150 Jahre "Das Kapital" - Der tendenzielle Fall der Akkumulationsrate

17.02.17
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Von Rüdiger Wilke

Der erste Band 'Das Kapital - Kritik der politischen Ökonomie' von Karl Marx erscheint in erster Auflage im Jahr 1867. Er endet mit dem Thema der kapitalistischen Akkumulation. Damit ist die hierarchische Spitze aller systemischen Funktionen in dieser Produktionsweise angesprochen.

Für ein anhaltendes Gleichgewicht zwischen Arbeitsangebot und Kapitalakkumulation unterstellt das Populations-gesetz der klassischen Politischen Ökonomie bei Thomas Malthus und David Ricardo eine Angebotselastizität der Arbeitskraft, die es im erforderlichen Ausmaß so nicht geben kann. Die Ausstattung der Ökonomie mit Produktionsanlagen richtet sich nicht nach dem Bedarf der Gesamtbevölkerung, sondern umgekehrt muss der beschäftigte Teil der Arbeitswilligen dem Bedarf nach erweiterter oder eben rückläufiger Akkumulation des Kapitals angepasst werden (MEW 23, 666).

Adam Smith kannte noch keinen industriellen Kapitalismus. Er betrachtet die Manufaktur und stellt die Akkumulation des Kapitals mehrfach als Zuwachs an variablem Kapital, als Erhöhung des Lohnfonds dar 1.

Damit ist die Akkumulation von der Zunahme der gesellschaftlichen Arbeitsvermögens abhängig. Marx kritisiert diesen Mangel bei Adam Smith (MEW 23, 615 und 650). Industrielle Produktion verlangt ebenfalls und mit steigendem Anteil die Zunahme an konstantem Kapital. Nur beide kombiniert bilden das fungierende Kapital. Kann sich umgekehrt die Akkumulation ohne Zunahme an Arbeitsvermögen vollziehen, allein dadurch, dass ein konstantes Arbeitsvolumen immer mehr, vorzugsweise fixe, Kapitalgüter herstellt ? Auch dieses entgegengesetzte Extrem ist unmöglich. Marx schreibt über das Wachstum der Arbeiterbevölkerung als Teil des Wachstums der Bevölkerung: "Soll die Akkumulation ein stetiger, fortlaufender Prozeß sein, so dies absolute Wachstum der Bevölkerung (obgleich sie relativ gegen das angewandte Kapital abnimmt) Bedingung. Vermehrung der Bevölkerung erscheint als Grundlage der Akkumulation als eines stetigen Prozesses." (MEW 26.2, 478).

Auch Keynes registriert: "The ultimate quantity of value will not increase indefinitely, relatively to the quantity of labour employed, as the processes adopted become more and more roundabout, even if their physical efficiency is still increasing." 2 Otto Bauer zeigt Zuversicht, dass ein Angebotsüberschuss an Arbeitskraft über die Stationen Lohnsenkung, Steigen der Mehrwertrate und so wieder anziehender Akkumulation "eine periodisch wiederkehrende, aber immer nur vorübergehende Phase des industriellen Zyklus" (Bauer 1913) sei. Joan Robinson verlässt sich auf ein Technologie-Spektrum, so dass sich der Kapitaleinsatz der Wachstumsrate der Arbeitsbevölkerung anpasst (Robinson 1972, 142). Der Nobelpreisträger Robert Lucas stellt sich vor, dass Änderungen im Lohnsatz auch eine intertemporale Reallokation des Arbeitsangebots bewirken. Sinkt der Lohn in der konjunkturellen Krise, so nimmt der Arbeitskraftbesitzer sein Angebot zurück, weil er lieber erst wieder im Aufschwung zu höherem Lohn arbeitet (Lucas / Rapping 1969). Durch diese Reaktion wird also auch die Arbeitslosigkeit freiwillig.

In der Ökonomik werden immer die gleichen Argumentationsmuster wiederholt. Im Beispiel entspricht es dem des spekulativen Geldbesitzers, der sich bei Investitionen vornehm zurück hält, wenn der Zins momentan niedrig steht und daher in der Zukunft ein wieder höheres Niveau erwartet wird. Bei Keynes also die Liquiditätsfalle der Investition (Keynes 1936, Kap 15.2).

Tatsächlich ist mit kurzfristig inverser Angebotsreaktion auf Lohnsenkung zu rechnen: der Neuklassiker übersieht, dass die Bedürftigkeit des Arbeitskraftbesitzers mit seiner Lebenszeit und nicht erst mit seiner Arbeitszeit entsteht. Also  wird versucht, ein geringes Lohnniveau mit einer Ausweitung des Arbeitsangebotes zu kompensieren. Ein Minijob alleine reicht nicht.

Wie auch die Formationen vor dem Kapitalismus generiert die Kapitalslogik viele überflüssige Menschen, was wiederum den Vorteil bietet, dass die Konkurrenz zwischen den Anbietern der Ware Arbeitskraft verschärft ist. Besonders beliebt ist der völlig rechtlose illegale Migrant 3.

