Bürgerkrieg und Konterrevolution in Deutschland. Bourgeoisie, Reichswehr und rechte USPD und SPD-Führer vs. Arbeiterklasse. (Teil VI.)

13.09.10
TheorieTheorie, Arbeiterbewegung, TopNews 

 

Die Rote Ruhrarmee

von Otto Hennicke, bereitgestellt von Reinhold Schramm

Die Auswirkungen des Bielefelder Abkommens auf die Rote Armee

 Der Zweck des Abkommens war, den weniger klassenbewussten Teil der Rotarmisten von seinem entschlossenen Kern abzuspalten und so die Rote Armee zu schwächen. "Dieser Zweck ist vollkommen erreicht", frohlockte die Bourgeoisie. Die bürgerliche Literatur versucht nachzuweisen, dass die Arbeitereinheit durch den Bielefelder Verrat tatsächlich in zwei Lager gespalten wurde, in "die Vernünftigen, namentlich Mehrheitssozialisten, und christliche Arbeiterschaft" und "sogar Unabhängige" und in die "spartakistisch-syndikalistische Bewegung".(84) Die Zweiteilung hat sie nötig, um die den kommunistischen Ideen folgenden Arbeiter mit Anarchisten, linksradikalen Abenteurern und Provokateuren in einen Topf zu werfen.

 Wenn es auch stimmt, dass das Bielefelder Abkommen die einheitlichen Reihen der Arbeitersoldaten ins Wanken brachte und sie zersplitterte, so doch nicht in zwei, sondern in drei Gruppen.

 Die Entwicklung dieser drei Gruppen bis zum Einmarsch der Reichswehr soll jetzt behandelt werden.

 Der politisch rechte Flügel der SPD und der USPD sah mit dem Bielefelder Abkommen sein Ziel erreicht. Die Führer dieses Flügels, darunter Ernst und die Unterzeichner dieses Abkommens, missbrauchten die ihnen unterstellten Einheiten, um den kämpfenden Arbeitern in den Rücken zu fallen. Gleich nach der Unterzeichnung wurden die Hagener Truppen, die vor allem im Ostabschnitt dominierten, von der Front zurückgezogen, und zwar noch ehe im Westen der Front der Waffenstillstand bekannt wurde. Ernst bemühte sich auch darum, seine Kapitulationspolitik im Westabschnitt durchzusetzen, hatte aber keinen Erfolg. Der Rückzug der Front schwächte die Front stark und stiftete Verwirrung.

 Als es offensichtlich wurde, dass die Reichswehr wortbrüchig weiter vorrückte, suchten die verantwortlichen USPD-Führer ihr Prestige durch papierne Proteste und Drohungen an die Regierung zu retten. Schon am 24. März telegrafierte Ernst an Ebert: "Neuer Generalstreik bis zur Sabotage wird nicht zu verhindern sein, wenn Truppen ihren Vormarsch nicht einstellen."(85) Am 27. März bat er Ebert und Severing, die Reichswehr anzuweisen, nicht nachzufolgen. Als die Nosketruppen unter dem Vorwand, dass die Arbeiter im Westabschnitt noch kämpften, immer weiter vorrückten, bot er nicht alle Kräfte auf, um sie der Reichswehr entgegenzustellen, sondern trug sich mit dem Gedanken, die Ruhe in Mülheim und Duisburg durch "zuverlässige" Arbeitertruppen herstellen zu lassen. Skrupellos wollte er die Arbeiter auf Arbeiter schießen lassen. Als auch daraus nichts wurde, im Gegenteil Hagener Arbeiter nur durch ihre gewaltsame Entwaffnung daran gehindert werden konnten, ihren kämpfenden Brüdern zu Hilfe zu eilen, beging die rechte USPD-Führung ihre größte Gemeinheit: Um ihre Haut zu retten, wollte sie die kämpfenden Arbeiter opfern. Am 27. März versicherte Ernst Herrn Severing, dass der Hagener Bezirk auf dem Boden der Bielefelder Beschlüsse stehe, und bemerkte: "Gegen Mülheim und Wesel müssen, im Notfall nach Verständigung, einwandfreie Truppen unter Aufsicht angesetzt werden."(86) Am nächsten Tag wiederholte er dieses Angebot mit der Versicherung: "Die Ruhe und Ordnung wird für diesen Bezirk garantiert, es darf aber unter keinen Umständen Reichswehr in genannte Kreise marschieren ..."(87) Und noch einen Schritt tiefer stiegen die Verräter und sagten auf Severings Forderung hin zu, dass Reichswehrtruppen zur Niederschlagung der Roten Armee unbehindert ihr Gebiet passieren könnten.

 Das war der Verzicht auf die Erfüllung der primitivsten Pflicht proletarischer Solidarität und kennzeichnete die rechten USPD-Führer mehr als alle ihren anderen Maßnahmen als Verräter der Arbeitersache, als Kommis der Bourgeoisie.

 Die SPD-Führung setzte die Reichswehr in Marsch, ihre USPD-Helfer bereiteten ihr den Weg. Zur Ehre der Mehrzahl der Mitglieder der USPD muss gesagt werden, dass viele ihre rechten Führer durchschauten und ihnen die Gefolgschaft aufsagten. Ein ganzer Teil ließ sich aber noch immer glauben machen, dass man den Versprechungen der Reichswehr und der Regierung trauen könne. Ihr Abzug von der Front bedeutete eine empfindliche Schwächung der Arbeitertruppen und machte weitere größere Erfolge der Roten Armee unmöglich.

 Eine andere Gruppe der Arbeiter, die den Weisungen der militärischen Zentrale in Mülheim folgte, dominierte im Westabschnitt der Front, vor Wesel. Hier besassen vor allem die syndikalistischen Arbeiterunionen großen Einfluss.

 Die Rotarmisten gewannen in zahlreichen siegreichen Gefechten großes Vertrauen in die eigene Kraft. Sie wussten, dass der Erfolg ihres Kampfes nur durch eine vernichtende Niederlage der Reichwehr garantiert werden konnte, und kämpften daher mit besonderem Einsatz. Ihr Klassenbewusstsein ließ sie den wahren Zweck des Bielefelder Abkommens sofort durchschauen. Sie lehnten die leeren Versprechungen sofort ab, und das um so mehr, weil ihre Vertreter an den Verhandlungen nicht teilgenommen hatten. Sie setzten an den nächsten Tagen in Kenntnis und unter bewusster Ablehnung der Bielefelder Beschlüsse ihre Angriffe fort.

 Wie recht sie taten, den Versprechungen der Konterrevolution zu misstrauen, sollte sich zeigen. Die Reichswehrbefehlshaber gaben sich nicht einmal die Mühe, sich zu verstellen und Verständigungsbereitschaft zu heucheln. Schon am 24. März erklärten sie offen: "Man spricht von Abschließung eines Waffenstillstandes zwischen den Wehrkreiskommando und den bolschewistischen Truppen. Davon ist aber keine Rede. Die Führer auf der Gegenseite haben erklärt, dass sie ihre Truppen bei Wesel in die Linie Hünxe-Dinslaken, die Truppen zwischen Wesel und Hamm hinter die Lippe zurücknehmen wollen. Eine Gegenleistung seitens des Wehrkreiskommandos ist nicht zugesichert."(88) Tatsächlich folgten die weißen Truppen entgegen den Waffenstillstandsbedingungen den sich am Ostabschnitt zurückziehenden Arbeitern. Der Ring reaktionärer Einheiten um das Ruhrgebiet wurde immer enger und stärker.

