Thyssenkrupp + Tata-Steel Ijmuiden Erste gemeinsame Aktion gegen die Fusion - und Wetzel fällt uns in den Rücken!


Bildmontage: HF

02.01.18
ArbeiterbewegungArbeiterbewegung, Wirtschaft, NRW, Ruhrgebiet 

 

Von RIR

Mittwoch, 20.12.17, Ijmuiden

Begeistert wurde die Delegation von ThyssenKrupp Hamborn-Beeckerwerth von 3.500 KollegInnen bei Tata-Steel in Ijmuiden empfangen. „Fusion – Nein, Danke!“ war das gemeinsame Motto. Das war ein super Auftakt für einen gemeinsamen Kampf. Bis dahin hatte die Gewerkschaft FNV keine Verhandlungen mit Tata-Steel geführt.

Donnerstag, 21.12.2017, Duisburg

„Am Donnerstagabend einigten sich Management und Belegschaftsvertreter nach heftigem Ringen über die Bedingungen, die eine Fusion der Stahlsparten von Thyssen-Krupp und Tata mit Zustimmung der Belegschaft möglich machen soll“ (Handelsblatt 22.12.2017).

Wer hat uns verraten? IGM-Bürokraten!

Während die TK-Delegation in Ijmuiden auf der Bühne stand, handelten Wetzel & Co. einen

Separat-Abschluss mit Hiesinger aus. Es wurde nicht nur das Ultimatum der IGM von TK-Chef Hiesinger erfüllt, der einen Verhandlungsentwurf vorlegen sollte, sondern direkt von den IGM-Bürokraten angenommen. Damit ging nicht nur die Spaltungspolitik der TK- und Tata-Vorstände auf. Damit ist die IG Metall-Bürokratie den KollegInnen in Ijmuiden und unserem Kampf gegen die Fusion voll in den Rücken gefallen.

Gefühlte 95 % der Stahlkocher von Thyssenkrupp und Tata sind gegen die Fusion. Doch die IGM-Bürokraten sind umgefallen und nun für die Fusion.

Gerade kamen die Aktionäre unter Druck

Gemeinsam sind wir stark! Aber es gibt weder einen gemeinsamen Kampf, noch gemeinsame Verhandlungen. Bereits vorher hatten die IGM-Bürokraten einen Separat-Abschluss bei HKM abgesegnet, mit dem uns in den Rücken gefallen wurde.

„Das Thyssenkrupp-Management um Vorstandschef Heinrich Hiesinger gerät zusehends unter Druck“, meldete die Rheinische Post am 14.12.17. Und: „Investoren wie der Finanzinvestor Cevian oder die Fondsgesellschaft Union Investment üben inzwischen auch öffentlich Kritik“. Die Aktionäre wollten so schnell wie möglich den Stahlbereich abstoßen, um endlich höhere Profite zu machen. Statt dies auszunutzen, haben die IGM-Bürokraten unseren Kampf verraten.  

Was ist die (Geheim)Vereinbarung wert?

Zwar gibt es ein Verhandlungsergebnis. Auch erklärte IGM-Bezirksleiter NRW, Giesler: „Die Tarifkommission hat heute beschlossen, dass wir den Mitgliedern die Zustimmung zum Ergebnis empfehlen werden“. Aber das vollständige Verhandlungsergebnis ist vorerst für die Masse der IGM-Mitglieder und Stahlkocher geheim. Die VKL Thyssenkrupp veröffentlicht nur Teilausschnitte des Textes.

Deshalb fordern wir die sofortige, vollständige Offenlegung des Vertragstextes!

Jeder Stahlkocher muss in Ruhe die vollständige Vereinbarung prüfen können!

Dafür braucht es vielleicht auch Hilfestellung eines Anwalts  oder Wirtschaftsberaters. So viel Zeit muss sein.

Doch eins ist jetzt schon klar. Der sog. „Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen“ über 9 Jahre ist nur dann sein Papier wert, wenn Thyssenkrupp für den Lohn / das Gehalt jedes einzelnen Stahlkochers eine Bankbürgschaft über 9 Jahre abschließt. Alles andere ist Augenwischerei.

Ein Leerstück in Sachen Demokratie

Ihre Spaltungspolitik wollen sich die Wetzel & Co. durch eine Abstimmung von uns absegnen lassen. Damit wollen sie ihre Verantwortung für den Abbruch des Kampfes gegen die Fusion auf uns alle abwälzen.

Das Verhandlungsergebnis bei HKM dient den Bürokraten als Vorbild. Dort gab es auf der Betriebsversammlung kein ausführliches Pro und Contra, sondern nur eine Einleitung für die Annahme des Verhandlungsergebnisses. Ein Co-Referat mit Kritik gab es nicht. Es gab auch keine geheime Abstimmung, sondern den KollegInnen wurden rote und grüne Karten in die Hand gedrückt. Nicht wenige Stahlkocher fühlten sich durch das undemokratische Verfahren unter Druck gesetzt.

Und wenn die Abstimmung genau so undemokratisch abläuft wie die Aufstellung der IG Metall-Liste zur Betriebsratswahl bei TKS Hamborn-Beeckerwerth, wo von den ersten 40 Kandidaten sieben (!) überhaupt nicht gewählt , sondern gesetzt wurden (darunter die Spitzenkandidaten Nasicol, Wittig und Gawlik), dann gute Nacht.

RIR, 23.12.2017

www.riruhr.de







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