I. Varianten der Kapitalismuskritik

Kapitalismuskritik gab es vor und gibt es ohne Marx. Man schimpft auf "das System" und personalisiert dieses sofort als "das Establishment". Damit ist der methodische Individualismus aus der bürgerlichen Ideologie übernommen. Wer dem Wirtschaftssubjekt Autonomiereste zuschreibt, ersetzt Sozialwissenschaft durch Ethik. Die Kapitalkritik degeneriert zur Kapitalistenkritik und der Konsument wird systemneutral zur Vermeidung und Behebung von allerlei Schäden durch sein Ausgabegebaren aufgerufen. Wer seine ethischen Maximen um das Kapitalverhältnis herum konstruiert, betreibt nicht dessen Kritik, sondern dessen Affirmation. Das Verständnis von Ökonomie beginnt fälschlich bei der Verwandlung von Geld in Ware, der Konkretisierung einer Abstraktion. Dieses Paradigma der Zirkulation, die Einbahnstraße vom Subjekt zur Substanz 4, wird in allen Fragen des Wirtschaftens beibehalten. Gewiss funktioniert Kapital nicht ohne Kapitalisten. Indes schreibt die Selbstbezüglichkeit des Geldes dem geldbesitzenden Subjekt seine Logik vor, innerhalb derer es die Möglichkeiten herausfinden muss, die Kapitalform des Wertes zu erfüllen. Darin wird die Kreativität des Unternehmers verlangt, diese kann sich aber nicht erstrecken auf den Entschluss, auf die Akkumulation des abstrakten Reichtums zu verzichten. Beide Intentionen sind in modernen Konzernen auch institutionell getrennt zwischen der (sog. "finanzmarktgetriebenen") Aufsicht und dem Management.

Die späten Schüler des Pierre Joseph Proudhon - in der Traditionslinie Silvio Gesell und John Maynard Keynes - verwechseln Kapitalismus mit Warenproduktion. Sie unterstellen dieser Produktionsweise eine Rationalität, der diese nicht genügen kann. Man stelle sich eine Ökonomie aus lauter Kleinbürgern vor, die im wesentlichen ihre Arbeitsleistungen gegeneinander tauschen. Sie streben nicht nach Akkumulation ihres Kapitals und beschäftigen keine Lohnabhängigen, sondern kooperieren nur mit ihresgleichen. Die erbrachte Arbeitsleistung hängt dann nicht vom Verwertungsanspruch eines Kapitals, sondern direkt vom Bedarf und der Anzahl der Kleinproduzenten ab. In dieser Fiktion müssen sachliche Vorleistungen komplett übersehen werden. Gäbe es diese - also Rohstoffe, Produktionsmittel, Vorprodukte - so müssten Prozesse mit hohen Sachkosten anders beurteilt werden können, als solche mit geringen Sachkosten. Der Blick auf die unmittelbare Arbeitsleistung, aber auch eine schlichte Addition vergangener und aktueller Arbeitsmengen, genügen dann nicht mehr. Das Regulativ der Kapitalrendite stellt, wenn auch in recht unzulänglicher Weise, immerhin die Kommensurabilität zwischen Sach- und Personalaufwand - also toter und lebendiger Arbeit - sowie ihrer divergierenden zeitlichen Verteilung in der Beurteilung von Produktionsprozessen her. Das einzige Regulativ, das überhaupt die Konstitution von Gesamtwirtschaft ermöglichen soll, der ungeliebte Geldzins, wird aus der kapitalistischen Regulation unbekümmert heraus operiert in der irrigen Erwartung, Ökonomie sehe dann ihrer Gesundung entgegen, wenn dieses verwerfliche Erwerbsmotiv unmöglich oder sogar als negativer Zins zur Strafe  geworden ist. Die Sicht des petit bourgeois reicht eben nicht bis zur Gesamtwirtschaft.

Nach dem heftigen Entwertungsschub bei den asset prices 2006 bis 2008 stellten sich auch systemkonforme Beteiligte die Frage, ob sie tatsächlich in der besten aller möglichen Welten operieren. In einem nachfolgenden Deutungsversuch dieser Vorgänge schreibt der Fondmanager Simon Savage im AIMA Journal über harte und weiche Faktoren: "Hard factors relate to the ‘natural’ dispersion arising from micro inputs to stock performance, such as corporate structure, quality of management, business mix, input costs, geographic exposure and balance-sheet strength. Soft factors are concerned with investor behaviour, including cyclical preferences for growth and value stocks, ‘herding’ and emotional trading borne of fear and greed." (Savage 2012, 24).  Analoges findet sich bei Andrew W. Lo (Lo 2008,  14). Wenn dies der Stand der Sozialwissenschaft sein soll, ist man etwa so weit wie eine schlichte moralische Auskunft von vor über 2000 Jahren bereits verkündete: "Denn Habsucht ist eine Wurzel alles Übels" (1. Brief des Paulus an Timotheus, 6.10). Mit einem zielsicheren Griff in den Wertehimmel sind alle Vorkommnisse schnell und bequem be- bzw. verurteilt. Werte sind kein Substitut für präskriptives Wissen 5.

