#Fleischsteuer – ist das sinnvoll?


Bildmontage: HF

20.12.19
DebatteDebatte, Ökologiedebatte, Umwelt, TopNews 

 

Von Henry Schmidt und Natascha Bingenheimer

Die grundsätzliche Frage ist, ob sich alles über das Geld regeln lässt, und ob Steuererhöhungen wie hier auf Fleisch und Wurst - und von den Grünen gefordert - zu einem anderen Konsumverhalten führen. Kern des Argumentes ist, dass für die Herstellung von Fleisch ungleich mehr CO2 verbraucht wird als für pflanzliche Nahrungsmittel, die quasi direkt als Nahrung für die Menschen dienen können. Eine vierköpfige Familie spart im Jahr 700 Kilogramm CO2, wenn sie einmal in der Woche auf Fleisch verzichtet.

Das Modell der #Grünen zielt also darauf ab, den Preis für Fleisch und Wurst zu verteuern, um eine Verhaltensänderung beim Kunden zugunsten der Umwelt zu erreichen.

Der Vorschlag hat einige Schwächen. Er nimmt in Kauf, dass sich einige Wenige werden Fleisch leisten können und andere nicht. Er manifestiert also eine Ungleichheit. Weiter verkennt er, dass eine Verhaltensänderung aufgrund innerer Überzeugung erfolgen sollte und nicht nur über den Geldbeutel – hier wird das kapitalistische Denkmuster wiederholt. Und weiter ist mit der Erhebung der Steuer keinesfalls sichergestellt, dass mit dem eingenommenen Geld das Wohl der Tiere steigt. Dafür bräuchte man eher ein Instrumentarium, das den Status einer Gebühr hätte. Das Geld würde dann direkt in den #Kreislauf der #Landwirtschaft zurückgeführt, um Tiere z. Bsp. biologisch und gut halten zu können.

Es muss jeder bei sich selbst anfangen, weniger #Fleisch essen und schauen, welches Fleisch man kauft. Aber auch hier setzt der Geldbeutel den Bürgern klare Grenzen. Die Vorschläge der Grünen wirken oftmals abgehoben und arriviert, sie scheinen mit den wirklichen Problemen der Menschen nicht viel zu tun zu haben. Dass eine Mehrzahl der Menschen sich bio leisten kann – und auch will – erscheint völlig weltfremd und hat mit der Lebenswirklichkeit der meisten Bürger überhaupt nichts zu tun.

Henry Schmidt und Natascha Bingenheimer







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