Der Überflieger


Bildmontage: HF

15.09.11
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von André Zierke

Schon im ersten Absatz zeigt sich Hilse im wallenden Gewande des seichten Sophisten, wobei er seine hohe Nase, auch Zinken genannt, auf einem abgenutzten Servierbrett stolzierend vor sich trägt, dies scheint ihm vor lauter Klugheit entgangen zu sein.
Die Spätfolgen einer vermurksten Schulbildung, lassen sich auch bei größter Anstrengung nicht verheimlichen.

In den Arbeitszeugnissen, gibt es diese herrliche Passage, „An seinen Bemühungen ließ er auch die Kollegen teilhaben“. Dieser Personalratscode, für jeden erkennbar, so hoffe ich, sagt nichts anderes aus, als das er sich erfolglos abstrampelte und viel Zeit beim Geschwätz mit den Kollegen vertrödelte.

So reckt Hilse seinen Hals, woran der Kopf befestigt ist, aus den Wolken der persönlichen Weisheit, nicht nur um einen neckischen Blick auf die Erdlinge fallen zu lassen, sondern zu erklären„ was die Zeitgenossen ... und Zierke... fälschlicherweise als „die Ruhe in deutschen Landen“ nennen könnte.

Schön, schön. Allerdings scheint der Autor von einer gewissen Unsicherheit verfolgt. Was man nicht alles „fälschlicherweise“ niemals nie nicht oder vielleicht doch, sagen kann, ist für Hilse augenscheinlich bedeutsam.

Eine gewisse Begabung schreibtechnischer Art, dürfen wir ihm schon nachsagen, zumal er den Konjunktiv, die beliebte Form der vielen offenen Möglichkeiten benutzt, welche beim Journalismus prägend ist, wenn aus seitenfüllenden Gründen, wenig konkretes, aber viel gesagt werden soll. Masse statt Klasse. Aus diesem Schlupfloch guckt Herr Hi, erkenntnisgeplagt und sprach, nichts genaues was man nicht, aber es „könnte“ möglicherweise etwas gewusst werden.

Flugs lässt uns der begnadete Autor an seinem Wissen teilhaben, indem wir von ihm nach England/London geführt werden, weil sich dort „Rockergangs und kriminelle Vereine...,als Führungskräfte erwiesen, die im Gegensatz zu den Jugendlichen der Polizei teilweise gewachsen waren.“

Na prost, Mahlzeit. Das sind genau die richtigen, um eine gerechtere Welt zu erkämpfen. In der Greifswalder Strasse, Berlin - Prenzlauer Berg, haben die Hells Angels ihr Lager aufgeschlagen, mal nachfragen, ob sie bei der nächsten Demo gegen Hartz-IV mitmachen?

Das Rocker autoritär bis zum Todschlag sind, kann Hilse, wenn er das will, nachlesen. Auch die Mafia würde eine bedrängten Bevölkerung organisieren, wenn sie Angst um ihre Pfründe haben müsste, so schaffen sie sich Akzeptanz, willige Mitglieder, zumindest aber eine gewisse Ordnungsmacht, wenn's sein muss bis auf die politische, juristische Ebene. Italien ist hier ein ewiges Beispiel. Zu welchem Ergebnis kommt der Leser, wenn er solche kriminellen Cliquen mit dem Handeln der BRD vergleicht?

Und nun wird es seltsam. „Zu dem von Zierke ausgemachten „revolutionären Bewusstsein“ in Frankreich gäbe es viel zu sagen, das ich mir verkneife“. Anscheinend ist ihm im Wolkenkuckucksheim die Luft dünne geworden, sodass sein Gedächtnisapparat Behauptungen diktiert, die ich im Text zu Plattas Ausführungen NICHT behauptet habe. Halluzination bei zu wenig Sauerstoffzufuhr sind Begleiterscheinungen in Herrn Hi's Auslassungen. Und doch wollen wir auch hier das dichterische Können bewundern.

So schreibt er von einem „revolutionären Bewusstsein“, welches ich ausgemacht haben soll. Tja, was soll man davon halten. Vielleicht der kleines Hinweis, das Herr Hi. einfach bei der Wahrheit bleiben möge, oder sollten die Zügel der Leidenschaft mit ihm durchgegangen sein?
Nur ruhig Brauer, des Weges Stück braucht seine Zeit.

Wohlan, die Märchenstunde des Herrn Hi. führt uns zu geheimnisvollen und wohlwollend Anspielungen, wohl glaubend, hier spricht ein weiser Mensch, „...gäbe es viel zu sagen, das ich mir verkneife“.