 Auch im West- und Mittelabschnitt der Lippefront verließen, durch die Nachricht aus Bielefeld verwirrt und unsicher gemacht, schwankende Elemente die Kampflinie. Einzelne Gruppen aber, durch den Bielefelder Verrat maßlos erbittert, trugen mit wachsender Heftigkeit ihre Angriffe weit über die Lippe vor. Bei aller Anerkennung ihres Hasses gegen die Noskesöldner, ihres Heldenmutes und ihrer Opferbereitschaft darf man sich aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Hauptursache für die Weiterführung des Kampfes eine falsche und ungerechtfertigt optimistische Einschätzung der Lage war.

 Die der Arbeitersache ergebenen Unterführer der Roten Armee beurteilten die Lage vom begrenzten Standpunkt der lokalen militärischen Erfolge ihrer Truppen aus, ohne dabei die Gesamtsituation zu berücksichtigen. Sie übersahen, dass durch den Abbruch des Generalstreiks im Reich die Ruhraktion isoliert war und die Reaktion alle militärischen Kräfte gegen das Industriegebiet sammelte. Unverantwortlich war es auch, mit der Ablehnung des Bielefelder Abkommens die Negierung seiner zersetzenden Wirkung auf einen bedeutenden Teil der Arbeiter zu verbinden. Zudem ließen sie solche Faktoren wie steigenden Munitions- und Verpflegungsmangel außer acht. Das Ergebnis dieser Überschätzung der eigenen Position war, dass eine Anzahl militärischer Führer sich weigerte, die politische Oberleitung des Zentralrats in Essen anzuerkennen und sich seinen Weisungen unterzuordnen.

 Dieser Radikalismus, der vor allem in den Reihen der Mitglieder der syndikalistischen Unionen Platz fand und durch die scheinradikale USPD-Losung der Sabotage gefördert wurde, bot Feinden der Arbeitersache eine gute Grundlage für ihr Wirken. Verräter, Abenteurer, Anarchisten und auch bezahlte Spitzel konnten lange Zeit unerkannt ihr schändliches Spiel treiben und die Arbeiter irreführen. Sie arbeiteten der Konterrevolution direkt in die Hand.

 So antwortete der Anarchistenhäuptling Hugo Delmes auf den Beschluss, der Aktion durch den Zentralrat eine einheitliche Leitung zu geben, am 26. März mit einem Aufruf, in dem es heißt: "Soldaten! Jagt das politisierende Bonzengesindel aller Schattierungen mit Kolbenschlägen auseinander ... Eure Parole heißt nach wie vor: Jetzt oder nie! Gebt den Kampf nicht auf! ... Schlagt die Flaumacher tot! ... Wenn ihr untergeht, soll die Reaktion mitgehen."(89) Das sind nicht die Worte eines klassenbewussten Proletariers, sondern die eines verantwortungslosen Desperados.

 Auch die Vollzugsräte einiger Städte, allen voran Duisburg, lehnten die Anerkennung des Zentralrats als oberste Instanz ab, machten Revolution im Ortsmaßstab und lieferten damit der Reichswehr einen Vorwand für ihr Einrücken.

 Unter Ausnutzung und Förderung dieser linksradikalen Stimmungen wuchs aber auch der direkte, bezahlte Verrat. Um unter allen Umständen einen Scheingrund zu finden, ins Ruhrgebiet einmarschieren zu können, schickte die Konterrevolution gemietete Provokateure in die Rote Armee, um diese zu desorientieren und Übergriffe künstlich herbeizuführen.

 Das beste Beispiel liefert der Reichswehrspitzel Gottfried Karusseit. Dieser Agent, der seit 1919 im Dienste der Reichswehr stand, erschlich sich die Funktion eines Abschnittskommandeurs. Seine Aufgabe bestand offensichtlich darin, den Abbruch des Kampfes zu verhindern und Zwischenfälle zu provozieren. Am 27. März erließ er einen Befehl, der alle Arbeiter, die sich auf Grund des Waffenstillstandes zurückziehen wollten, mit dem Tode bedrohte. Am 28. März ließ er den gefangenen Reichswehrsoldaten Sametz, der unter dem Verdacht der Spionage und Sabotage stand, durch ein Kriegsgericht zum Tode verurteilen. "Karusseit ... suchte die Leute zur Vollstreckung des Urteils aus und ließ Sametz noch in derselben Nacht erschießen."(90)

 Wilhelm Pieck entlarvte Karusseit wegen seiner ständigen provokatorischen Ablehnung der Unterordnung der militärischen Führer unter die politische Leitung und seines Bestrebens, den Kampf unter allen Umständen fortzuführen, schon frühzeitig als "wildgewordenen Spießer". Seine Agentenrolle war damals noch nicht bekannt. Severing muss sie aber bekannt gewesen sein, als er seine Memoiren schrieb. Einerseits hatte er Einblick in alle Aktenvorgänge, die sich um den Ruhraufstand drehten, und hätte also wissen müssen, dass Karusseit wegen des Mordes an Sametz zum Tode verurteilt, aber später begnadigt worden war (ohne Zweifel als Lohn für seine Agententätigkeit, die er auch weiter ausübte). Andererseits war Karusseits Spitzelrolle schon von Gumbel und im Spitzelalmanach der KPD entlarvt worden. Trotzdem zieht Severing den Fall Karusseit mit dem Hinweis, "welche Rolle notorische Verbrecher in einzelnen Abschnitten der ,roten Front' spielen konnten"(91), zum Beispiel dafür heran, dass der Einsatz von Truppen im Ruhrgebiet notwendig war. Allerdings wird er dazu durch den Mangel an anderen "Beweismaterial" gezwungen.

 Karusseit war nicht der einzige Spitzel, der im Frühjahr 1920 im Ruhrgebiet wirkte. Sie versuchten, die Rotarmisten zu Verzweiflungstaten aufzuputschen und gegen den Zentralrat aufzubringen.

Der klassenbewusste Teil des Ruhrproletariats schart sich um die KPD

 Die dritte und bedeutendste der im Ergebnis der Bielefelder Verhandlungen entstandenen Gruppen folgte den Losungen der Kommunistischen Partei und erkannte den Zentralrat in Essen als oberste Leitung an. Sie gab schon während der einheitlichen Aktion bis zum 24. März die führende Kraft ab. Nach der Spaltung der Einheitsfront nahm sie zahlenmäßig ständig zu, da viele Arbeiter der erstgenannten Gruppen die falsche Politik ihrer Führer durchschauten und sich von ihnen lossagten.

 Die Arbeiter dieser Gruppe versuchten, in ständigem Kampf gegen Rechts- und Linksopportunisten die richtige Politik des Zentralrats zu verwirklichen und damit die Ruhraktion zu einem Erfolg für die Arbeiterschaft zu machen.

 Im Zentralrat hatten zwar nicht zahlenmäßig, aber ideologisch die Kommunisten den größten Einfluss. Sie nahmen mit Unterstützung der linken USPD die schwere Aufgabe auf sich, die durch den Verrat der rechten Sozialdemokraten zersplitterte Einheitsfront der Arbeiter wiederherzustellen und, sich auf diese Einheitsfront stützend, die Erfolge des Kampfes des Proletariats zu sichern.

