DER GRUSSWORTLER


Bildmontage: HF

29.07.19
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Eine NIEDERträchtigkeit

Von Dieter Braeg

Der Grußwortler (sehr eng verwand mit dem Grüßaugust) ist eine Erscheinung die, allerdings seltener, auch als Grußwortlerin auftritt. Vor allem auf Gewerkschafts- und Parteitagen findet man diese Spezies sehr oft. Sie wird eingesetzt, um diejenigen die nach den Regeln der Innergewerkschafts&parteidemokratie zu unterhalten sind, weil sie eine falsche, gar keine oder eine andere Meinung haben, die so unnötig wie ein Kropf ist.

Zu den Lieblingsworten die der Grußwortler verwendet gehört „zwar“ und „aber“. Zwar findet man es generell nicht gut, wenn etwas privatisiert wird, aber dann konsequent dagegen zu sein um eine „historische Chance“ zu vertun, das geht nicht. Zum Beispiel hat Karl Liebknecht die historische Chance zwar vertan mit der Sozialdemokratie des Kaisers Weltkriegeins Kriegskredite zu befürworten,  aber dafür wurde er aus der Sozialdemokratie entfernt, der Parteischädling! Die „historische Chance“ begleitet den Grußwortler auf all seinen verschlungenen Wegen. Er hat große Aufstiegschancen, zum Beispiel dann, wenn er so langsam redet, dass der Partei- oder Gewerkschaftstag nicht mehr beschließen kann, dass man nicht nur gegen Privatisierung ist, sondern zum Wort Vergesellschaftung zurückfindet, statt immer neue Steuermodelle zu erfinden, die den Klassenkampf behindern und unmöglich machen.

Der Grußwortler grüßt auch gerne den Verfassungsschutz und um sich und seine Worte dann der gehobenen Lächerlichkeit preiszugeben, hat er sich einen abenteuerlich Verkleideten mitgebracht, der für geringes Honorar den Verfassungsschützer so spielt, wie ihn der Herr Innenminister dem Publikum verkaufen will: Breitkrempiger Hut und Sonnenbrille samt klandestin aufgepapptem Bart und großen Ohren. Damit verniedlicht man die Gefahr die von dieser deutschen Horch&Gucktruppe ausgeht. Der Grußwortler ist immer seiner eigenen Meinung und stimmt der Meinung zu die eine gängige ist. Zum Beispiel bei der SPD, auch wenn der derzeit nur eine provisorische Leitungsspitze blieb, aber nur, wenn Kühnert nicht wieder eine bayerische Automobilfirma vergesellschaftet! Natürlich ist Fettnapf gefährlich für den Grußwortler, fällt er hinein ist Schluss mit der Grusswortlerei.

Der Grußwortler weiß, vor allem wenn er aus Rheinland Pfalz kommt (aber nicht nur von dort), dass es in keinem Falle, wie auch immer oder doch, eine Zusammenarbeit mit der LINKEN geben kann, so lange diese nicht jene MITTE auch  besetzt, auf der sie in  Berlin derzeit längst Platz genommen hat,  auf der alle Parteien ihre Hintern platziert haben.

Der Grußwortler zieht voll nach, was er nicht vorvollziehen kann und wird so zum Vollvornachvollzieher. Vernunft ist für ihn, wenn in Berlin eine rotrotgrüne Koalition vorbildliche neoliberale Politik macht und die Tolerierung der steigenden Energiepreise, ein Räuspern auslöst, das im Sumpf verschwindet in dem alle regierungsfähigen und unfähigen Parteien leben, die kein Problem damit hatten, dem Herrn Mehdorn, lang ist’s her, VOLLMACHT zu geben, nicht nur die Bahnpreise der Ölpreissteigerung anzupassen, sondern möglichst alle Mitbestimmungsrechte der abhängig Beschäftigten zu vernichten. So was ist nicht kleinkariert, sondern gut und wer anderer Meinung ist als der Grußwortler, der ist ein verständnisloser Querulant.

Der Grußwortler ist auch dafür, links von der Sozialdemokratie,  eine ernst zu nehmende politische Kraft zu etablieren. Die muss aber auch sozialdemokratisch sein und was die dort allerdings tun soll, das sagt er nicht so genau und er bittet um Signale, möglich nicht hörbare!

Der Grußwortler ist auch für eine Minderheitenmeinung in Koalition mit dem starkenFrauMann. Die muss eine interne sein und hat das Licht der Öffentlichkeit zu scheuen. Er fordert ständig klare Worte die unklar sein müssen und dazu natürlich auch noch unmissverständlich!

Die neue Politik, die eine machbare sein muss,  sieht beim Grußwortler so aus: Linkspartei fördern die keine ist, dann all das ändern was vorher pro neoliberal war um daraus ein Koalitionsangebot an GRÜNESPDoderwenauchimmer zu machen, damit man „links von der Mitte“  eine Mehrheit hat, die dann noch den letzten Rest von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit weg reformiert, damit das Kapital und seine Helfershelferlein  dann endlich alle politischen Parteien abschaffen können.

Der Grußwortler aber ist dann ohne Arbeit. Keine inhaltlosen Lippenbewegungen werden ihn retten.  Auch wenn er eine Karriere gemacht hat und vom Grußwortler zum Phrasendrescher wurde oder gar, als Krönung, zum GrußGrüßaugust oder gar ZACKzackZACKler !

Dieter Braeg

 







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