Das andere Extrem anerkennt einen systemischen Zusammenhang, spielt aber das System gegen die Individuen aus. Bei Niklas Luhmann stehen Menschen außerhalb des Systems, sie gehören seiner Umwelt an (Luhman 1997, 30). Louis Althusser gesteht Subjekten nur eine Existenz innerhalb von Ideologie zu 6. In der Philosophie entdeckt er den "Prozess ohne Subjekt" (Althusser 1974, 65). Beide sind dadurch vor einem Engagement im Ethikboom bewahrt. Zwar lässt sich Kapitalismus als Religion deuten (Benjamin 1991), die Vorstellung einer systemischen Verselbständigung darf dabei allerdings nicht bis zu einem derartigen Riss zwischen dem System und den durch dieses präformierten Subjekten getrieben werden, dass es überhaupt keine menschliche Zuständigkeit mehr gibt. Sozialwissenschaft sollte von Mathematik, aber auch von Theologie unterscheidbar bleiben.

Die liberale Ideologie verspricht die Funktionstüchtigkeit von Gesamtwirtschaft allein aus den mikroökonomisch anwendbaren Regulativen heraus. Wer einsieht, dass der Privatsektor eine Reihe von gesellschaftlichen Aufgaben unerledigt lässt, möchte die gesamtwirtschaftliche Reproduktion vorsichtshalber mit staatswirtschaftlichen Maßnahmen ergänzen: "Mehr Straßen für mehr Autos" (Helmut Schmidt) oder mehr Ladestationen für mehr Elektro-Mobilität oder mehr Infrastruktur für mehr Digitalisierung.

Früher war selbst der bürgerlichen Ökonomik - dem Ordoliberalismus - geläufig, dass die Kapitalkonkurrenz Bedingung für die Tendenz in Richtung einer allgemeinen Profitrate ist. Wenn man inzwischen einzelwirtschaftliche Profite überhaupt verteidigt, so ist das einzige Regulativ zur Konstitution von Gesamtwirtschaft auch noch aufgegeben. Das nämliche gilt für die Flexibilisierung der Lohnzahlung bzw. Öffnungsklauseln in den Tarifverträgen: so wie ein Bankrott durch stets ausgeweitete Kreditgewährung verschleiert wird, so kann auch das tilgungsfreie Darlehen der Lohnempfänger an "ihre" Firma das negative Markturteil kompensieren. Der Besitzer der Ware Arbeitskraft ist dann nicht nur Risikonehmer hinsichtlich dieser Ware, sondern er übernimmt auch noch das spezifische Risiko des Kapitals. Das Regulativ Profitrate erhält so zusätzliche Elastizität in den Lohnbereich hinein.

II. Konkreter oder abstrakter Reichtum

Der Vorgänger des Kapitals ist das Grundeigentum. Seinem Eigentümer fließen Erträge als Arbeits- , Produkt- oder Geldrente zu. Diese haben dabei keine qualitative Ähnlichkeit mit ihrer Quelle, dem bewirtschafteten Boden. Anders beim Kapital. Hier zählen die Erträge nicht als hergestellte Artikel, sondern als deren Metamorphose zu Geld. Indem dieses zur Hauptsumme geschlagen wird, kann der Ertrag selbst wieder zur Quelle künftiger Erträge werden.

Wozu ist das Kapital da ? Es ist nicht dazu da, diverse Arten von Einkommen zu generieren oder Gebrauchswerte herzustellen oder Arbeitsplätze zu schaffen oder den technischen Fortschritt zu bewerkstelligen. Das Kapital ist für sich selbst da - es muss akkumulieren. Alle anderen Funktionen - wünschenswert oder schädlich - sind dem nachgeordnet und müssen dieser erstrangigen Logik der Selbstvermehrung zuarbeiten.

Abb. 1: Hierarchie der Instanzen und Regulative

 

 

Personen können kommunizieren und sich geschäftlich einigen in der Rolle von Kontrahenten. Ihr Gemeinsames ist der Gegenstand des Austauschs: die Ware. Den Waren ist gemeinsam, dass sie als preisbestimmte sich auf Geld beziehen können müssen. Was die Zu- und Abflüsse von Geld anlangt, muss pro Person die Bedingung erfüllt sein, dass die Ausgaben die Einnahmen nicht übersteigen. Für Geschäftsleute gilt: Umsatz größer Kosten ! Dabei vermehrt sich aber nicht Geld, sondern Kapital durch seine Metamorphosen hindurch. Viele Kapitale beziehen sich dadurch aufeinander, dass sie ihre Profitraten aneinander zu messen haben. Ein anderes Verfahren, die gesellschaftliche Produktion zu regeln, bietet das Kapitalverhältnis nicht. Damit dabei neue Geschäftsfelder entstehen können oder die Branchenproportionen neu geregelt werden, muss neues Kapital als Kredit bereitgestellt werden. Alle Produktion, nicht nur  fremdfinanzierte, muss sich am Kreditzins messen. Fungierendes Kapital darf sich nicht geringer als Leihkapital verzinsen. Mit dem Kreditzins ist das einzige gesamtwirtschaftliche Regulativ der kapitalistischen Produktionsweise erreicht 7.

Dies heißt nicht, dass in der 'Markthierarchie' der Monetär- und Finanzkeynesianer sich zunächst ein Zinssatz bestimmen ließe, der als Vorgabe für Faktor- und Gütermärkte fungierte. Der Schwanz wedelt nicht mit dem Hund. Der Geldzins muss der schwächelnden Akkumulationsrate im zyklenübergreifenden Trend nach unten folgen.

