Hamburg: Aktionen zum 8. März „Die Krise steckt im System! - Ohne uns steht die Welt still!“

04.03.21
FeminismusFeminismus, Hamburg, TopNews 

 

Von IL

Das "Hamburger Bündnis zum internationalen 8. März Streik" ruft Frauen, trans*, inter und nicht-binäre Personen zur Verweigerung der Haus- und Fürsorgearbeit am internationalen Frauenkampftag auf. Am Montag, den 8 März lädt das Bündnis unter dem Motto "Die Krise steckt im System! - Ohne uns steht die Welt still" zu dezentralen Kundgebungen ein. Diese beginnen jeweils um 17:00 Uhr an fünf verschiedenen Orten Hamburgs: in Altona (vor dem Mercado), am Heidi-Kabel-Platz, am Gänsemarkt, am Jungfernstieg und am Stübenplatz.

Die jeweiligen Orte werden im Laufe der Kundgebungen symbolisch in „Platz der Sorge“ umbenannt. Ziel des Streiks und der Kundgebungen ist es, unbezahlte Arbeiten sichtbar zu machen, Beziehungs- und Familienzusammenhänge zu politisieren, eine Aufwertung von Care-Berufen zu erstreiten und die Gesellschaft grundlegend zu verändern.

Das „Hamburger Bündnis zum internationalen 08. März Streik“ besteht aus mehr als 50 Organisationen, Gruppen, Vereinen und zahlreichen Einzelpersonen. Es ist Teil eines bundesweiten Netzwerkes, dessen Gruppen in über 40 Städten Aktionen zur Skandalisierung unbezahlter und schlecht bezahlter Care-Arbeit organisieren. Bereits im letzten Jahr sind am 8. März Millionen Menschen weltweit für Gleichberechtigung auf die Straße gegangen. Allein in Hamburg waren es mehrere tausend Teilnehmer*innen. Auch in diesem Jahr werden zahlreiche Personen auf den Kundgebungen erscheinen.

Die Corona-Krise wirkt wie ein Brennglas auf bereits bestehende Ungleichheiten. Sorge- und Hausarbeiten sind kein Privatvergnügen, die sich nach der Lohnarbeit oder im Homeoffice von selbst erledigen. Hevidar Isik aus dem Bündnis erklärt: „Wir fordern eine flächendeckende, kostenlose Kinderbetreuung und Versorgung von Pflegebedürftigen, sowie eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden pro Woche bei gleichbleibendem Lohn, damit Sorgetätigkeiten unter allen Menschen im Haushalt gleichberechtigt aufgeteilt werden können“.

Das Bündnis tritt für eine Gesellschaft ein, in der alle haben, was sie brauchen und alle Arbeiten, bezahlte oder unbezahlte die gleiche Wertschätzung erhalten. „Wir fordern deshalb auch die materielle Aufwertung von so genannten „systemrelevanten“ Berufen wie z.B. Pflege, Erziehungs- und Reinigungsarbeit. Es braucht eine solidarische Antwort auf die Corona-Krise: Die Privatisierung des Gesundheitsbereichs muss rückgängig gemacht werden. Reproduktive Tätigkeiten wie Pflege und Erziehung müssen der Profit- und Wachstumslogik entzogen, finanziell aufgewertet sowie personell aufgestockt werden“, sagt Jara Hamdorf.

„Statt Klatschen und einmaliger Bonuszahlungen braucht es eine langfristige Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Pflegediensten und Kliniken. Dabei muss der Schutz vor Infektionen stets wichtiger sein als wirtschaftlicher Profit.", ergänzt Emine Koykac

Aufruf und Unterstützende der Demonstration: https://fstreikhamburg.org/aufruf-2021/







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