 Schon vor der Wahl des Zentralrats arbeitete Wilhelm Pieck in diesem Sinne. Als er am 24. März im Ruhrgebiet eintraf, war in fast ganz Deutschland der Generalstreik abgebrochen. Dieser Umstand musste bei der Einschätzung der Situation im Industriebezirk berücksichtigt werden. "In Anbetracht dieser Lage riet der Vertreter der Zentrale der KPD dazu, zunächst das Waffenstillstandsabkommen durchzuführen. Um dadurch Zeit zu gewinnen, die in dem Bielefelder Abkommen vorgesehenen, aus Arbeitern, Beamten und Angestellten gebildeten Ortswehren aufzustellen und die Sicherung der in den Händen der Arbeiter befindlichen Waffen vorzunehmen."(92) Der Zentralrat schloss sich diesem Standpunkt an.

 Am 26. März formulierte er in einer Resolution die nächsten Maßnahmen.
 Das waren:
 1. Erlangung von Garantien der Regierung zum Bielefelder Abkommen.
 2. Mobilisierung des deutschen Proletariats zu Unterstützung der Ruhrbewegung.
 3. Einstellung der militärischen Operationen von seiten der Arbeiter. Einhaltung des Waffenstillstandes, um Zeit zu gewinnen.
 4. Festigung der Front durch eine Stärkung des Organisationsaufbaus der Roten Armee; Vorbereitung des Generalstreiks für den Fall des Einmarsches der Reichswehr.

 Am 27. März nahm der Zentralrat die Verwirklichung dieser Aufgaben in Angriff. Einen Aufruf der Regierung, "jede Kampfhandlung einzustellen, sofort zur Arbeit zurückzukehren und die Waffen ordnungsgemäß wieder abzuliefern"(93), beantwortete der Zentralrat mit der Erklärung: "Die so genannten Bielefelder Abmachungen hängen in der Luft. Die Regierung hat dazu offiziell keine Erklärung abgegeben. Sie gab auch keinerlei Garantie dafür, dass die in den Abmachungen enthaltenen Zugeständnisse durchgeführt werden"(94), und bot der Regierung Waffenstillstand und Verhandlungen an.
 Gleichzeitig nahm der Zentralrat noch einmal scharf gegen das Fortführen der Kämpfe vor Wesel und an der Westfront Stellung. Die Kampfleiter der Mülheimer Zentrale hatten den Beschluss zum Abbruch der Angriffsoperationen nicht anerkannt und erklärt: "Die militärischen Befehlshaber stehen auf dem Standpunkt, dass weitergekämpft wird und dass nur die Waffen entscheiden werden."(95) Ihr zur gleichen Zeit erlassener Aufruf an die Rote Armee zum Weiterkämpfen war eine offene Misstrauenserklärung gegen die Politik des Zentralrats. Er zeigt, dass die Leiter der Mülheimer Zentrale den Unterschied zwischen den Hagener Kapitulanten und Verrätern und der konsequenten Politik des Essener Zentralrats noch nicht begriffen hatten. Letzterer sah sich deshalb gezwungen, nochmals "jede Art von Abenteuerpolitik" zu verurteilen, und forderte: "Die militärische Aktion hat sich den politischen Entscheidungen des Zentralrats anzupassen."(96)

 Ein weiterer Beschluss vom 27. März machte den Unterschied zwischen kommunistisch orientierten Zentralrat und der von der rechten USPD beherrschten Hagener Zentrale besonders deutlich. Zwar war der Zentralrat bereit, auf der Grundlage der Bielefelder Beschlüsse zu verhandeln, aber er baute die Front nicht ab, sondern war bestrebt, bis zur Erfüllung ihrer Bedingungen durch die Reichswehr die Rote Armee als Druckmittel und Sicherheit bereitzuhalten. Er ordnete eine einheitliche und regelmäßige Löhnung und Verpflegung der Rotarmisten durch ihre Heimatorte sowie ihre Versorgung mit Waffen und Ausrüstungsgegenständen an. Gleichzeitig ergriff er Maßnahmen zur Sicherung des Hinterlandes der Roten Armee, indem er die Vollzugsräte aufforderte, sämtliche Waffen in Privatbesitz zu beschlagnahmen, Waffenscheine für ungültig zu erklären und ein Ausschankverbot für Alkohol zu erlassen. Willkürliche Beschlagnahmen und Plünderungen, die zur Beunruhigung der Bevölkerung führen konnten, wurden strikt untersagt.

 Am 28. März versammelten sich die Vertreter der Vollzugsräte des Industriegebietes erneut, um über die Lage im Ruhrgebiet und in Deutschland zu beraten und zu beschließen. An der Sitzung nahmen Vertreter der in- und ausländischen Presse teil. Die ausführlichen Beratungen, in denen vor allem der Verrat der rechten USPD und die Isolierung der Ruhraktion deutlich wurden, fanden ihren Ausdruck in einem Dokument, das folgende Feststellungen trifft:
 
 "1. Das Ziel des revolutionären Kampfes in seinem gegenwärtigen Stadium ist: Niederwerfung des Militarismus, weil nur dadurch eine Sicherung der revolutionären Bewegung vor gegenrevolutionären Überfällen und eine Sicherung der von der Arbeiterschaft erkämpften Machtstellung gegeben ist.
 2. Diese Sicherungen sind: Entwaffnung und Auflösung aller Truppen, Bildung von Arbeiterwehren, Verwahrung sämtlicher Waffen unter ständiger Kontrolle der Arbeiterräte.
 3. Der Umfang, in dem dieses Ziel erreicht wird, hängt ab von dem Willen und der Entschlossenheit der gesamten proletarischen Klasse im Reiche.
 4. Die Sicherung der bisherigen Errungenschaften hängt aber nicht ab von dem Mut und dem Eifer eines Teils der Klasse, sondern von der Entschlossenheit der Gesamtheit der Arbeiterschaft des rheinisch-westfälischen Industriegebietes.
 5. Die bisherigen Erfolge müssen erhalten werden. Jeden Angriff darauf, insbesondere jeden Truppenangriff auf Rheinland und Westfalen, wird der Zentralrat mit der Aufforderung zum Generalstreik beantworten."(97)

 Die Aufgabe dieser einstimmig angenommenen Resolution war es, die Arbeitersoldaten um den Zentralrat zusammenzuschließen. Während aber der Vertreter der militärischen Leitung, Leitner, in Erkenntnis der schwierigen Situation versprach, dass sich die Kampfleitung der politischen Zentrale unterordnen würde, distanzierte sich eine von der USPD geführte Konferenz der Kampftruppenführer der Kreise Hagen, Schwelm, Altena, Iserlohn, Lüdenscheid, Schwerte, Unna, Witten, Remscheid, Lennep unter dem Vorwand, der Mülheimer Zentrale nicht folgen zu wollen, von der Politik des Zentralrats und setzte so ihre Spalter- und Zersetzungstätigkeit fort.


