Sonnenbaden und Wellenspringen zwischen Plastikresten, Kippen und Muscheln am Mittelmeerstrand von Palavas-les-Flots / Südfrankreich


Bildmontage: HF

01.09.19
FrankreichFrankreich, Umwelt, Debatte 

 

Von Dr. Nikolaus Götz

Die Luft flimmert vor Hitze am Mittelmeerstrand von Palavs-Les-Flots, und die zahllosen Touristen strömen ans Meeresufer, um sich genau dort niederzulassen, wo die Wellen im weißbraunen Sand versickern. Hier nämlich, direkt am Ufer des südfranzösischen Mittelmeeres, finden die großen und kleinen Urlauber endlich mit einem schnellen Sprung in die wiegenden Wellen die ersehnte Abkühlung. Das zischt nur so! Wirklich, es ist ein wunderbares, erfrischendes Erlebnis in den Wellen zu springen oder etwas weiter nach draußen zu schwimmen und so die salzige Frische und Schönheit dieser Naturlandschaft des Meeres live zu erleben. Der entdeckende Blick der Badegäste reicht vom sonnigen Strand hin zum blauen, weiten Meer, das sich endlos bis zum Horizont der zu sehenden Erdrundung erstreckt, bis dorthin, wo die bunten Segelboote kreuzen und die ewigen Wogen in der Weite verschwinden. Allein wegen dieses Anblickes schon, lohnt sich die Urlaubsreise an die französische Côte.

Jedoch kaum zurück an den Strand, dorthin wo der mitgebrachte Sonnenschirm im Sand steckt und das große Badetuch zwischen den übrigen Touristen ausgebreitet wurde, folgt „die Ernüchterung“, das große Erschrecken beim Anblick des Unrates, in dem man seinen Platz gefunden hat. Kippen und Plastikreste übersäen den Sandstrand, wobei das durchs Abtrocknen etwas feuchte Badetuch durch die Tabakreste schon gelb verschmutzt wurde. Ekel mit Wut packt den Nichtraucher an der Gurgel und reduziert sofort den individuellen Badegenuss. Wer will denn schon „im Kippenmüll“ liegen? Doch die Hinterlassenschaften der ’simplen’ Konsumenten der Wegwerfwohlstandsgesellschaft haben eher „in Ungedanken“ oder in „sturer Faulheit“ die Natur versaut! Und so liegen sie da, die Pepflaschen, die Eisstiele oder ’Stroh’halme, die Kronenkorken, die Papierfetzen einer ’Nusswaffel’ mit Alu, die Chio-Chips-Pastiktüte oder gar das vergessene Paar Plastiklatschen, gerade noch erworben für nur 1 Euro im Strandkiosk. Und das liegt alles direkt am Strand. Doch welch ein Glück! 2019 fehlen die berühmten Cola-Dosen und auch Glasscherben sind keine im Sand versteckt, die ansonsten den allzeit bereiten ’Sanitätern’ zu Arbeit verhalfen.

Hier am Meeresstrand ist jeder einzelne ’Tourist’ mit dem ’Umweltproblem’ direkt konfrontiert, denn die beauftragten Staatsverwalter habe ihren Teil der Arbeit soweit geleistet: „La plage commence ici!/Der Stand beginnt hier!“, steht auf dem großen Zugangsschild zum Stand, an dem alle Strandbesucher vorbei gehen müssen, bevor sie den Sandstrand des Meerbereiches betreten dürfen. An der betonbewehrten ’Durchgangsschleuse’ informiert ein mehrsprachiges Schild in großen Lettern mit Pics über das Verhalten, die Kleidung der Besucher am Strand. Weder Rauchen ist erlaubt noch sind die neuartigen elektronischen Zigaretten gestattet. Zudem ist der Strand für Hunde verboten! „Natürlich“ befinden sich an der Zutrittspassage zum Strandbereich gleich mehrere Abfalleimer und in den Strandbereich hinein wurden vorsorglich die für Frankreich typischen Müllcontainer aufgestellt. Im Bewusstsein, wie schwierig für Raucher eine einzulegende Raucherpause würde, wurden zu deren „Ermahnung“ sogar zusätzlich überall entlang der Standzugänge neuartige ’Aschenbecher’ aufgestellt. An diesen klebt als ökologischer Anreizt das Schild: „Objection zéro mégots/Ziel null Kippen!“, ein leider nur naiver Wunsch aller Umweltschützer wie der französischen Staatsverwaltung, wie der kritische Blick auf die Gesamtqualität des Strandes zeigt. Ja, ja, meinten schon entschuldigend die Religionsgründer: Der Geist ist willig, das Fleisch aber schwach! Und ich fand sie noch, diese eine kleine bunte Muschel, als Souvenir (dt.:Erinnerung) an einen einstmals natürlichen Sandstrand ohne Plastikmüll, ja - noch!







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