Islamophile Linke und marxistische Alternativen

05.01.20
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Endlich: Buch "Marxismus gegen Islamisierung", Hintergrund Verlag,15e.Ein Auszug:

Bereit gestellt von Günter Meisinger


Auch bezüglich Massenzuwanderung und Islamisierung betreiben Sozialdemokratie und die so genannte „Linke“ eine Nachtrabpolitik gegenüber dem neoliberalen Globalisierungsestablishment. Sie haben oftmals ein gestörtes Verhältnis zur einheimischen Arbeiter/innen/klasse bei gleichzeitiger Beschönigung von reaktionären „exotischen“ Kulturen. Die Fixierung vieler „Antirassist/inn/en“ auf eine Wiederholung des Faschismus im selben Gewand macht sie oft blind für die immer realere Bedrohung durch einen faschistischen Islamismus. Was sind die marxistischen Alternativen dazu?

Eigene und fremde Kultur

Der Großteil der „Linken“ in den Grünen, der Sozialdemokratie und der studentischen linken Szene ist in den letzten Jahren als Anhängsel der Zuwanderungspolitik des Establishments aufgetreten und manchmal sogar als Speerspitze davon; sie haben sich, völlig abgehoben von der Arbeiter/innen-/klasse, in diesen Fragen massiv verrannt. Im Gegensatz dazu ist es die Aufgabe einer marxistischen Analyse, die Realitäten wahrzunehmen. Das betrifft einerseits die Interessen und Ziele hinter der Politik der Massenzuwanderung nach Europa (wie wir sie in „Gangs of New York“ analysiert haben) und andererseits die wahrscheinlichen Folgen dieser Politik (siehe „Multikulturalismus, Kalifat oder Bürgerkrieg?“). Wer sich diese Fragen nicht stellt, wird im Propaganda-Nebel der herrschenden Klasse dahinirren und nicht in der Lage sein, einen eigenen Klassenstandpunkt zu entwickeln. Nur wer, jenseits von Multikulturalismus-Illusionen, eine schonungslose und unideologische Analyse der Situation bewerkstelligt und die Tatsachen anerkennt, hat zumindest die Grundlage, um eine Politik im Sinne der Lohnabhängigen zu entwickeln.

All die kleinbürgerlich-akademischen Linken und Liberalen sind gefangen in der Pro-Migration-Propaganda der herrschenden Klasse, die sehr geschickt Humanität und Antirassismus für ihre Interessen instrumentalisiert (so wie sie schon Antifaschismus für die Angriffskriege gegen den Irak und Jugoslawien missbrauchten, indem sie Saddam Hussein als neuen Hitler hingestellt und bezüglich des Kosovo von KZs gesprochen haben). Diese Linken und Liberalen sind aber auch gefangen in ihrer eigenen Ideologie und Propaganda. Aus dem berechtigten und richtigen Protest der 1968er-Aktivist/inn/en gegen die Nazi-Kontinuitäten in Konzernen, Staatsapparat und Universitäten entstanden in den 1970er und 1980er Jahren Bewusstsein und Aufarbeitung. Mit den Niederlagen der Arbeiter/innen/bewegung gegen den neoliberalen Kapitalismus, der Defensive des Marxismus und der Integration der 68er in das herrschende System und ihrer Entwicklung zur neuen intellektuellen „Elite“ (an Uni, in Medien etc.) wurde der Bogen allerdings weit in die andere Richtung überspannt.

Der Nazismus wurde in der von Staaten und Stiftungen geförderten Ideologieproduktion immer mehr seines Klasseninhaltes entkleidet. Immer mehr universitäre „Forschungen“ führten absurderweise dazu, dass immer weniger verstanden wurde, dass das deutsche und teilweise auch internationale Großkapital die Nazis finanzierten, damit diese mit ihrer kleinbürgerlichen und lumpenproletarischen Massenbasis die Arbeiter/innen/bewegung zerschlagen und so die Profitinteressen (und Kriegsinteressen) der Konzerne durchsetzen. Verantwortlich für Faschismus/Nazismus sind in der neuen linksliberalen Ideologie nicht mehr die Kapitalist/inn/en, die maßgeblichen Teile des Staatsapparats (die dann nach 1945 auch noch weitgehend von den britischen und US-amerikanischen Besatzern übernommen wurden) und die etwa 15 Prozent der Bevölkerung, die Mitglied der NSDAP waren, sondern „die Deutschen“, das deutsche Volk als Kollektiv, dass zum „Tätervolk“ schlechthin definiert wurde. Die Wurzel des Faschismus wurde nicht mehr in Kapitalinteressen und kleinbürgerlicher Bewegung gesehen, sondern in der deutschen Kultur und Geschichte, die in zunehmend anachronistischer Weise als besonders reaktionär gedeutet wurden. Im Zuge dessen entwickelten universitär geprägte deutsche und österreichische Linke (die dann teilweise auch Funktionärsposten in Sozialdemokratie und Grünen ergatterten) immer mehr ein gestörtes Verhältnis zu Bevölkerung und Kultur des eigenen Landes. Im Fall der so genannten Antideutschen, die auf Unis und bei den Grünen erheblichen Einfluss haben, nimmt diese spezifisch deutsche und besonders gründliche Form der Autoaggression hochgradig pathologische Züge an; eine politische Strömung reif für die Psychiatrie.