 Die Anerkennung des Zentralrats als oberste Leitung durch die Mehrzahl der militärischen Leiter des West- und Mittelabschnitts stellte dagegen eine wesentliche Stärkung der Arbeitersache dar. Am Abend des gleichen Tages traf auch die Antwort der Regierung auf das Waffenstillstands- und  Verhandlungsangebot des Zentralrats ein. Sie enthüllte eindeutig die wahren Absichten der Reaktion. Nicht Vermeidung, sondern Provozierung eines Bürgerkrieges war ihr Ziel. Ihr kam es jetzt darauf an, einen Vorwand für die Niedermetzelung der Ruhrarbeiter zu finden. Deshalb lehnte die Regierung alle Verhandlungen ab und stellte ein Ultimatum, befristet bis zum 30. März, 12 Uhr. Die Hauptforderungen waren" "... Sofortige Auflösung der Roten Armee ... Völlige Entwaffnung der gesamten Bevölkerung einschließlich der Einwohnerwehren unter Aufsicht der rechtmäßigen staatlichen Organe. - Die Art und Zeit der Durchführung der Entwaffnung wird durch den Inhaber der vollziehenden Gewalt (d. h. Watter - O. H.) Näher bestimmt werden."(98) Das war die Forderung nach bedingungsloser Kapitulation. Zugeständnisse wurden den Arbeitern keine gemacht. Das war ein neuer Ton, der sich von dem der Bielefelder Beschlüsse stark unterschied. Die Truppenkonzentration um das Ruhrgebiet und die Zersplitterung der Arbeiterschaft hatten die Reaktion sicher gemacht. Sie glaubte, jetzt auf Versprechungen verzichten zu können. Aber noch erreichte sie ihr Ziel nicht.

 Entgegen ihren Erwartungen nahm der Zentralrat ihr Ultimatum an unter dem Vorbehalt, dass dessen Forderungen mit dem Bielefelder Abkommen in Einklang gebracht würden. Die militärischen Leiter schlossen sich dem an. Die Regierung antwortete nicht darauf. Dafür erfuhr der Zentralrat am 29. März zufällig die Zusätze Watters zum Ultimatum der Regierung. Darin wurden derart hohe Forderungen gestellt, dass ihre fristgemäße Erfüllung schon rein technisch nicht möglich war. Dazu waren Inhalt und Form so provokatorisch, dass ihnen der Zentralrat auf keinen Fall zustimmen konnte. Watters Absicht, die sich anbahnenden Verhandlungen zu torpedieren und durch die unerfüllbaren Bedingungen nun endlich einen Vorwand zu finden, um in das Ruhrgebiet einmarschieren zu können, war offensichtlich. Geschickt fing er den Ball auf, dem ihn die Regierung zugeworfen hatte.

 Es zeigte sich aber, dass Reichswehr und Regierung die Kräfteverhältnisse falsch eingeschätzt hätten. Als Antwort auf die unverschämte Herausforderung rief der Zentralrat erneut den Generalstreik aus. "Der weiße Schrecken Sachsens soll im Industriegebiet nicht seinen Einzug halten. Wir können das Herz Deutschlands zum Stillstand bringen. Wir haben die Mittel: Generalstreik!" Dabei wurde darauf hingewiesen, dass die Reichswehr nicht einmal die im Ultimatum gestellte Frist einhielt und weiter vorrückte. In Ahlen und Hamm entwaffnete man die roten Soldaten und sperrte sie ein. In anderen Städten wurden die Genossen einfach an die Wand gestellt.

 Der Erfolg des Aufrufs entsprach der Empörung der Arbeiter. In beispielloser Geschlossenheit trat das Ruhrproletariat wie am 15. März in den Ausstand. Am 29. März fielen 76,77 Prozent, am 30. März 46,29 Prozent, am 31. März 74,45 Prozent und am 1. April 72,33 Prozent aller Schichten im Ruhrbergbau aus. Den Bemühungen des Zentralrats war es gelungen, die Aktionseinheit noch einmal herzustellen. Die Aktion war so mächtig, dass sogar die Bezirksleitung der SPD von Niederrhein am 29. März an die Regierung telegrafierte: "Der Einmarsch der Reichswehr in das Industriegebiet verpflichtet uns, gemeinsam mit der USP und KPD den Generalstreik auszurufen und alle Waffen mobil zu machen, um die Reichswehr niederzuschlagen ..."(99) Auch Ernst sah, dass er die Maske zu zeitig fallengelassen hatte, und schickte ein Protesttelegramm an Watter. Die Abneigung gegen Watters Ultimatum ging bis in die bürgerlichen Kreise hinein. Oberbürgermeister Cuno, Hagen, meldete: "Waffenniederlegung war durch fortgesetzte Verhandlung bis einschließlich Mülheim gesichert. Ultimatum der Reichsregierung, insbesondere aber schroffe Form der Zusätze des Wehrkreiskommandos, welche unausführbar und deshalb als Absicht, das Bielefelder Abkommen aus der Welt zu schaffen, von der Arbeiterschaft aufgefasst werden, hat Ruhrbezirk entflammt ... Überzeugung der Arbeiterschaft, dass weißer Terror nach ungarischem Muster durch Militärdiktatur Watter beabsichtigt. Verzweifelte Entschlossenheit, mit sich Industrie zu begraben, scheut vor Sprengung der Schächte nicht zurück."(100)

 Inzwischen war Wilhelm Pieck nach Berlin gefahren, um den Kampf außerhalb des Ruhrgebietes erneut zu entfachen. In der "Roten Fahne" vom 30. und 31. März rief er die KPD zum Generalstreik für die Unterstützung der Ruhrarbeiter auf. Große Teile des deutschen Proletariats waren bereit, den Kampf wieder aufzunehmen. Zwar gelang es den Leitungen der Gewerkschaften, der SPD und der USPD, einen neuen Generalstreik zu verhindern, doch musste sich die Regierung unter dem Druck der Massen zu neuen Verhandlungen bequemen. Sie schickte erneut Severing, der inzwischen Innenminister geworden war, mit Sondervollmachten ins Ruhrgebiet.

 Nach seinen eigenen Worten wollte er den "Versuch einer weiteren Isolierung der Unbelehrbaren" unternehmen und "durch eine Mitteilung über die beabsichtigten Maßnahmen der Regierung die ungünstige Wirkung der Watterschen Zusätze"(101) zerstreuen. Er versuchte die Arbeiter erneut zu spalten; diesmal dadurch, dass er erstens all den Landkreisen, die die von der Regierung gestellten Bedingungen erfüllten, zusicherte, dass kein Militär einmarschieren würde, und zweitens, indem er zu den Besprechungen am 31. März in Münster die Vollzugsräte der Ruhrstädte direkt einlud, den Zentralrat aber ausließ. Erst wenige Stunden vor Beginn der Beratungen benachrichtigte er auf Drängen der Vertreter der Vollzugsausschüsse die Essener Zentrale. Herr Watter war dann so freundlich, diese Vertreter des Zentralrats durch seine Soldaten abfangen zu lassen, so dass sie an den Beratungen trotzdem nicht teilnehmen konnten.

 Das Ergebnis der Verhandlungen war eine Verlängerung der Frist zur Erfüllung des Bielefelder Abkommens und des Ultimatums der Regierung einschließlich der Zusätze Watters bis zum 2. April, 12 Uhr. Dafür sollte "jede Vorwärtsbewegung der Reichswehr oder Teile derselben ... mit dem 31. März, abends"(102), aufhören. Das war nur ein Betrugsmanöver mehr und von Severing selbst nie ehrlich gemeint. Er gibt zu: "Es kam ... lediglich darauf an, bei der Durchführung der nun unvermeidlichen militärischen Maßnahmen Härten und Blutopfer nach Möglichkeit zu vermeiden."(103) Mit anderen Worten: Er wollte die Reichswehr schonen, einsetzen wollte er sie unbedingt. Telegrafierte er doch am selben Tage an den Reichskanzler: "Wiederherstellung geordneter Zustände ohne Einsetzung von Truppen ... unmöglich."(104) Tatsächlich rückten die konterrevolutionären Truppen immer weiter vor.