Na, ist das nicht großzügig. Hier macht Hilse nun endgültig schlapp, indem er verkneift. Warum, aber die verklemmte Unterdrückungshaltung, die Hilse, in eine zur Schau getragene Großzügigkeit, wendet, wird nicht klar.
An Erklärungsmangel kann es nicht liegen.
Es sind die Ermüdungserscheinungen, welche dem genialem Manne plagen, jedem und alles begreiflich zu machen. Das ist ein hartes Los.

Unbeirrt fährt der Autor nun die “Die Soziologen“ als Hilfsargument auf - und dabei fort -, die etwas bewiesen haben sollen, nämlich „Die Soziologen hatten zwei Monate zuvor „wissenschaftlich bewiesen“, dass der durchschnittliche franz. Bürger keinerlei Interesse an der Politik hat und sich nicht einmischen möchte.“

Unter dem kapitalistischen Joch, jedoch kann Geisteswissenschaft, alles und nichts beweisen und gleichzeitig das Gegenteil beweisen, wenn es politisch gewünscht wird.

„Handle so, dass die Maxime deines Willens zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“
Immanuel Kant, der Gott der bürgerlich, praktischen Vernunft. Nun setzt sich Herr und Frau jedermann ins Auto, verstopft die Straßen, verpestet die Luft, und fährt sich auf dem 'Highway to Hell' zu Tode.

Das ist die Wissenschaft der praktischen Vernunft. Eher scheißt ein Kuckuck ins Feuerzeug, als das daraus einsichtiges Handeln entsteht. Aufklärung sieht anders aus. Freiheit und freie Fahrt für Alle.

Aber dann, fast am Ende des Textes, lüftet Hilse die Maske des 'Checkers' ein wenig, dabei plumpst er eine Sprachebene tiefer, um sich anzubiedern, und fragt offensichtlich verwirrt, „Wie also reagiere ich denn als „poor people“ z.B. in Berlin darauf“, also auf die Ignoranz linker Politik.

„Von der Linken kaum bemerkt, hatten wir im Mai/Juni dieses Jahres eine Streikwelle in mehreren Branchen.“
Und weiter, „Es zeigt sich, dass die meist intellektuellen Funktionäre dieser Organisation so sehr um ihre Posten besorgt sind, dass sie noch nicht einmal die Rotation oder das imperative Mandat in ihrer Organisation diskutieren möchten.“
Nichts Neues im Land.

„Soll ich mich an die Linken richten, ...eine Alternative... denselben Zinnober ..., wie die SPD auch?
„Wenn ich überhaupt wählen gehe, dann ... direkt das Original, also die SPD. Die können ...Jobprogramme, ... zu den gewohnten Scheißbedingungen von Hungerlohn und Leiharbeit auflegen.

Aha, die SPD, das Original. Wie originell. Mal was ganz neues. Na, da ist doch die Katze aus dem Sack, warum nicht gleich so. Diese feine Partei hat immer, wenn es wirtschaftlich schwierig wird, das Arbeitgebermäntelchen übergezogen. So reden Mitläufer. Statt Pest Cholera, ist gleich schlimm, aber irgendwie anders.

Zitat: Jutta Ditfurth. „Ach ja? Prüfen wir doch mal, ..., zum Beispiel in Berlin, wo SPD und Linkspartei seit 2002 gemeinsam die Regierung stellen.

  • Die SPD/Linkspartei-Regierung strich Zuschüsse für Obdachlose und für
  • Behinderteneinrichtungen (2002),
  • schaffte das Blindengeld ab (2005),
  • beseitigte das Sozialticket für den öffentlichen Nahverkehr (2004), um es später, wegen der heftigen Proteste, zu einem dreimal so hohen Preis wieder einzuführen.
  • Berlin wurde Vorreiter bei der Abschaffung der Lernmittelfreiheit (2003),
  • erhöhte die Kita-Gebühren (2003),
  • strich den Jugendhilfeetat von 400 Millionen (2001) auf 230 Millionen Euro herunter (2005)
  • und schuf 24.000 Ein-Euro-Jobs, womit sich prima tariflich bezahlte Arbeitsplätze beseitigen lassen.

Die Liste ließe sich weit bis in die Vergangenheit zurück erweitern, aber ich will hier keine unendliche Geschichte einer sozialdemokratischen Arbeiterpartei schreiben, welche den Kapitalismus, in all seine grausamen Spielarten, als das ewigwährende, glückseligmachende System, für einige wenige, hochjubelt lässt. Die den Menschen psychisch und physisch quält, bzw. dafür Gesetze schafft, damit ein paar Auserwählte den großen Reibach machen.