Die pathologische Spitze des antideutschen Eisbergs sind Bekenntnisse wie „We love Volkstod“, „Deutschland, du mieses Stück Scheiße“, „Deutschland verrecke“ oder „Deutschland, halt?s Maul“ und Forderungen wie „Ausländer, lasst uns mit den Deutschen nicht allein“. Noch viel weiter verbreitet im akademischen Milieu und der kleinbürgerlichen Linken sind eine grundlegende Verachtung der Kultur des eigenen Landes und eine gleichzeitige Verklärung von exotischen fremden Kulturen. Da wird einheimische Volksmusik lächerlich gemacht, weil sie konservativ sei (und teilweise auch ist), und gleichzeitig Ethno-Konzerte von Balkan-Roma, die meist eine extrem patriarchale Kultur pflegen, als schick befunden. Da können Studierende massiv in Rage geraten, wenn ein Einheimischer in einer Vorlesung die geschlechtergerechte Sprache vergisst, begeistern sich aber für Hiphop, Rap oder Reggae und überhören den oftmals offensiven Sexismus und die massive Homophobie in diesen Musikrichtungen. Kleinbürgerliche Linke kritisieren indigene Arbeiter, wenn sie breitbeinig dasitzen, und erläutern ihnen gespreizt, was Manspreading sei, finden dann aber Latino-Machismo eine feurige und interessante fremde Kultur. Militante Veganer/innen, die in jedem Restaurant nachfragen, ob da nun wirklich kein Ei in der Speise enthalten ist, werden plötzlich ganz still, wenn es um die muslimische Schächtung von Tieren geht, wollen sie doch nicht in den Geruch kommen, keine Toleranz gegenüber anderen Kulturen zu haben. Alternative Linke lehnen den Katholizismus und sein hierarchisches System (zu Recht) ab, finden dann aber den Dalai Lama und den tibetanischen Buddhismus attraktiv und ignorieren, dass es sich dabei um eine Klerikaldiktatur handelt. Kritische Liberale beklagen den auch heute noch bestehenden gesellschaftlichen Einfluss der christlichen Kirchen und deren konservative Ideologie, beschönigen aber gleichzeitig die noch deutlich reaktionärere Ideologie des Islam, seine noch massiveren Eingriffe in das Leben von Individuen und seine noch stärkeren politischen Ansprüche – und warnen mit besorgter Miene vor „Islamophobie“. Viele humanistische Akademiker/innen achten bei der Entwicklung ihres Nachwuchses nachdrücklich auf völlige Gewaltfreiheit und sind ehrlich entsetzt, wenn ein Volksschüler mit einem Ast so tut, als würde er schießen, finden aber keine klaren Worte zum archaischen Recht des Stärkeren, das die Kultur der meisten Asylwerber aus Afrika, dem Nahen Osten und Afghanistan prägt.

Refugee welcome und das linke Kleinbürgertum

Eine griechische marxistische Historikerin hat dieses vorherrschende Agieren der Asylwerber in Athen als „Sozial-Kannibalismus“ beschrieben. Nun könnte man natürlich mit Recht sagen, dass der gesamte Kapitalismus ein Sozial-Kannibalismus ist, wo einige Starke profitieren und die große Mehrheit irgendwie unter die Räder des Systems gerät. Gleichzeitig hat sich aber in vielen fortschrittlichen Ländern auf der Grundlage von gemeinsamer Kultur, Wohlstand, Sozialstaat und insbesondere Arbeiter/innen/bewegung in der Bevölkerung auch eine Kultur herausgebildet, die im alltäglichen Umgang – neben der kapitalistischen Konkurrenz – auch mit Aspekten wie Solidarität, Rücksichtnahme und Respekt einhergeht. In den rückständigen Kulturen in Afrika, Indien sowie Zentral- und Südwestasien existieren solche Aspekte höchstens in sehr hierarchischer Form im tribalen oder religiösen Rahmen, ansonsten stehen dort eben auch im tagtäglichen Leben das Recht des Stärkeren, aggressiv-gewalttätige Konfliktaustragung und unmittelbarster Eigennutz im Vordergrund. Der Hintergrund dafür ist die ökonomische und kulturelle Rückständigkeit.