 Die Auswirkungen der Verhandlungen in Münster waren die gleichen wie nach Bielefeld; ein Teil der Arbeiter, besonders Rechtssozialisten und Unabhängige, verließen die Front, im Hinterland nahm die Tätigkeit anarchistischer und unlauterer Elemente zu. Diese Tatsache, verbunden mit dem Ausbleiben der Unterstützung durch das Reich, veranlassten den Zentralrat, zu versuchen, auf der Basis der Abkommen von Bielefeld und Münster den Kampf organisiert abzubrechen und so der Reichswehr jeden Vorwand für ihr Vorrücken zu nehmen. Am 1. April 1920 beschloss deshalb eine Vollversammlung der Vollzugsräte in Essen die Anerkennung und sofortige Durchführung der Bielefelder Vereinbarungen vom 24. März und der am 31. März in Münster getroffenen Vereinbarungen. Die Kampfleiter der Roten Armee erklärten, dass sie sich diesen Beschlüssen der Vollzugsräte unterwerfen und für sofortige Durchführung der Beschlüsse sorgen werden.

 Gleichzeitig protestierte der Zentralrat beim Wehrkreiskommando und bei der Regierung gegen den Vertragsbruch der Nosketruppen.

 Angesichts der Aussichtslosigkeit der Lage der Ruhrarbeiter behielt der Zentralrat diese Politik auch bei, als die Reichswehr trotzdem ihren Ring um das Ruhrgebiet immer enger schloss. Am 2. April beschloss er nach erneuter Prüfung der politischen und militärischen Lage die Durchführung des am 1. April in der Vollversammlung der Vollzugsräte gefassten Beschlusses auf sofortigen Abbruch des militärischen Kampfes, obwohl die Reichswehr den sich zurückziehenden Truppen der  Roten Armee überall nachfolgte.(105) Am 3. April wiederholte er: "Die Roten Truppen und die Bevölkerung werden nochmals dringend aufgefordert, trotz des verräterischen Verhaltens der Regierungstruppen alle Verpflichtungen des Abkommens einzuhalten und die äußerste Ruhe zu bewahren. Insbesondere wird vor allen Akten der Sabotage gewarnt, die uns mit Recht die Sympathien der Gesamtarbeiterschaft rauben würden. Der Regierung und ihren Truppen muss jeder Vorwand genommen werden, ihre Verbrechen noch nachträglich rechtfertigen zu können."(106)

 "Die Fortsetzung der militärischen Kämpfe scheiterte nicht nur an der Uneinigkeit der Arbeiter, sondern auch an der unzulänglichen Bewaffnung, Ausrüstung und Versorgung der Truppen mit Lebensmitteln. Die Fortführung des Generalstreiks war ebenfalls infolge der Uneinigkeit und des abgekämpften Zustandes der Arbeiter nicht mehr möglich. Es ist bis zum letzten Augenblick von den Kommunisten versucht worden, aus der Situation herauszuholen, was herauszuholen war. Dass es den Regierungstruppen trotzdem möglich war, in das Industriegebiet einzudringen, lag zum Teil an den vorerwähnten Umständen, andererseits daran, dass selbst von Arbeiterorganisationen der Einmarsch der Regierungstruppen gefordert wurde, um sich vor dem angeblichen Terror zu schützen, der von denjenigen ausgeübt werde, die sich nicht den Beschlüssen des Zentralrats unterordneten, sondern Revolution auf eigene Faust machten."(107)

 Gegen die verräterischen Hilferufe, die neben den anderen Parteien auch die SPD und USPD an die Regierung schickten, um den Einmarsch der Reichswehr zu beschleunigen, war der Zentralrat machtlos; die einsetzende Anarchie aber suchte er zu steuern, indem er alles tat, um die Bielefelder Vereinbarungen und die von Münster durchzuführen, den Rückzug militärisch und politisch zu organisieren und so größere Verluste zu verhindern. Es gelang ihm, die Kampfleiter zu überzeugen, dass der militärische Kampf eingestellt werden müsse. Nach den Verhandlungen in Münster griff die Rote Armee nicht mehr an, und es wurde begonnen, die Arbeitersoldaten zurückzuführen.

 Aber das ging der Reichswehr gegen den Strich. Sie schien um das ersehnte Gemetzel zu kommen. Waren die Noskesöldner schon bisher den zurückgehenden Arbeitertruppen entgegen allen Abmachungen auf dem Fuße gefolgt, so ließen sie jetzt ihre letzte und gemeinste Provokation vom Stapel. Sie verlegten den zurückgehenden Rotarmisten durch Artilleriesperrfeuer die Abmarschwege. Düwell berichtete: "Spätabends erschienen nochmals Kampfleiter mit der Erklärung, die Leute könnten nicht aus der Front heraus. Sperrfeuer hindere den Abmarsch. Der Zentralrat blieb bei seinem Beschluss. Wieder versicherten die Kampfleiter, nachdem sie über die Situation aufgeklärt waren: Wir wollen alles versuchen, die Truppen aus dem Feuer herauszubringen."(108)

 Von seiten der Fronttruppen wurde der Politik des Zentralrats also kein Widerstand entgegengesetzt. Sie wurden von der Reichswehr gezwungen, sich zu wehren, wenn sie sich nicht kampflos totschlagen lassen wollten. Es ist nur zu verständlich, wenn sie sich mit größter Erbitterung wehrten.

 Schlechter stand es im Hinterland. Da in den letzten Tagen die Versorgung der Front zum Stillstand gekommen war, waren die zurückgehenden Rotarmisten abgerissen, ausgehungert und ohne Geldmittel. Von der Reichswehr bedroht, gingen sie in den Fällen, wo ihnen Geld und Kleidung sowie Verpflegung von den Vollzugsräten oder Stadtverwaltungen verweigert wurden, dazu über, diese Sachen gewaltsam zu requirieren.

 Die Verwirrung wurde auch von Plünderern und anderen dunklen Elementen dazu ausgenutzt, um sich persönlich zu bereichern und der Sache des Proletariats zu schaden, Diese Fälle wurden später maßlos aufgebauscht, um den Einmarsch der Reichswehr nachträglich zu rechtfertigen.

 Teilweise ging die Empörung und Enttäuschung der Arbeiter über den Ausgang der Aktion so weit, dass infolge der ungemein angespannten politischen Situation eine ganze Reihe von Arbeitern nicht mehr Disziplin bewahrte, die im Interesse des revolutionären Kampfes unbedingt erforderlich war. Sie setzten Vollzugsräte ab und versuchten sogar, den Zentralrat zu verhaften, weil sie ihn für die entstandene Lage verantwortlich machten. Alle diese Erscheinungen waren dazu geeignet, die eingetretene Verwirrung zu steigern und ein Chaos herbeizuführen. Dieser Prozess wurde von den Spitzeln und Agenten bewusst gefördert.

