Straßenbilds" steht nicht für solidarisches Handeln aller gegen gewalttätige Männer, sondern dient der Abwehr von Geflüchteten und der Zerstörung des Asylrechts unter Missbrauch der Frauenfrage.

Mindestens 50 Prozent aller Flüchtlinge sind Frauen. Sie fliehen vor Unterdrückung und Verfolgung, aus politischen und religiösen Gründen. Auch Witwenverbrennungen, genitale Verstümmelung oder Vergewaltigungen sind Gründe, die Frauen zur Flucht zwingen. Auf der Flucht ist Angst ein ständiger Begleiter – Angst vor Gewalt und sexuellen Übergriffen, vor Kälte, Hunger und Krankheit, Angst um das Leben ihrer Kinder. Angekommen in Deutschland, notaufgenommen in miserablen Massenquartieren ohne Privatsphäre, sind geflüchtete Frauen immer noch nicht in Sicherheit, sondern werden häufig erneut zu Opfern. Die Organisation "Women in Exile" informiert darüber, dass Gewalt und sexuelle Übergriffe gegen Frauen in Flüchtlingsunterkünften alltäglich sind. Eine Unterkunft wie die Massenunterkunft "Neckermann" in Frankfurt/Main begünstigt Gewalt gegen Frauen.

Ob im Betrieb, in der Schule, im Verein, in Parteien oder im Internet: Frauen sind von Mobbing und Hassattacken so wie verbaler Gewalt häufiger betroffen als Männer. Die Lohndifferenz der beschäftigten KollegInnen zu ihren Kollegen beträgt seit Jahren 23 Prozent. Frauen sind häufiger von Armut betroffen. Die Verelendungsprogramme der früheren SPD/Grünen-Bundesregierung (1998-2005) namens Agenda 2010, Hartz-IV-Paket, Enthemmung der Leiharbeit und andere Demontagen sozialer Rechte und Freiheiten verschärfen die Armut gerade auch von Frauen, von jungen wie alten. Die durchschnittliche Rente einer Rentnerin im reichen Frankfurt/Main beträgt 604 Euro. Altersarmut von Frauen ist unerträglicher Alltag in einem so reichen Land. 

Dagegen kämpfen wir mit Worten und Aktionen – und manchmal tanzen wir auch.

29 unserer 52 Kandidat*innen für den Römer sind Frauen. Wir wollen mit sechs Stadtverordneten in den Römer. Als Fraktion (ab drei Sitze) haben wir dann bessere Arbeitsmöglichkeiten für die Diskussion und Durchsetzung feministischer Forderungen! Hand in Hand haben nämlich CDU, SPD und – allen voran – die Grünen unsere Arbeitsmöglichkeiten und unsere Redefreiheit seit 2006 beschränkt. Wenn wir Fraktion werden, können sie das nicht mehr. Dann können wir in Ausschüssen, im Stadtparlament und in anderen Gremien die Diskussion über linke feministische Positionen erzwingen.

"Konsequent gegen Nazis, Rassist*innen, Antisemit*innen, Sexist*innen, Homophobie und gegen völkische Querfront - jeden Tag und überall und auch im ‪‎Römer!"

Für ÖkoLinX-Antirassistische Liste:

Jutta Ditfurth                       Dorothea Becker                Annette Ludwig

Platz 1 Römerliste                Platz 3 Römerliste                Platz 5 Römerliste







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