Diese Kultur trifft im Zuge der Massenzuwanderung aus diesen Regionen in Österreich und Deutschland auf eine „fortschrittliche“ Mittelschicht, die von „Toleranz“ bis zur Selbstaufgabe gekennzeichnet ist. Die von Medien, Kirchen und Schulen propagierte und in den entsprechenden Milieus mit gegenseitiger gesellschaftlicher Anerkennung belohnte „Hilfe“ gilt dabei nicht den einheimischen Lohnabhängigen, die an der Armutsgrenze leben, sondern exotischen „Fremden“. In Deutschland hatten 2016 gut 31 Prozent der Bevölkerung weniger als 1.000 Euro für unerwartete Ausgaben in Reserve, fast fünf Millionen mussten beim Essen sparen – Ergebnis der jahrelanger Spar- und Verarmungspolitik (auch von SPD-Grünen mit den Hartz-Gesetzen). Da wurden keine Milliarden zur Versorgung investiert oder große Hilfskampagnen organisiert.

Im Winter 2014/15 konnten in Österreich 268.000 Menschen ihre Wohnungen nicht angemessen heizen, wovon besonders viele Kinder betroffen waren. Ihnen wurden keine öffentlich finanzierten neuen Unterkünfte zur Verfügung gestellt (was dann für die Asylwerber ab 2015/16 passierte) oder zumindest die Heizkosten übernommen. Von den tausenden bessergestellten Helfer/inne/n, die seit 2015/16 Asylwerber/inn/en in ihren Wohnungen oder Häusern Wohnraum zur Verfügung stellten, ist wohl kaum jemand auf die Idee gekommen, in diese Räumlichkeiten eine einheimische Alleinerzieherin mit ihren Kindern, die sich das Heizen nicht leisten kann, oder einen alleinstehenden einheimischen Mann, der nach einer Scheidung ohne Wohnung und womöglich ohne Job dasteht, einziehen zu lassen. Und es gab auch nicht tausende lokale und schulische Initiativen zur sozialen und materiellen Unterstützung von deklassierten Indigenen.

Dabei geht es nicht darum, diese Hilfe an verschiedene Gruppen gegeneinander auszuspielen, sondern darum, die Ideologie hinter diesem Zustand zu hinterfragen. Neben der Refugee-Welcome-Propaganda des Establishments, hinter der die Interessen der herrschenden Klasse stehen, spielen dabei noch andere Aspekte eine Rolle. Besonders zu nennen ist eine Haltung, die – in der tief inhalierten Logik der kapitalistischen Leistungsgesellschaft – letztlich davon ausgeht, dass Einheimische, die in Armut landen, irgendwie selbst schuld daran sind, weil ja in unserem Sozialstaat ohnehin für alle gesorgt sei. Das werden die meisten linken/liberalen Flüchtlingshelfer/innen nicht so sagen, aber implizit ist das die Grundlage für das unterschiedliche Agieren. Dazu kommt dann die oben beschrieben Verklärung von exotischen Kulturen bei gleichzeitiger Verachtung der einheimischen und die antideutsche Ideologie von der Kollektivschuld aller Deutschen bzw. Österreicher/innen. Angehörige dieses Volkes, die womöglich auch noch traditionelle einheimische Kulturformen praktizieren und sich nicht politisch korrekt ausdrücken, haben dann irgendwie nicht dieselbe Hilfe verdient.

Das Ergebnis hat einen klaren Klassencharakter. Während den einheimischen proletarischen Unterschichten Unterstützung verweigert und Verachtung entgegengebracht wird, gilt die paternalistische Zuwendung den Fremden, denen gegenüber man jedes Verständnis aufbringen muss. Und da die meisten Afrikaner, Araber, Afghanen etc. aus den bessergestellten Schichten kommen, die die Gelder für die Migration eines jungen männlichen Clanmitglieds aufbringen können, kann man pointiert sagen: Die einheimischen liberalen Mittelschichten greifen den muslimischen archaischen Mittelschichten unter die Arme! Ob es sich da um einen kleinbürgerlichen Klasseninstinkt handelt? Sie tun das jedenfalls im Interesse des Großkapitals und seiner strategischen Überlegungen hinter der außereuropäischen Massenzuwanderung.







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