Das Kapital ist nicht Generator des technischen Fortschritts, sondern dessen Restriktion. Im übrigen ergibt sich Produktivität nicht unmittelbar aus der Intention, die Profitabiltät des Kapitals zu erhöhen. Dass die gesundheits- und umweltschädliche Produktion in Süd- und Ostasien stattfindet, hat nicht den Grund der dortigen höheren Produktivität gegenüber der Metropole, sondern den der extremen Verbilligung der Ware Arbeitskraft in diesen Regionen.

Da die ökologische Belastbarkeit dieses Globus längst überschritten ist, erscheint das Streben nach Profitabilität nicht mehr als Produktivität, sondern als Destruktivität. Marx schreibt bereits im ersten Band: "Die kapitalistische Produktion entwickelt daher nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springquellen allen Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter." (MEW 23, 529)

Eine solche Formulierung darf inzwischen auf breite Zustimmung hoffen. Werden aber auch alle Vermittlungsschritte verstanden, oder  bleibt derart alle Weltverbesserung unvermittelt an der Offenkundigkeit der Symptome kleben ? Dem Positivisten zerfällt die natürliche und die soziale Welt in Einzelfakten. Generalisierung ist ihm nur als Abstraktion vorstellbar. Jedoch werden Einzelheiten erst in ihrer Totalisierung konkret.

Was also macht demgegenüber die differentia specifica einer "Kritik der politischen Ökonomie" aus ?  Hier dürfen Narration und kategoriale Entwicklung nicht nach Gusto durcheinander gehen, sondern sie werden aufeinander bezogen. Marx schreibt: "Andrerseits ... zeigt unsre Methode die Punkte, wo die historische Betrachtung hereintreten muß" (MEW 42, 372). Dabei handelt es sich um die "Kritik der ökonomischen Kategorien" oder "das System der bürgerlichen Ökonomie kritisch dargestellt. Es ist zugleich Darstellung  des Systems und durch die Darstellung Kritik desselben." 8 Nach Friedrich Engels geht es um die "systematische Zusammenfassung des gesamten Komplexes der ökonomischen Wissenschaft" (MEW 13, 472).

Als sich im deutschen Idealismus der Systembegriff herausbildet, wird 'Aggregat' zu dessen Gegenbegriff 9. Auch in Kants 'Kritik der reinen Vernunft' soll das System Vollständigkeit gewährleisten. Allerdings verfällt er bei der Suche nach einem obersten Grundsatz aller analytischen Urteile auf das Prinzip der Widerspruchsfreiheit 10.

Wäre Widerspruchsfreiheit Eigenschaft des bürgerlichen Systems, ließe es sich womöglich als Gleichungssystem darstellen. Zu einem inkonsistenten System kann es aber keine konsistente Theorie geben. Diese müsste das Prozessverständnis verstellen. Der Widerspruch muss in die Theorie aufgenommen werden 11.

Keynes ist mit der Frage System versus Aggregat nicht befasst. Er bildet die "aggregate demand" als Summe aus privaten Investitionen, Konsum und Staatsausgaben. Staatsausgaben sollen ggfs. den Mangel an  privater Investition kompensieren (Keynes 1936, Kap. 8.3). Explizit kommentiert er die erste Great Depression wie folgt: "It is in determining the volume, not the direction, of actual employment that the existing system has broken down." (Keynes 1936, Kap. 24.3). Als bloße Summation existiert somit Gesamtwirtschaft lediglich in der volkswirtschaftlichen Statistik. Weshalb soll man dasjenige, was man doch schon messen kann, auch noch begreifen ?

Die Kategorien der Ökonomie werden als ewige und systemübergreifende missverstanden. Sie hätten dann keine Geschichte, und es gäbe nicht die Aufgabe, die Konstitution einer Produktionsweise zu verstehen. Das agent-based modelling in der Ökonomik versucht, Prozesse als Zustandsabfolge zu demonstrieren. Die Logik ihrer Dynamik bleibt so unbegriffen. Dieser Mangel korrespondiert mit dem Unvermögen bzw. der Unwilligkeit in der Neoklassik, die Wertsubstanz korrekt zu bestimmen. Dem monetaristischen Dogma zufolge ist der private Sektor in sich stabil. So ergibt sich Modelldynamik lediglich aus exogenen Störgrößen. Der Anspruch auf Explikation ist damit preisgegeben.

Die Kritik der politischen Ökonomie soll kein deterministisches Modell liefern. Es ist auch nicht ihre Aufgabe, sich an der Verbesserung von Prognosemodellen zu beteiligen. Sie beansprucht, Explanandum und Explanans aus dem Gegenstand heraus zu unterscheiden und deren wesentliche und absolute Verhältnisse zu klären. Also darf der Gegenstand nicht mit einem fertigen Schema von außen überfallen werden, sondern die Herausforderung besteht darin, seine immanente Logik sprachlich nachzuvollziehen. Ein Trend lässt sich beobachten, eine Tendenz muss verstanden werden. Sie ist dessen Explanans (Adorno 2008, 43). Dass die Statistik eine Tendenz bestätigt, kommt nicht aus der Statistik, sondern aus der relevanten Theorie.