Früher oder später führt diese Wirtschaftspolitik sowieso zum Niedergang auf Raten, egal wer den schmierigen Bückling für´s Kapital macht. Die jahrzehnte anhaltenden Finanzkrisen, in Verbindung mit den neuen digitalen Produktionsmöglichkeiten, sind Warnzeichen, doch wenn kümmert's.

Während die Markt-und Politspezialexperten von einer Plappershow zu nächsten wackeln, um die einzig wahre Religion, nämlich die des Geldes unter´s gebildete Volk streuen, wird mit Hilfe markgläubiger Propheten, penetrant von Wachstum, von Krise, von Verzicht geschwafelt und stets das Wörtchen „wir“ im Munde, leidet und zahlt die Bevölkerung stillschweigend. Du bist Deutschland!

Wobei die eine oder andere Diskussion, zur Begrenzung des Marktes, eher einem unterhaltsamen Kaffeeklatsch, mit gegenseitigem Schulterklopfen, unter Journalisten gleichzusetzen ist. Oder man zieht, wie Platta, vor Gelehrsamkeit hohl, unter der Adresse des unreifen Aufklärers, mit den „Sieben Thesen zur Stille im Land“, zum X-tausendsten male über die Opfer her, faselt von fehlender Ich-Stärke, wobei ich mich frage, was denn der Ich-Starke, Mitläufer, Platta damit beweisen will, außer sich turmhoch als journalistischer Pädagogikschnösel vor den Harz-IV-Leuten aufzubauen und ihnen ewige „Unterwerfung, Anpassung und Angst“ vorzuwerfen.

Das mag stimmen oder auch nicht. Darauf kommt es nicht an. Wir alle sind vom kapitalistischen Verwertungszwang geprägt. Diese Art der pejorativen Beschreibung ist eher von einen latenten Hass geleitet, denen Herr P. ordentlich Bescheid sagen muss, das sie die ewigen Loser sind.

Ich-Stärke, auch wenn sie laut-schlaumeiernd daherkommt, kann nicht im Gleichschritt, der Karriere nachlaufend, wachsen. Dazu muss Mensch sich selbst erst Erkennen. Wer der Wirtschaft nach dem Munde redet, ist auf dem Niveau eines Kleinkindes. Wer mit dem erhobenen Finger auf die da unten zeigt, sollte sich an die eigene Nase fassen.

Wie wäre es mit einem Artikel zur Leisetreterei der akademischen Linken. Die Saubermänner/frauen auf der politisch grünen Spielwiese, sind doch ein bestes Beispiel für Kriecherei. Sie haben die Gesellschaft um Jahrzehnte zurückgeworfen. Kirchen, Gewerkschaften, Wohlfahrtverbände auch angeblich wohlmeinende Parteien, Hilfsorganisationen, Sozialarbeiter/innen, usw., sind zu Kritisieren und zu Analysieren, weil sie von den Verarmten profitieren.

Die Kirchen haben mehr Zulauf, mittels Lebensmittel-und Gebrauchtkleider-verteilung, und sonnen sich im göttlichen Lichte des humanen Helfers. Der Herr streicht ihnen sanft über den prallen Bauch und sprach, den seinen gibt er es im Schlafe. Das Ergebnis kann ein jeder kosten. Guten Appetit wünsche ich. Die metaphysisch ausgerichtete Armee eines höheren Wesens, verweigern Mitarbeitern die Tariflöhne, aus rein menschlichen Gründen, wie wir wissen.

Die Gewerkschaftsführung, dem ein gewisser Herr Sommer, zugehörig ist, droht jedes Jahr mit einem heißen Herbst, was bleibt ist ein verschnupftes Näschen. Nicht aufmucken, sondern Anpassen, Arbeitsplätze sichern. Wie idiotisch, wenn diese mittels Hochtechnologie wegrationalisiert werden.

Wohlfahrtverbände schreiben und reden viel, davon wird aber kein Harz-4-Empfänger satt. Muss ja auch nicht, weil die Kühlschränke der Helferlinge zum bersten vollgestopft sind, dank gutem Einkommen. Aber über Armut reden. Mitfühlende Zyniker, mögen euch die Fischgräten im Halse stecken bleiben.