 Auch dem trat der Zentralrat scharf entgegen. Am 29. März warnte die kommunistische Zeitung "Spartakus": "Soll die Bewegung im Ruhrrevier in eine wilde Anarchie, in ein Chaos ausmünden? Soll sie unlauteren Elementen ein Freibrief werden für jede Art von Ausschreitung? ... Für Willkürakte, Anarchie, Putsche muss die politische Leitung jede Verantwortung ablehnen. ... Das politisch denkende Proletariat fordert, dass die Parolen und Entschließungen der politischen Leitung unweigerlich beachtet werden. Wer ihnen entgegenhandelt, ist bewusst oder unbewusst ein Feind der Revolution."(109)

 Der Zentralrat erließ beim Einmarsch der Reichswehr einen Aufruf, in dem er zur Einhaltung des Bielefelder Abkommens und zur Aufstellung der darin zugesicherten Ortswehren aufforderte und folgende Anweisung gab: "Es ist jedoch zu befürchten, dass unlautere Elemente den Versuch unternehmen, die glatte Erledigung der Verpflichtungen zu hindern, entweder um der Reaktion Dienste zu leisten oder um Unruhen und Putsche herbeizuführen, in der Hoffnung, dadurch Gelegenheit zu Plünderungen zu finden. Dergleichen Elemente haben bisher schon viel Unheil angerichtet und den Kampf des Proletariats geschädigt ... Derartige Elemente müssen rücksichtslos unschädlich gemacht werden. Wenn nicht anders möglich, müssen sich die ehrlichen Revolutionäre, müssen sich die organisierten Arbeiter zusammenschließen zur Unterstützung der Volkswehr, um mit dieser zusammen die Schädlinge zu entwaffnen und einzusperren."(110)

 Tatsächlich bildeten sich daraufhin zum Beispiel in Essen und Hamborn Selbstschutzorganisationen. Colm erwähnt Meldungen, die berichten, dass sich in einigen Zechen gegen etwaige Sabotageversuche Schutzorganisationen der Arbeiterschaft selbst gebildet hatten.

 Von großer Bedeutung für den geordneten Rückzug sind die Maßnahmen des Zentralrats zur Sicherung der bedeutendsten Errungenschaften der Ruhraktion; der wiederbelebten Räte. Um diese hervorragende Position für einen späteren Aufschwung der Revolution unbedingt zu erhalten und vor der Zerstörung durch den reaktionären Staatsapparat zu bewahren, gab der Zentralrat detaillierte Anweisungen heraus. In ihnen werden die zukünftigen Aufgaben der Räte, ihre Wahl, Zusammensetzung und Arbeitsweise genau festgelegt. Dieses Dokument stellt einen weiteren Schritt dar, um aus der gegebenen Situation das Höchstmögliche herauszuholen.

 Die geschilderten Maßnahmen zeigen deutlich, dass es dem Zentralrat durchaus gelungen wäre, die Erfüllung der getroffenen Abkommen gegen alle inneren Widerstände durchzusetzen, hätte auch die Gegenseite diese Abkommen eingehalten: allerdings nicht in der zugestandenen kurzen Zeit bis zum 2. April, 12 Uhr. Das war ja auch die Absicht, die die Regierung verfolgte. Severing sagt selbst: "Es hätten Wunder eintreten müssen, wenn bis zum 2. April die von der Regierung gestellten Bedingungen erfüllt worden wären."(111) Um ein solches Wunder aber auf jeden Fall zu verhindern, rückte die Reichswehr schon vor Ablauf der Frist ins Ruhrgebiet ein und machte dadurch alle Bemühungen des Zentralrats um die Vermeidung eines Massenmordens zunichte.

Der Einmarsch der Reichswehr und die Auflösung der Roten Armee

 Die deutsche Großbourgeoisie betrachtete das Kapp-Unternehmen mit wohlwollender Neutralität und einer gewissen Skepsis ob seines Gelingens. Als die vereinte Kraft des deutschen Proletariats den reaktionären Spuk hinwegfegte und dabei seine eigenen Forderungen anmeldete, war es für sie eine Bestätigung, dass die Zeit noch nicht gekommen war, das demokratisch-parlamentarische Mäntelchen abzuwerfen und die offene Militärdiktatur zu errichten. Die Wachsamkeit und Kampfbereitschaft der Arbeiter machten jeden solchen Versuch zunichte.

 Von der Wucht der Aktion der Arbeiter erschreckt, entschlossen sich die deutschen Imperialisten und Militaristen, den fehlgeschlagenen Putsch in eine großangelegte Provokation umzuwandeln. Sie wollten der Arbeiterschaft einen Kampf aufzwingen, zu dem sie nicht vorbereitet war, um sie so im ungleichen Kampf zu schlagen, auszubluten und dadurch für längere Zeit zu schwächen.

 Selbst noch zu schwach, um das Proletariat ganz Deutschlands auf einmal durch einen Bürgerkrieg seiner besten und führenden Köpfe zu berauben, beschränkte sich die vereinigte Konterrevolution dabei auf dessen revolutionärsten Teil. 1920 war dieser das Ruhrproletariat.

 So betrachtet, handelt es sich bei den Ruhrkämpfen im Frühjahr 1920 um ein Glied in der Kette der provozierten Teilgefechte der revolutionären Nachkriegskrise, die mit den Januarkämpfen 1919 in Berlin begannen, über die Münchener Räterepublik zum Ruhraufstand führten und sich 1921 in der Märzaktion in Mitteldeutschland fortsetzten.

 Dass dem so ist, sollen zwei Zitate belegen. Watter behauptete, dass "der Kapp-Putsch im März 1920 diesen bolschewistischen Aufstand vorzeitig auslöste".(112) Und Lüttwitz stellt in seinen Memoiren fest: "Das Kapp-Unternehmen veranlasste den deutschen Bolschewismus zum vorzeitigen Losschlagen, bevor er mit seinen Vorbereitungen fertig geworden war ..."(113) Trotz der verleumderischen Versuche, den Kapp-Putsch mit dem "drohenden Linksputsch" nachträglich zu rechtfertigen, die sich in beiden Zitaten finden, bestätigen sie doch ohne Zweifel unsere Feststellung. Damit wird noch einmal erhärtet, dass die Reaktion nie die Absicht hatte, ihre Truppen nicht ins Ruhrgebiet einmarschieren zu lassen. Die Verwirklichung des Kapp-schen Gedankens, das Ruhrproletariat in seinem eigenen Blut zu ertränken, hat vom 13. März an trotz des Rücktritts Kapps keine Unterbrechung erfahren, wenn die Monopolisten das auch durch den geschickten Wechsel im Einsatz ihrer Hauptinstrumente, der rechten SPD-Führer und der Militaristen, zu verschleiern suchten.

 Wie wir gesehen haben, starteten Regierung und Reichswehr im Verlauf der Kämpfe und Verhandlungen eine Provokation nach der anderen, um sich einen Vorwand für den Einmarsch der Reichswehrtruppen zu verschaffen. Als ihnen das wegen der Bemühungen des von den Kommunisten geführten Zentralrats nicht gelang, verzichteten sie auf jeden Schein eines Rechts und drangen mit überlegenen Kräften ins Ruhrgebiet ein.