Wenn man aus der Zeitreihe "Net capital stock" im Zeitraum 1991 - 2016 (ameco 2016) das Inkrement in Prozenten abbildet, ergibt sich ein Trend von 2.5 % auf 1 %. In diesem Zeitabschnitt macht sich der signifikante Absturz von 2008 bemerkbar:

 

Abb. 2: Zeitreihe Akkumulationsrate

Marx schreibt: "Der Wert tritt als Subjekt auf" (MEW 42, 231). Später heißt es, die Ware sei Subjekt, nicht Wert oder Tauschwert (MEW 19, 358). Eine Inkonsistenz ? Anders als das Beschreiben geht das Begreifen über die Subjektivität des Gegenstands. Adornos Hinweis, das Hegelsche Subjekt-Objekt sei Subjekt (Adorno 2003, 261), ist kein Vorwurf. Das Nicht-Identische der Ökonomie ist der Gebrauchswert. Dieser zeigt seine Widerspenstigkeit auch auf deren höchster Ebene, der Gesamtwirtschaft. Dass die Formen der abstrakten Arbeit der konkreten ihre Logik vorschreiben müssen, dies aber nicht können, ist ein Konflikt, der nicht gelöst, sondern immer schmerzhafter wird. Die doppelte Negation setzt am verkehrten Pol an. Die Kapitalslogik führt den Anspruch auf einen unendlichen Progress mit sich. Sie kann keine sachlichen oder personellen Grenzen akzeptieren. Die Suche und Mobilisierung von Verwertungsreserven wird immer verzweifelter und rabiater.

 

 

III. Destruktive Verwertung

 

Die hohe Produktivität der metropolitanen Ökonomien ist auch deren Problem: die Akkumulation kommt zustande aus der Bewegung zur Erhöhung der Produktivität, nicht aus einem bereits erreichten hohen Niveau. Gesellschaften, die ihre Ökonomie der Kapitalform des Werts unterwerfen, sind darauf angewiesen, dass diese Bewegung zur Produktivitätserhöhung stets fortgesetzt wird. Deren Möglichkeit ist jedoch immer weiter eingeschränkt in dem Maße, wie diese Bewegung bereits erfolgte. Der gleiche Faktor der Produktivitätserhöhung bewirkt angewendet auf einen bereits reduzierten Anteil der lebendigen Arbeit einen entsprechend nur geringeren Verbilligungseffekt pro Produkt. Marx schreibt von dem  "Gesetz, daß der Mehrwert nicht aus den Arbeitskräften entspringt, welche der Kapitalist durch die Maschine ersetzt hat, sondern umgekehrt aus den Arbeitskräften, welche er an ihr beschäftigt" (MEW 23, 429). An dieser Stelle zeigt Marx den immanenten Widerspruch auf, dass der Maschinenbetrieb die Produktivität der Arbeit nur durch eine Vergrößerung der Mehrarbeit auf Kosten der notwendigen Arbeit steigert, indem er die Anzahl der von einem gegebenen Kapital beschäftigten Arbeiter verringert.

Die Akkumulation muss sich in einem vergrößerten Volumen an konstantem Kapital darstellen. Diese Vergrößerung ist zugleich die relative Verringerung der zugeordneten lebendigen Arbeit. Wenn die Ausdehnung der Produktion von Anlagen und Vorleistungen im Zuge der Produktivitätssteigerung nicht ausreicht, die Gesamtbeschäftigung entgegen der angestrebten Arbeitseinsparung zu erhalten oder auszudehnen, fehlt die substantielle Grundlage für den akku-mulierbaren Zuwachs. Das gemeinsame Interesse von Arbeitern und Kapitalisten an der Akkumulation des Kapitals, das sozialdemokratische Ideal aus dem fordistischen Boom der Nachkriegsjahre, lässt sich nicht mehr einlösen.

Herstellungsprozesse lassen sich weitgehend reduzieren auf die Dimensionen Motorik, Kybernetik und Sensorik. In diesen Dimensionen werden intelligente Apparate gezüchtet, die dem lebendigen Arbeiter überlegen sind. Dies wird sich auch auf komplexere Entscheidungen erstrecken. Es ist zu erwarten, dass die anstehenden Schritte in Richtung Vollautomatisierung - Industrie 4.0 - exakt diese Figur vorführen: Zunächst ergeben sich Verdienstmöglichkeiten in der Vorbereitung und Installation. Dann erfolgen die nötigen Umstellungen in den Betrieben. Schließlich wird die lebendige Arbeit durch Automaten substituiert und die Beschäftigung geht per Saldo zurück. Die Ertragsformel - Umsatz minus Kosten - wird auch erfüllt mit Kostensenkung ohne Umsatzerweiterung. Dann fällt es schwer, den unmittelbaren Produzenten zu erläutern, dass ihr Lebensstandard sinkt, weil die Produktivität erhöht ist.

