17. Filmfest FrauenWelten von TERRE DES FEMMES

20.11.17
FeminismusFeminismus, Baden-Württemberg, Kultur, News 

 

in Tübingen vom 22. – 29. November 2017

Auch dieses Jahr präsentiert das Filmfest FrauenWelten von TERRE DES FEMMES über 30 Spiel- und Dokumentarfilme, die bewegende Geschichten und eindrückliche Schicksale von Frauen aus der ganzen Welt erzählen. In den internationalen Filmen werden unter anderem die Themen „Widerstand gegen religiösen Fundamentalismus“ sowie „sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe“ und „Mutter-Tochter-Dialoge“ facettenreich beleuchtet.

Filmhighlights und Gäste

Im vielgelobten Spielfilm „Die göttliche Ordnung“, der die Schweiz bei den kommenden Oscars vertreten wird, demonstriert eine Frauengruppe in den 70er Jahren für ihr Recht zu wählen. Zu Gast beim Filmfest ist die Schauspielerin Rachel Braunschweig, die mit dem Schweizer Filmpreis in der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“ ausgezeichnet wurde. Auch die pakistanische Regisseurin Sabiha Sumar wird mit ihren Filmen „Azmaish“ und „Silent Waters“ (Goldener Leopard in Locarno 2003) in Tübingen zu Gast sein. Ein weiteres Highlight ist der Besuch von Rakieta Poyga, Gründerin und Präsidentin der TERRE DES FEMMES Partnerorganisation „Association Bangr Nooma“, die sich in Burkina Faso für den Schutz vor Genitalverstümmelung einsetzt. Der feministische Thriller der vielfach ausgezeichneten Regisseurin Agnieszka Holland („House of Cards“) und diesjährige Eröffnungsfilm „Pokot – Die Spur“ führt uns in eine von Jägern und Wilderern dominierte Gemeinde Polens, in der die leidenschaftliche Tierschützerin Janina Duszejko unermüdlich versucht, sich Gehör zu verschaffen.

Themen im Fokus

Im Fokus stehen dieses Jahr starke Frauen im Widerstand gegen religiösen Fundamentalismus, wie die saudi-arabische Dichterin Hissa Hilal, die sich in der populären Castingshow „Million’s Poet“ mit ihren Gedichten gezielt gegen den Terror der Geistlichen in ihrer Heimat ausspricht („The Poetess“). Auch Maria, das „Girl Unbound“, lässt sich nicht einschüchtern: Obwohl ihr Zuhause eine Hochburg der Taliban im Nordwesten Pakistans ist, geht sie ihrer Leidenschaft, dem Squash spielen, nach und bietet den Fundamentalisten die Stirn. In „The Women’s Balcony“ scheint der junge Rabbi David zunächst als Hoffnungsträger. Doch seine extrem orthodoxe, frauenfeindliche Glaubensauffassung spaltet die Gemeinde immer mehr – das lassen sich die Frauen nicht gefallen. Auch in „Bar Bahar – In Between“ verbünden sich die liberale DJane Salma und die toughe Strafverteidigerin Layla mit ihrer neuen Mitbewohnerin Noura gegen deren strenggläubigen Verlobten. Gemeinsam stehen sie für ein selbstbestimmtes, freies Leben ein.

Seit jeher wird sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe eingesetzt. So wurden während des zweiten Weltkrieges Frauen in Asien als sogenannte „Trostfrauen“ vom japanischen Militär zwangsprostituiert  („The Apology“) und die polnischen Nonnen im französischen Drama „Les Innocentes“ von Soldaten der Roten Armee vergewaltigt. Aber auch heute werden Frauen in Kriegsgebieten Opfer sexualisierter Gewalt, so wie die jesidischen Frauen in „Re?eba – The Dark Wind“, die von Terroristen des Islamischen Staates als Sexsklavinnen verkauft werden. Im Kongo bietet die „City of Joy“ den Frauen einen Ort, ihre schrecklichen Erfahrungen zu verarbeiten und ihre Lebensfreude und Hoffnung wiederzufinden.

Über Mutter-Tochter-Dialoge werden in „Small Talk“ schmerzhafte Erinnerungen verarbeitet und neue Vertrautheit zwischen Huang und ihrer lesbischen Mutter Anu geschaffen. So lernt auch die Regisseurin Stefanie Brockhaus Neues über ihre Familie („Some Things are hard to talk about“). Auch in „Child Mother“ erfahren die Kinder erst rückblickend in Gesprächen mit ihren Müttern über deren arrangierte Frühehen und die dadurch entstandenen Traumata.

Rahmenprogramm

Das Filmfest wird dieses Jahr von der Ausstellung Rojava – Frühling der Frauen begleitet. Das nord-syrische Gebiet Rojava ist nicht nur ein Vorzeigebeispiel für den Aufbau demokratischer Selbstverwaltung, sondern vor allem für die Durchsetzung kommunaler und kantonaler Frauenstrukturen um das Ziel einer geschlechtergerechten Gesellschaft zu verwirklichen. Der Vortrag einer Referentin der WJAR – Stiftung der Freien Frau in Rojava sowie verschiedene Kurzclips werden einen Themenabend füllen.







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