 Schon bis zum 2. April waren die Nosketruppen vertragsbrüchig bis zu 20 Kilometer tief in den Süden über die Lippelinie vorgestoßen, den weichenden roten Truppen folgend. Nach kurzer Pause ließ sie Watter, der von der Regierung inzwischen freie Hand bekommen hatte, weiter nach Süden vordringen, so dass sie am 7. und 8. April die Ruhr erreichten.

 Die Besetzung des Ruhrgebiets war fast kampflos erfolgt. Die Reihen der Roten Armee waren gelichtet, nur vereinzelt kam es zu kleinen Zusammenstößen. Um zu verhindern, dass die Arbeiter ins besetzte Gebiet oder ins Reich flüchteten, schob die von Norden vordringende Reichswehr erst ihre beiden Flügel vor. So wurde der größte Teil der roten Truppen ins Bergische Land, südlich der Ruhr, abgedrängt, wo sie vorerst nicht weiterverfolgt werden sollten. Trotz des Verbots der Regierung stießen aber einzelne Söldnergruppen mit Lastkraftwagen ins Bergische Land vor, um auf Grund von Denunziationen Arbeiter zu verhaften.

 Das Abstoppen des Vormarsches der Reichswehr erfolgte nicht aus Menschenfreundlichkeit. Grund war vielmehr eine neue Welle der Empörung im Ruhrgebiet und in ganz Deutschland, die durch den beispiellosen Terror der Watterschen Soldateska ausgelöst wurde. Eine neue Volksbewegung - das war etwas, was die herrschenden Klassen in Deutschland jetzt am allerwenigsten gebrauchen konnten. Diese neue Welle der Empörung wäre unvermeidlich gewesen, wenn die Reichswehr weiter vormarschiert wäre, da man, wie Severing zugibt, "beim Einmarsch der Truppe mit denselben Grausamkeiten hätte rechnen müssen, wie sie sich in Pelkum und Dülmen, in Essen und Bottrop und Mülheim gezeigt hatten".(114)

 Neben der Protestbewegung in ganz Deutschland war es namentlich der wiederauflebende Widerstand der Ruhrbevölkerung, der die weißen Truppen am Vorrücken hinderte. Aus der Feder eines reaktionären Schreibers stellt sich das so dar: "Es musste jetzt erst einmal darangegangen werden, die öffentliche Ordnung in dem gewonnenen Gebiet zu festigen und die Beruhigung des teilweise unsicheren Hinterlandes durchzuführen."(115)

 Da die Entwaffnung der Arbeiter südlich der Ruhr aber bis zu den Reichstagswahlen am 6. Juni durchgeführt werden sollte, wurde diese Aufgabe der Sipo übertragen.

 Eine weitere hemmende Wirkung auf den Vormarsch der Reichswehr mag auch der Einmarsch der Franzosen in Süddeutschland gehabt haben. Er erfolgte als Antwort auf den Einmarsch der Reichswehr in die neutrale Zone. Interessant sind einige Betrachtungen über die deutsche Außenpolitik im Zusammenhang mit dem Kapp-Putsch.

 Schon am 11. März schrieb der Staatskommissar für öffentliche Ordnung: "Von ausschlaggebender Bedeutung für die Aufrechterhaltung der zukünftigen Ruhe und Ordnung in dem Industriegebiet der neutralen Zone wird es sein, ob es gelingen wird, bei der Entente die Belassung hinreichender Reichswehrtruppen in der 50-Kilometer-Zone zu erreichen."(116)

 Am 15. März bat Kapp die Entente um die Genehmigung, zusätzlich Truppen in die Hauptteile des Ruhrgebietes senden zu dürfen, die in der entmilitarisierten Zone lagen. Am 17. März wiederholte die wiedereingesetzte Ebert-Bauer-Noske-Regierung diese Bitte, ebenso am 19. März und in den ersten Apriltagen.

 Die inneren Spannungen im Lager der Entente führten zu einer unterschiedlichen Beantwortung dieser Bitten. "Die Amerikaner und Engländer meinten, die deutsche Regierung besitze das Recht, so viel Streitkräfte einzusetzen, als für die Unterdrückung eines Aufstandes, der ihr Bestehen bedrohe, notwendig sei, und es liege im Interesse der europäischen Regierungen, wenn unverzüglich die Ordnung in Deutschland wiederhergestellt werde."(117) Vor allem die USA unterstützten die deutsche Regierung. Sie wollten die deutsche Armee als ihren Degen gegen Sowjetrussland benutzen und hatten sich deshalb schon 1919 einer Herabsetzung der deutschen Heeresstärke auf 100.000 Mann widersetzt. Jetzt waren sie deshalb stark an der Niederschlagung des "bolschewistischen Aufruhrs" interessiert und ermunterten die deutsche Konterrevolution einzumarschieren. England neigte zum Nachgeben, schlug aber gewisse Vorsichtsmaßregeln gegen die Konzentration regulärer deutscher Truppen im Ruhrgebiet vor.

 Beim französischen Monopolkapital überwog die Furcht vor der deutschen Militär- und Wirtschaftsmacht, und es verweigerte seine Zustimmung zum Einmarsch der Reichswehr ins Ruhrgebiet mit der Drohung, seine Truppen in diesem Falle in Süddeutschland einmarschieren zu lassen. Während sich die Arbeiter standhaft weigerten, den Aufforderungen der rechten USPD-Führer zu folgen und die Entente gegen die Reichswehr zu Hilfe zu rufen, nahmen die deutschen Imperialisten diese Drohung hin und ließen die Reichswehr los. Darauf erfolgte die Besetzung der Städte Frankfurt, Homburg, Darmstadt und Dieburg durch französisches Militär.

 Nach dem Muster aller konterrevolutionären Armeen nahmen die weißen Garden mit unbeschreiblicher Grausamkeit an den Arbeitern Rache für die erlittenen Niederlagen. Legalisiert wurde ihr blindwütiges Morden durch einen Geheimbefehl Watters vom 11. Juli 1919, der auch damals seine Gültigkeit behielt. Es heißt darin: "Im Einvernehmen mit dem Reichskommissar Severing sind entstehende Unruhen unter rücksichtsloser Anwendung von Waffengewalt niederzuschlagen ... Im Kampf ist jeder, der mit der Waffe in der Hand am Kampfe gegen die Regierungstruppen teilnimmt zu erschießen. Desgleichen ist jede Person zu erschießen, der in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Kampf die Teilnahme am Kampf mit der Waffe nachgewiesen werden kann."(118)

 Dazu einige Beispiele: In Pelkum lagen Rotarmisten unter Führung eines Matrosen. Am 1. April wurden sie von Soldaten des Generals von Epp von Norden und Süden gleichzeitig mit Unterstützung von Panzerwagen, Flugzeugen und schwerer Artillerie überfallen. Ihre Verluste waren sehr groß: 200 Rotarmisten kamen ums Leben. Nur drei Tote gab es auf seiten der Reichswehrsoldaten. Dieses Zahlenverhältnis zeigt eindeutig, dass diese Rotarmisten nicht im Kampf gefallen sind.