Analog verhält es sich mit der Hoffnung der Peripherie, aus der Metropole mit direct foreign investment versorgt zu werden. Deren momentaner Kapitalexport in die Peripherie soll Technologie bereitstellen und Beschäftigung, also auch lokale Einkommen, generieren. Angesichts der Statistik fragt man mit Erstaunen: "Why does capital flow from poor to rich countries?” (Lucas 1990). Dass der Investor mehr Geld wieder sehen möchte, als er vorgeschossen hat, ist keine so neue Maxime. Für einen positiven Nettozufluß an "Kapital" müsste die Masse an anfänglichen Investitionen beständig vermehrt werden 12. Die Hoffnung darauf ist indes vergeblich: der materielle Reproduktionszusammenhang wird nicht von der Bedürftigkeit der Bevölkerung induziert, sondern von den Erwartungen der Kapitalreproduktion dirigiert. Die Produktion der Peripherie bleibt Moment der metropolitanen Reproduktion, die Produkte der Peripherie werden in der Metropole verkauft und die erzielten Überschüsse verbleiben dort. Die lokalen Eliten ziehen es daher vor, ihren Anteil an der Beute ebenfalls in das metropolitane Kapital einzuspeisen. Das natürliche Bewusstsein schaut auf die Bedürftigkeit und auf die technologischen Optionen. Beide sollen organisatorisch zusammen gebracht werden. Dabei wird die Bedingung der Zunahme an abstraktem Reichtum innerhalb eines spezifisch kapitalistischen Reproduktionszusammenhangs ignoriert. Die Peripherie bleibt spezialisierter Lieferant. Außerhalb einer fragilen Kartellierung - das der OPEC über wenige Dezennien hindurch - bleibt die Preiskonkurrenz bestehen und das Wohlergehen ganzer Länder von der Konjunktur der Metropole abhängig.

Gegen das von dort vorgegebene globale Produktivitätsniveau ließen sich lokale Industrien nur unter drei Bedingungen etablieren: Erstens muss eine Wirtschaftsgrenze so gestaltet werden, dass sie vom Technologievorsprung der metropolitanen Konkurrenz nicht via Kredit einfach übersprungen werden kann. Zweitens muss die Region hinreichend groß genug sein, so dass überhaupt eine interne Arbeitsteilung mit den erforderlichen Skaleneffekten möglich wird. Drittens müssen die gesellschaftlichen Reproduktionskosten der Arbeitskraft konsequent niedrig gehalten werden. Sich derart aus der Weltordnung des Imperialismus selbst heraus zu brechen ist historisch nur in der Sowjetunion und später in der Volksrepublik China gelungen. Es handelt sich dabei um gewaltsam durchgesetzte nationale Entwicklungsprojekte. Ihre propagandistische Selbstdarstellung, inklusive suggerierter Ambitionen in Richtung auf eine nachkapitalistische Sozialordnung, sind für das Verständnis dieser Entwicklung wenig erhellend. Der tief sitzende staatswirtschaftliche Glaube verwandelt die soziale Frage immer wieder in eine nationale Frage.

Indem die Statistik vom Sozialprodukt auf das Inlandsprodukt umgestellt wurde, erspart man sich das Herausrechnen der im Inland erzielten Einkünfte von Ausländern. Die Disparitäten zwischen den Ländergruppen fallen nach dem BIP geringer aus als nach dem vormaligen BSP. Indes schaut man damit auf die falsche Kenngröße: Masse bzw. Zuwachs an deflationierter Gebrauchswertmenge ist kein Indikator für die erfolgreiche Akkumulation von fungierendem Kapital. Anders wäre die Zunahme des privaten oder öffentlichen Konsums auch bereits ein Beitrag zur wirtschaftlichen Prosperität. Diese Komponenten können nur temporäre Effekte zeitigen, die sich nicht unabhängig von einer beschleunigten Kapitalbildung wiederholen lassen. Der gesamtwirtschaftliche Gebrauchswertzusammenhang muss alle Kreisläufe der Einzelkapitale akkumulativ zusammenfügen. Damit bekommt die Gesamtwirtschaft das letzte Wort bei der Bestimmung der Wertgröße.

Die Produktion muss dem Verbrauch vorausgehen, sie wird nur ausnahmsweise von ihm vorfinanziert. Also muss sich künftige Nachfrage mit dem Kredit antizipieren lassen. Marx schreibt: "Es erledigt sich damit auch die abgeschmackte Frage, ob die kapitalistische Produktion in ihrem jetzigen Umfang ohne das Kreditwesen (selbst nur von  d i e s e m  Standpunkt betrachtet) möglich wäre, d.h. mit bloß metallischer Zirkulation. Es ist dies offenbar nicht der Fall. Sie hätte vielmehr Schranken gefunden an dem Umfang der Edelmetallproduktion. Andererseits muß man sich keine mystischen Vorstellungen machen über die produktive Kraft des Kreditwesens, soweit es Geldkapital zur Verfügung stellt oder flüssig macht." (MEW 24, 347)

Innerhalb der Kapitalslogik kann sich die Wertgröße nicht von der Wertsubstanz emanzipieren. Profite, die weder konsumiert, noch in fungierendes Kapital investiert werden, verharren im Finanzsektor und tragen zur Wertbildung nicht bei. Die Akkumulation von fiktivem Kapital kann diejenige des fungierenden Kapitals nicht ersetzen. Werte, die nicht erzeugt werden, können auch nicht angeeignet werden. Darüber kann die Verschuldung nur temporär hinweg täuschen. Die financial assets wachsen dem Volumen nach schneller als die aggregierte Masse käuflicher Artikel. Zusätzliche Fallhöhe für den crash wird mit dem unproduktiven Konsumentenkredit erreicht, der mit steigenden Wertpapierkursen und Häuserpreisen abgesichert sein soll. Der Finanzsektor hat sich so in eine Selbstverstärkungssituation manövriert, aber eine asset price bubble ist kein Indikator für erfolgreiche Wertbildung. Das Auftürmen von Ansprüchen an eine  künftige Wertbildung muss vorab monetarisiert werden 13.

