Konferenz Marxismus und Utopie

19.03.13
TheorieTheorie, NRW, News 

 

von Marx-Engels-Stiftung Wuppertal

Konferenz Marxismus und Utopie
Samstag, 23. März 2013, 10.30 – 18.00 Uhr in Münster Die Brücke, Internationales Zentrum der Universität Münster, Wilmergasse 2

Referenten Dr. Arnold Schölzel, Philosoph: Stolz auf Saint-Simon, Fourier und Owen? Zur Debatte über Kommunismus und Utopie

Prof. Dr. Thomas Metscher, Literaturwissenschaftler: Utopisches Denken in einem zukünftigen Marxismus

Dr. Dieter Kraft, Theologe: Utopie - Verständnis und Missverständnis einer verbogenen Kategorie

Dr. Robert Steigerwald, Philosoph: Mit Hegel, Marx und Lenin über Marx hinaus. Ist das utopisch?

Dr. Kuno Füssel, Theologe: Kritik der utopischen Vernunft. Die Auseinandersetzung von Franz Hinkelammert mit den Hauptströmungen der Gesellschaftstheorie

Veranstalter: Marx-Engels-Stiftung Wuppertal. Unterstützer: Marx-Engels-Gesellschaft Münster, Tageszeitung junge Welt

Kostenbeteiligung: EUR 10,00 / ermäßigt EUR 6,00 - inklusive Mittagessen
Ausklang ab 18.30 Uhr in der Kulturkneipe F24 in der Frauenstraße 24 in Münster

Weitere Informationen:
info@marx-engels-gesellschaft.de
www.marx-engels-stiftung.de

"An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist."

Friedrich Engels & Karl Marx im 'Kommunistischen Manifest'

Träume von idealen Welten, in eine mythische Vergangenheit oder eine jenseitige Zukunft verlagert - vom Goldenen Zeitalter, vom Paradies, vom Himmlischen Jerusalem -, sind wohl so alt wie die Klassengesellschaft. Thomas Morus' 1516 entstandener Roman "Utopia" (= Nirgendort), der einer ganzen literarischen Gattung und Denkrichtung den Namen gegeben hat, hat mit ihnen manches gemein, unterscheidet sich von ihnen jedoch in einem entscheidenden Punkt: er macht in der guten Welt der "neuen Insel Utopia" zugleich die schlechte des Hier und Heute sichtbar, ja, sein eigentliches Anliegen ist die scharfe Kritik der gesellschaftlichen Verhältnisse in den Staaten seiner Zeit.... dass es in der (kommunistischen!) Verfassung der Utopier sehr vieles gibt, was ich in unseren Staaten eingeführt sehen möchte", betont Morus zu Schluss seines Romans. Freilich sei das "mehr Wunsch als Hoffnung".

Dass es bloßer Wunsch bleiben musste, statt (reale) Hoffnung zu werden, war den unentwickelten ökonomischen Bedingungen geschuldet, wie Marx und Engels 400 Jahre später aufzuzeigen unternahmen. Sie sparten dabei nicht mit Kritik an der politischen Naivität ihrer unmittelbaren Vorläufer, der "utopischen" Sozialisten und Kommunisten, teilten aber mit ihnen, wie letztlich auch mit Morus, das Ziel, in der Marxschen Formulierung: "alle Verhältnisse umzustoßen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist".

Aber ist nicht auch dies schon, für den Alltagsverstand, "utopisch"? Oder anders gefragt: Bedarf es nicht, gerade heute, einer "konkreten Utopie", um die Menschen zu bewegen, die gesellschaftlichen Verhältnisse ihren Bedürfnissen gemäß umzugestalten? Solchen Fragen will unsere Konferenz nachgehen.


VON: MARX-ENGELS-STIFTUNG WUPPERTAL






<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz