Sieben einfache, grundlegende und politische Fragen an alle queeren GenossInnen


Bildmontage: HF

28.06.11
DebatteDebatte, Bewegungen, TopNews 

 

von Detlef Georgia Schulze

- Inspiriert durch eine Rückfrage von Tim Stüttgen [1] bei Facebook und einen Kommentar von "gd" bei indymedia [2] -

1. Wollen wir für die Vervielfachung der Geschlechter oder vielmehr für deren Abschaffung kämpfen?

2. Soll sich unser Kampf gegen "Diskriminierung" und "Unterdrückung" richten?

3. Oder ist es vielmehr so, daß die Geschlechter gerade von der herrschenden Ordnung produziert sind? Und ist es des weiteren so, daß Diskriminierung nicht das Entscheidende, sondern vielmehr ein Symptom einer grundlegenden Struktur von Herrschaft und Ausbeutung ist, der es den Kampf anzusagen gilt?

4. Sind trans- und drag-Aktivismus sicher ein Anfang für den Umsturz der Verhältnisse? Oder sind sie dies nur unter bestimmten Bedingungen - und jedenfalls bei weitem nicht ausreichend?

5. Geht es um queer (oder queer-feministisch) statt feministisch? Oder geht es um queer und feministisch?

6. Gilt die queer-dekonstruktivistische These von der gesellschaftlichen Konstruiertheit von Identitäten eigentlich nur in Bezug auf Cis-Identitäten (‚Bio-Männer' und ‚Bio-Frauen' qua ursprünglicher Geburtsurkunde)? Oder gilt sie auch in Bezug auf Trans-Identitäten?

7. Liegt der laxe Umgang mit sexuellen Belästigungen in der queer Szene nur an Arbeitsüberlastung und Fehlverhalten einiger? Oder besteht ein Zusammenhang mit der grundsätzlichen politischen Linie des queeren mainstreams, die bspw. dazu führt, daß "Feminismus" in den Aufrufen für den transgenialen CSD in Berlin ein Tabu-Wort ist?

Das sind einfache und grundlegende Fragen, die alle GenossInnen verstehen können und alle bewußt und begründet beantworten sollten.

@ Meine KritikerInnen:
Das sind keine Frage, zu deren Beantwortung ein bestimmter Bildungsabschluß oder gar eine Dr.-Urkunde erforderlich ist. Das sind Fragen, die sich uns allen im politischen Kampf stellen - und die wir als politische AktivistInnen beantworten können und beantworten sollten.

[1] https://www.facebook.com/timiboi/posts/2084197778977?notif_t=feed_comment_reply

[2] http://de.indymedia.org/2011/06/310549.shtml?c=on.

Hinweise:

? Umgang bei sexuellen Belästigungen auf transgenialen CSD von ‚FeministIn für die Freiheit der Information' (scharf-links am 24.06.11)
http://www.scharf-links.de/47.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=17104&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=b16aba00fc

? Marxistische Kritik an Judith Butler von Maria Pachinger (RSO Wien Betrieb) (scharf-links am 19.09.09)
http://www.scharf-links.de/51.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=6844&tx_ttnews[cat]=20&cHash=17570a41dc

? Judith Butler, Merely Cultural, in: New Left Review, Iss. 227, 1998, 33 - 44 (= Dokumentation des "Panel Locations of Power" der Tagung "Politics and Languages of Contemporary Marxism" vom Dezember 1996)
http://www.newleftreview.org/?view=1939 (via Universitäts- und Staatsbibliotheken kostenfreier Zugang)

? "Klare Gedanken verbreiten". Interview mit Salih Alexander Wolter (DKP Queer) in: junge Welt vom 18.06.2011
http://www.jungewelt.de/2011/06-18/056.php

? Themenübersicht - Kritik an der linksliberal-antifeministischen politischen Linie des transgenialen CSD (tCSD) in Berlin und des queeren mainstreams in der BRD überhaupt
http://theoriealspraxis.blogsport.de/2011/06/27/themenuebersicht-kritik-an-der-linksliberal-antifeministischen-politischen-linie-des-transgenialen-csd-tcsd-in-berlin-und-des-queeren-mainstreams-in-der-brd-ueberhaupt/







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