Man benötigt eine Instanz, die Abschreibungen vornehmen kann ohne in den Bankrott zu geraten: die Zentralbank, der lender of last resort. Private Schulden bzw. uneinbringliche Forderungen der Gläubiger wurden über den Bankensektor und den Staatshaushalt an die Zentralbank weiter gereicht. Zentralbanken betreiben zumindest indirekte Staatsfinanzierung und kaufen inzwischen selbst Unternehmensanleihen am Primärmarkt. Eine Exit-Strategie aus der Geldmengen- und Null-Zins-Politik wird noch gesucht.

FED-Chef Paul Volcker hebt die Zinsen an, verursacht damit eine Rezession, aber er erreicht sein Ziel: die amerikanische Inflation geht in den 1980er Jahren wieder zurück. Auch die amerikanische subprime-Krise wird mit einer Zinsanhebung ausgelöst. Zurecht bestehen umgekehrt Befürchtungen gegenüber einer Deflationsspirale, die sich mit Maßnahmen der Zentralbank nicht beenden lässt. Umgekehrt ist das Streben nach einer positiven, aber non-accelerating inflation rate, das Streben nach dem Schein der Verwertung, so wie der Zuwachs an fiktivem Kapital bloß den Schein der Akkumulation bedeutet.

Dass Geldpolitik die Konjunktur abwürgen kann heißt nicht im Umkehrschluss, dass sich mit Geldpolitik - Zinssenkung und quantitative easing - die Konjunktur auch wieder anschieben ließe. Das nämliche gilt für alle anderen wirtschaftspolitischen Maßnahmen, wie Senkung der Gewinnsteuern, Kostenübernahme durch die öffentliche Hand - private public partnership - , Verzicht auf Arbeits- und Umweltschutz etc.. Die sog. "Vorinvestitionen" sind keine Investitionen, sondern Subventionen, die den Staatshaushalt belasten und entweder mit Steuern oder Krediten finanziert werden müssen. Anders als oft behauptet, kann die erhoffte zusätzliche private Geschäftstätigkeit mit daraus resultierenden zusätzlichen Steuereinnahmen diese Ausgaben nicht kompensieren. Mit diesen Maßnahmen sind lediglich die Möglichkeiten der Kapitalakkumulation, nicht aber deren hinreichende Bedingungen aufgezeigt. Das Kapital organisiert die gesellschaftliche Arbeit nur unter der Bedingung, dass auch der gesamtwirtschaftliche Akkumulationszusammenhang über seine profitablen Reproduktionskreisläufe hinweg hergestellt werden kann. Für diese Voraussetzung aber gibt es keine wirtschaftspolitische Instanz. Gäbe es diese, könnte auch sie nicht das Dilemma zwischen dem hohen Niveau des Kapitalbestandes und den objektiv verringerten Möglichkeiten, dem daraus resultierenden Anspruch auf Erhaltung und Erweiterung desselben, aufheben. Informationelle oder administrative Monopole oder die direkte militärische Umverteilung von Ressourcen sind Aneignung, sie bilden aber keine zusätzlichen Werte. Die Akkumulation wird verfehlt, das zugrunde liegende Problem bleibt damit ungelöst.

Also klärt 'Das Kapital' darüber auf, was der Kapitalismus mit sich machen lässt und was nicht. Das Kapitalverhältnis ist kein böser Dämon, der eine eigentlich gerechte, friedfertige Gesellschaft von außen mit Ausbeutung und Gewalt vergiftet, so dass die menschliche Gesellschaft zur kapitalistischen mutiert. Es ist vielmehr die einzige Möglichkeit der gesellschaftlichen Synthese, die alle damit unverträgliche  Regulation notwendig verdrängt. Wem dies missfällt, der hat eine andere Logik des Wirtschaftens zu konzipieren, so dass eine zukunftstaugliche Regulation auf dem hohen Stand der Produktivkraftentwicklung möglich wird. Weder Weltgeist noch Weltmarkt werden diese Aufgabe erledigen. Sie wird nicht dadurch gelöst, dass die Kapitalslogik mit immer mehr Auflagen und Restriktionen überfrachtet wird, so dass wirtschaftliche Entscheidungen schließlich nicht mehr zustande kommen können. Diese untaugliche Präferenz führt regelmäßig zu einer Gegentendenz, die die Kapitalslogik wieder puristisch frei zu legen trachtet, und so die alten Probleme dann wieder zur Verschärfung führt.

Die Marxisten haben das Kapital nur verschieden interpretiert, es kömmt aber nicht drauf an, es zu verändern.