 Ernst berichtet: "Beim Einmarsch in Hamm wurden Arbeiter sofort verhaftet und ohne ordnungsmäßiges Verfahren erschossen. In dem Vorgehen der Truppen lag Methode. Wenn sie einen Ort besetzten, blieb am ersten Tage des Einmarsches alles ruhig. Ja, selbst die Militärkapellen ließ man auf den Marktplätzen musizieren. Am zweiten Tage begannen plötzlich die Verhaftungen und Erschießungen."(119) Wer mit der Waffe angetroffen wurde, war von vornherein der Kugel verfallen. Aber auch viele Arbeiter, die die Waffen niedergelegt hatten, ja selbst völlig unbeteiligte, wurden ohne Verhandlungen, auf einfache Denunziationen hin, erschossen. "Man darf annehmen, dass die ohne Vernehmung Erschossenen in die Hunderte gehen."(120) Selbst vor Frauen und Mädchen machte die Soldateska nicht halt. Über ihre Kampfmoral gibt ein Brief Auskunft, den wir im Anhang wiedergeben.(121)

 Zwischen Sozialdemokraten, Kommunisten, Parteilosen wurde von der Reichswehr kein Unterschied gemacht. "Das Treiben war derartig, dass selbst bürgerliche Kreise und rechtssozialistische Führer schärfsten Protest gegen dieses Wüten erhoben."(122)

 Obwohl bekannt war, dass die Reichswehrleute nicht daran dachten, sich an die Zusicherung der Regierung zu halten, versuchte der damalige Oberbürgermeister von Köln, Konrad Adenauer, 2.000 ins besetzte Gebiet geflüchtete Rotarmisten wieder ins Ruhrgebiet abzuschieben, um sie so der mordlüsternen Soldateska auszuliefern.

 Der weiße Terror nahm derart überhand, dass sogar Watter sich gezwungen sah, am 12. April in einem Befehl dagegen einzuschreiten und seine Leute zur Mäßigung zu mahnen, obwohl, wie er sagte, "hiermit von dem einzelnen oft schier Unmenschliches verlangt wird"(!). (123)

 Severing, der die Gewalttätigkeiten der Regierungstruppen mit den Worten "inter arma silent leges"(124) (zwischen den Waffen schweigen die Gesetze) zu rechtfertigen sucht, zieht die Bilanz der Kämpfe und beziffert die Zahl der Toten - sicher viel zu niedrig - auf rund 1.000. Er lässt sich die Gelegenheit nicht entgehen, dabei der Bourgeoisie seine Dienstfertigkeit zu beweisen: "Und doch empfinde ich trotz allem eine stille Genugtuung bei dieser traurigen Bilanz: Die Schächte und Werksanlagen standen nach dem Kampfe unversehrt! ... Die Arbeit eines Jahres war also doch nicht ganz vergeblich gewesen."(125) Die Belohnung dafür hatte er in Form eines Ministersessels schon erhalten. - Die Ruhrarbeiter behielten ihn als ihren Schlächter in Erinnerung.

 Unter den geschilderten Verhältnissen war ein geordneter Rückzug der Roten Armee nicht mehr möglich. Die Einheiten lösten sich voneinander und strömten ungeordnet nach Süden. Mit dem Übertritt der letzten roten Soldaten ins Gebiet südlich der Ruhr hatte die Rote Armee aufgehört zu bestehen. Einer der heroischsten Abschnitte der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung hatte seinen Abschluss gefunden.

 Aber mit der Auflösung der Roten Armee war der Kampf der Ruhrarbeiter gegen Imperialismus und Militarismus nicht zu Ende. Der Mut und die Zuversicht der Arbeiter waren durch die militärische Niederlage nicht gebrochen. Am 8. April beschloss eine Vollversammlung der Vollzugsräte und Aktionsausschüsse des Industriegebietes in Barmen: "Trotz aller Verfolgungen, trotz der überaus ernsten und schwierigen Situation im Ruhrbergbau geloben die Versammelten, mit allen Kräften den politischen Kampf gegen jede Reaktion weiterzuführen, mit proletarischem Mut alle Kräfte zu organisieren, um somit die Militärdiktatur in Rheinland und Westfalen und ganz Deutschland zu beseitigen. Der Zentralrat erhielt von der Delegiertenversammlung die Ermächtigung, den Fortgang des Kampfes zu organisieren."(126) Schon am 18. April berief die KPD eine Konferenz zur Auswertung des Kampfes und zur Organisierung neuer Kämpfe nach Barmen ein.

 Die Kämpfe der Ruhrarbeiter in der Folgezeit, besonders während der Ruhrbesetzung 1923, zeigten, dass Mut und Kraft des Proletariats auch durch schärfsten Terror der Militaristen nicht auf lange Zeit zu unterdrücken sind.


Ein Auszug: Otto Hennicke: Die Rote Ruhrarmee. Verlag des Ministeriums für Nationale Verteidigung, Berlin 1956.

Anmerkungen
84) Dr. Wulp, Reichszentrale für Heimatdienst, zitiert bei Colm, a. a. O., S. 120.
85) Ernst, a. a. O., S. 43.
86) Ebenda, S. 44.
87) Ebenda, S. 52.
88) Colm, a. a. O., S. 119.
89) Spethmann, a. a. O., S. 120/121.
90) E. J. Gumbel, Vier Jahre politischer Mord, Berlin 1922, S. 62.
91) Severing, 1919-1920 im Wetter- und Watterwinkel, a. a. O., S. 182/183.
92) Die Stellung der KPD ..., a. a. O., S. 492.
93) Ebenda, S. 500/501.
94) Ebenda.
95) Ebenda, S. 496.
96) ebenda, S. 499.
97) Vergleiche Düwell, a. a. O., S. 24.
98) Spethmann, a. a. O., S. 161.
99) Ebenda, S. 150.
100) Ebenda, S. 200.
101) Severing, 1919-1920 im Wetter- und Watterwinkel, a. a. O., 189 und 191.
102) Ebenda, S. 190.
103) Severing, Mein Lebensweg, a. a. O., S. 268.
104) Colm, a. a. O., S. 130.
105) Die Stellung der KPD ..., a. a. O., S. 520/521.
106) Ebenda, S. 521.
107) Ebenda, S. 520.
108) Düwell, a. a. O., S. 29.
109) "Spartakus", Nr. 58, zitiert bei Colm, a. a. O., S. 129.
110) Düwell, a. a. O., S. 28.
111) Severing, 1919-1920 im Wetter- und Watterwinkel, a. a. O., S. 191.
112) Watter, Die Bedeutung der Freikorps, in: Hans Roden, Deutsche Soldaten, a. a. O., S. 77.
113) Lüttwitz, Im Kampf gegen die Novemberrevolution, Berlin 1934, S. 138.
114) Severing, 1919-1920 im Wetter- und Watterwinkel, a. a. O., S. 230.
115) Spethmann, a. a. O., S. 204.
116) Bericht des Staatskommissars ... vom 11. März 1920, a. a. O., S. 243.
117) H. Allen, Die Besetzung des Rheinlandes, 1927, S. 142.
118) Brauer, a. a. O., S. 20.
119) Ernst, a. a. O., 64/65.
120) Severing, 1919-1920 im Wetter- und Watterwinkel, a. a. O., S. 210.
121) Siehe S. 113.
122) Ernst, a. a. O., S. 81.
123) Severing, 1919-1920 im Wetter- und Watterwinkel, a. a. O., S. 211/212.
124) Ebenda, S. 207.
125) Ebenda, S. 231.
126) Spethmann, a. a. O., S. 207.


In Folge: Die Ursachen für die Niederlage des Ruhrproletariats. Einige Lehren aus dem Kampf der Roten Ruhrarmee. Dokumente und Berichte.
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bereitgestellt, Reinhold Schramm



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