Ver.di vergeigt Betriebsratswahl beim GHBV in Bremen

22.03.14
ArbeiterbewegungArbeiterbewegung, Wirtschaft, Bremen, News 

 

von P. Dannenberg

BR-Wahlen GHBV Bremen

In den Belegschaften der bremischen Häfen grummelt es seit Langem. In der Krise 2009/10 kam es beim GHBV, dem Gesamthafenbetriebsverein, einem quasi Personalverleiher für viele Hafen- und viele Logistikbetriebe zu Massenentlassungen und erheblichen Lohnsenkungen.

Die bei verdi organisierten Betriebsräte winkten die Entlassungen durch und verdi selbst sorgte mit seiner Unterschrift unter Lohnabsenkungstarifverträge für erhebliche Lohnsenkungen.

Damals gab es in den Häfen Bremen und Bremerhaven den ersten Aufstand, ein Komitee „wir sind der GHB“ organisierte Demonstrationen und zahlreiche Aktionen. Zahlreiche KollegInnen klagten vor den Arbeitsgerichten, konnten Lohnabsenkungen verhindern oder die Wiedereinstellung erwirken. 

Ab 2010 gesellte sich die 2009 in Hamburg gegründete Gewerkschaft „contterm“ zu den neuen Organisationsansätzen in den Häfen Bremen und Bremerhaven. 2012 bekam die offizielle verdi-Liste bei der Betriebsratswahl im GHBV Bremerhaven weniger als ein Drittel der Stimmen. Die alte verdi-Garde musste gehen

Ähnlich erging es verdi bei der BR Wahl des GHBV in Bremen Anfang März 2014. Unter dem Namen verdi traten die ihre Beliebtheit schwinden sehenden Alt-BRs nicht mehr an: Der alte Verdi BR Chef und sein Stellvertreter traten jeweils mit eigenen Listen an.

Sieger, in dem mehr als 1500 lohnabhängige Menschen zählenden Betrieb wurde die Liste „Zeit für Veränderung“. Sie errang mit 9 von 17 Betriebsratsmandaten die absolute Mehrheit der Stimmen und Mandate und stellt nunmehr den BR Vorsitzenden und seinen Stellvertreter.

Die siegreiche Liste für „Veränderung“ setzt sich aus Mitgliedern von Contterm, Resten des GHB Komitees und Unorganisierten zusammen.

Bemerkenswert ist, dass in einer der „ewigen“ Hochburgen der etablierten DGB Gewerkschaften, früher ÖTV jetzt verdi, innerhalb weniger Jahre ihre Dominanz in einem Großbetrieb des Bremischen Hafens verloren hat. Kungeln mit der halbstaatlichen Bremer Lagerhausgesellschaft und den Unternehmen der Hafenwirtschaft zahlt sich für eine Gewerkschaft eben nicht aus. Mal abgesehen von den wenigen Gewerkschaftsführern die in Vorstandsetagen der Hafenbetriebe wechselten.


VON: P. DANNENBERG






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