 

Literatur:

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Adorno, Theodor W. (2008): Philosophische Elemente einer Theorie der Gesellschaft, Frankfurt/M Suhrkamp

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                Net capital stock at 2010 prices: total economy; European Union (15 countries)

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Benjamin, Walter (1991): Kapitalismus als Religion, Frankfurt/M

Hegel, Georg Wilhelm Friedrich (1970): Werke in 20 Bänden, Frankfurt/M Suhrkamp

                Bd. 3 Phänomenologie des Geistes

                Bd. 8 Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften I

Heller, Agnes (1972): Hypothese über eine marxistische Theorie der Werte, Frankfurt/M Suhrkamp 

Hilferding, Rudolf (1910): Das Finanzkapital, Wien

Kant, Immanuel, Werke in zwölf Bänden,  Frankfurt/M 1968

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                Bd. 8 Die Metaphysik der Sitten

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                Written Testimony for the House Oversight Committee Hearing on Hedge Funds, 13. November

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                Journal of Political Economy 77: 721-754

Lucas, Robert (1990): Why doesn't Capital Flow from Rich to Poor Countries ?,

                The American Economic Review 80 (2): 92–96.

Luhman, Niklas (1997): Die Gesellschaft der Gesellschaft, Frankfurt/M Suhrkamp

Karl Marx - Friedrich Engels – Gesamtausgabe MEGA², Berlin 1975 ff.

Karl Marx - Friedrich Engels - Werke (MEW), Berlin 1956 ff

                MEW 13 Hegel und die Kritik der politischen Ökonomie

                MEW 19 Randglossen zu Adolph Wagners "Lehrbuch der politischen Ökonomie"

                MEW 23 Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie I. Der Produktionsprozeß des Kapitals

                MEW 24 Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie II. Der Zirkulationsprozeß des Kapitals

                MEW 25 Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie III. Der Gesamtprozeß der kapitalistischen Produktion

                MEW 29 Briefe

                MEW 42 Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie

Robinson, Joan (1972): Die Akkumulation des Kapitals, Frankfurt - Berlin - Wien

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                Alternative Investment Management Association  www.aima.org

Smith, Adam (1978): Der Wohlstand der Nationen. Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen, München

 

Anmerkungen:

 

1  "Die Sparsamkeit erhöht die zum Unterhalt produktiver Leute bestimmten Fonds, wodurch sie die Zahl derer vergrößert, deren Arbeit den Gütern einen Mehrwert verleiht." (Smith 1978, 279)

2   "Die endgültige Menge des Wertes wird mit der Anwendung von immer umwegigeren Verfahren nicht unendlich zunehmen im Verhältnis zur beschäftigten Arbeitsmenge, selbst dann nicht, wenn ihre stoffliche Leistungsfähigkeit immer noch zunimmt." (Keynes 1936, Kap. 16.2)

3   "Die Einwanderungsverbote sollen der Gewerkschaft dasselbe leisten wie der Schutzzoll dem Kartell." Hilferding 1910, Kap. XXIV

4   Marx nennt den Wert, der durch seine Metamorphosen geht, ein "automatisches Subjekt" (MEW 23, 169). In seinem Handexemplar der französischen Ausgabe 'Le Capital' verändert er diesen Terminus zu "substance automatique", MEGA² II/7, 373. Man ist erinnert an Hegels Formulierung aus der 'Phänomenologie des Geistes': "Das Wahre nicht als Substanz, sondern eben so sehr als Subjekt aufzufassen und auszudrücken." (Hegel Bd. 3, 22)  Aber auch schon in der deutschen Ausgabe heißt es dort anschließend, dass der Wert sich "als eine prozessierende, sich selbst bewegende Substanz" darstelle (l. c.).

5   Die Budapester Schule liefert sogar eine "marxistische Theorie der Werte". Deren erster ist aber dann auch - Reichtum (Heller 1972, 9).

6   "toute idéologie interpelle les individus concrets en sujets concrets." (Althusser 1970)

7   Marx schreibt von "dem allgemeinen Zusammenhang des ganzen Reproduktionsprozesses, wie ihn namentlich der Kredit entwickelt" (MEW 25, 500). So besitzt "das Kapital im Allgemeinen im Unterschied von den besondren reellen Kapitalien selbst eine reelle Existenz". Dieses abgesonderte Bankkapital spielt eine wichtige Rolle bei den Ausgleichungen zwischen den Produktionszweigen. (MEW 42, 362)

8   Marx an Ferdinand Lasalle am 22.2.1858; (MEW 29, 550)

9   In der Rechtsphilosophie mahnt Immanuel Kant die Sicherheit der Vollständigkeit in der Einteilung der Rechtsbegriffe an, "weil jene Wissenschaft sonst kein Vernunftsystem, sondern bloß aufgerafftes Aggregat sein würde." (Kant Bd. 8,  481)

10 “Daher müssen wir auch den Satz des Widerspruchs als das allgemeine und völlig hinreichende Principium aller analytischen Erkenntnis gelten lassen“ (Kant Bd. 3, 197)

11 "Es ist lächerlich zu sagen, der Widerspruch lasse sich nicht denken" (Hegel Bd. 8, 247)

12 Eine Kostprobe aus der Sozialwissenschaft zur Weltinnenpolitik: "Es gibt nur eines, das schlimmer ist, als von Multis überrollt zu werden: nicht von Multis überrollt zu werden. " (Beck 2002, 97)

13 "Bereicherung eines Volkes durch die Akkumulation von Schulden, ... Progreß ins Unendliche der Anleihen, Anleihen, um Anleihen zu zahlen." (MEW 25, 409)

 

 

 







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