Aspekte zum Niedergang der bürgerlichen SPD


Bildmontage: HF

06.03.18
DebatteDebatte, Politik 

 

Von Reinhold Schramm

»Die Tragödie der SPD. Die Sozialdemokraten wollen sich als Partei erneuern – in der Regierungsverantwortung. Wer daran glaubt, macht sich etwas vor.«

Vgl. Tageszeitung, taz.de *

Kommentar

Eine Widerspiegelung der allgemeinen Tragödie in unserer Zeit

Ohne eine Verankerung in der gesamtgesellschaftlichen Basis kann es für keine bürgerliche Parteiführung eine Erneuerung in der sozialen Struktur und Zusammensetzung der Partei und Führung geben. Allenfalls eine modifizierte Fortsetzung des weiter so. Damit aber auch keine inhaltliche Reform in der gesellschaftspolitischen Ausrichtung und Zielrichtung der bürgerlichen Partei. In der äußeren Wahrnehmung bleibt die Partei in ihrer Unbeweglichkeit stehen. Es findet keine politische Übereinstimmung der Partei (mit) der gesellschaftlichen Entwicklung statt. Die Partei verliert ihre Gegenwarts- und Zukunftsorientierung. Damit ihre gesellschaftliche Existenzberechtigung für den weiteren politischen Entwicklungsprozess der Gesellschaft.

So wie heute in der bürgerlichen Gesellschaft, die alten bürgerlichen Parteien (sich) in Auflösung befinden, so erging es analog den pseudosozialistischen und pseudokommunistischen Parteien des vormals implodierten Realsozialismus. So wie die antikommunistischen Parteien des Realsozialismus ihre Basis zunehmend verloren, bzw. keine ökonomische, ökologische, sozial- und gesellschaftspolitische Basis in der Gesellschaft entwickeln konnten, so verlieren auch die bürgerlichen Parteien im Spätkapitalismus, – zugleich mit dem kommenden Ende der kapitalistischen Gesellschaftsformation –, ihre Existenzberechtigung.

Die gesellschaftspolitische Herausbildung und irrationale Formierung des weltweiten Rechtspopulismus und Nationalismus, von Japan/China, Russland/EU-Europa, Indien/Pakistan,  Türkei/Nahost/Israel, Iran/Saudi-Arabien/Katar, Islamische Welt, Nordafrika-Zentral- und Südafrika, Vereinigten Staaten gegen den Rest der Welt,  ist hierbei ein letztes gesellschaftliches Aufbegehren auf den anstehenden Abgesang und das Ende der -weltweiten- kapitalistischen Gesellschaftsformation. Dabei ist heute keine tragfähige Alternative zur bürgerlichen Gesellschaftsordnung in Sicht.

Eine Neuformierung der bürgerlichen Gesellschaftsordnung scheint ausgeschlossen. Zugleich stehen sich heute nur noch die kapitalistischen Nuklearmächte im imperialistischen Verteilungs- und Existenzkampf weltweit gegenüber. // In allen historischen Kriegen und Menschenschlächtereien kamen bisher alle Waffensysteme zum Einsatz. So wird es auch in Zukunft sein. Eine regionale und zugleich internationale antiimperialistische Friedensbewegung existiert (noch) heute nicht.

Die Tragödie der SPD ist die Widerspiegelung eines Teils der Tragödie unserer Welt im 21. Jh.

 

* Vgl. Tageszeitung, taz.de am 06.03.2018: Debatte Große Koalition. Die Tragödie der SPD. Kommentar von Bettina Gaus. Sie war sechs Jahre lang Taz-Korrespondentin für Ost- und Zentralafrika. Zuletzt veröffentlichte sie 2011 das Buch:  „Der unterschätzte Kontinent – Reise zur Mittelschicht Afrikas“ (Eichborn).

www.taz.de/!5486258/#bb_message_3600780

 

06.03.2018, Reinhold Schramm







<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz