Stahltarifrunde: Von der Torblockade zum 24-Stunden-Streik!

13.03.19
ArbeiterbewegungArbeiterbewegung, Wirtschaft, NRW, Ruhrgebiet, TopNews 

 

Von Peter Berens

Am 11. März legten 10 000 ArbeiterInnen und Angestellte für ihre Forderungen die Arbeit nieder. Sie machten den Stahlkapitalisten Druck.

Bei Thyssenkrupp Steel (TKS) in Duisburg Hamborn-Beeckerwerth wurden die Werkstore 1, 3, 4, 5, 6 und 7 blockiert. An den Toren 6 und 7 erzeugte die Blockade vorübergehendes Chaos bei der LKW-Anfahrt. Die tolle Aktion sorgte unter den KollegInnen für gute Stimmung.

1800 Euro voll durchsetzen!

Die Forderungen der IG Metall sind 6 % mehr Entgelt, Verlängerung der Tarifverträge Altersteilzeit, Beschäftigungssicherung und Einsatz von Werkverträgen, zusätzliche Urlaubsvergütung von 1800 Euro (600 für Azubis).
Sprengstoff zwischen den Tarifgegnern ist die Forderung nach 1800 Euro. Für viele Stahlkocher bei Thyssenkrupp Steel ist sie unverzichtbar. Trotz Wiederanhebung der Arbeitszeit auf 34 Stunden wöchentlich (nach früherer Absenkung auf 32 Stunden) spüren die Kollegen den noch bestehenden Lohnverlust. Durch die Anhebung der Arbeitszeit um zwei Stunden spüren die Kollegen in den unterbesetzten  Produktionsanlagen aber auch den starken, täglichen Verschleiß der eigenen Arbeitskraft und wollen nicht auf die alte Arbeitszeit von 35 Stunden wöchentlich zurück. 1800 Euro mehr, die entweder in Geld gezahlt oder als Freischichten abgefeiert werden, bringen alle wieder unter einen Hut.

Die Selbstbediener am Werk

Der Verhandlungsführer des Arbeitgeberverbandes Stahl Nordwest, Andreas Goss, hält die Forderungen der Stahlkocher für „vollkommen überzogen“. Das Forderungspaket hätte „jeden Realitätsbezug verloren“.
Goss Gehalt als zukünftiger Chef der fusionierten TKS-Tata Steel Europe dürfte einen satten Sprung nach oben machen. Er wurde aufgefordert, sein altes und neues Gehalt offen zu legen, um auf der nächsten Betriebsversammlung zu diskutieren, was „vollkommen überzogen“ ist und was nicht (was tun bei TKS).
Die Gehälter des Vorstandes von Thyssenkrupp stiegen letztes Geschäftsjahr um 18 Prozent. Mit dem Sprung vom Finanzvorstand zum neuen Vorstandesvorsitzenden stieg die „Festvergütung“ von Herrn Kerkhoff um 91,42 Prozent. Im Vergleich dazu hören sich die Forderungen der IG Metall recht bescheiden an.

Auf zum 24-Stunden-Streik!


Der nächste Schritt ist der 24-Stunden-Streik über drei Schichten. Denn allein mit gut organisierten Warnstreiks werden wir unsere Forderungen nicht durchsetzen.

Peter Berens / was tun







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