Sozialarbeiter/innen, mit Minderwertigkeitskomplexen überladen, voller Hass und Widerwillen gegenüber den Hilfesuchenden, ausgebildet, um kostengünstig zu Verwalten. Sich auf einer höheren Stufe meinend, strohdoof, aber den Betroffenen an die Wand kleinreden wollen, haben sie als Sozialkontrolleure die gesellschaftliche Aufgabe, des Prellbocks, um die anfragenden Hilfegesuche abzufangen und in vorgekauten Sozialfloskeln wie, „Fordern und Fördern, „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu verdrehen. Als bösartiger und politisch gewollter Akt der Bestrafung, an denen die unverschuldet in Not geraten, werden Sozialgesetze falsch, verschärft oder als nicht bekannt ausgegeben. Oftmals bin ich von Mitbetroffenen besser Beraten, als von linksdrehenden Sozialheinis.

Aber nun zurück, folgen wir den wirren Standpunkten des Herrn Hilse, dafür und uns zu Liebe, arbeitet er alle Optionen ab und vergisst selbstständig zu denken.

„Oder mal was „ganz neues“ wagen ...„Piratenpartei“
Wer weiß, klingt doch so schön anarchistisch. Auch ein Furz stinkt erst einmal, sobald aber ein Lüftchen aufkommt, vergeht auch dieser im kühlen Herbstwind.

Sodann schaut er seiner Wirklichkeit schonungslos ins rechte Auge. “... ich wage es, die Nazis zu wählen, damit die den Laden mal aufmischen.“ Kann einer so tief sinken? Ja, kann er, flüstert 'Historia'. Ist bei der SPD nichts ungewöhnliches. Siehe Gegenwart, da wird so mancher Deal auch mit Diktatoren abgewickelt. Aus wirtschaftlichen Gründen, versteht sich, im Schwarzen Anzug und reiner Weste, stramm gestanden, die Hände hinter dem Rücken, die Fahne weht, es lebe die Demokratie.

Es lebe der Fortschritt. Es lebe die Vernunft, die nach Kant „Ich antworte: der öffentliche Gebrauch seiner Vernunft muß jederzeit frei sein...; der Privatgebrauch aber darf öfters sehr enge eingeschränkt sein...“, im 20-Jahrhunder weiterhin fleißig und Rücksichtslos gelebt wird.

„Oder soll ich mich einer jener linken Nischensekten anschließen?“,
fragt Hilse nach einer Antwort ringend.
Tja, Herr Hilse, wer die Wahl hat, hat die Qual
Wie wäre es mit der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschland, MLPD. Die größten unter den Großen!
Das offenen Mikrofon, als Lockmittel, will eine demokratische Streitkultur vortäuschen, hier darf der gemeine Demonstrant in zwei-drei Minuten seine Meinung äußern, sollte aber die Hardcore-Ideologieproduzenten-Ausrichtung nachplappern, denn Kritik verträgt dieser „echte Sozialist/Kommunist“ nicht, weil er im Auftrag der Menschheit handelt. Um die sektenähnliche Politpolterer zu durchschauen, bedarf es mehrerer Gastspiele, weil sie nicht selten als Vertreter einer Gewerkschaft oder der Frauengruppe Courage agitieren, um mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen.

Während die Betonköpfe, Ilius, Engel und Co, im Gleichschritt auf dem revolutionärer Holz-Weg, ideologisch dahin stampfen, die “Rote Fahne“ schwingend, verschwindet der größte Teil der Bevölkerung im politisch leeren Raum, um Abstand von diesen und ähnlichen Welt-Beglückungserklärungen zu nehmen. In denen es darum geht, die „Diktatur der Monopolkapitalisten“ zu durchbrechen, um alle „Produktionsmittel in gemeinsames Eigentum des gesamten werktätigen Volkes zu überführen“, was aber nur zum Austausch der Machtmittel führt und somit die Problematik nur an eine anderer Stelle verschiebt, wobei die „Entfremdung der Menschen“ nicht aufgehoben, sondern tod geschwiegen wird.

Also alle abscheulichen Erscheinungsformen der Verdrängung, wie Rassismus, Nationalismus und Sexismus, um nur einige zu nennen, die man als unbewussten Frust an den Nächsten, irgendwie abreagiert, bleiben bestehen. So ist festzustellen, sie haben nichts aus der Geschichte gelernt!
So zieht der Lautsprecherwagen der MLPD, wie der kalte, leblose Mond am Firmament, seine einsame Bahn. Und wir dürfen die selbst gebastelten Texte hochmotivierender Politsongs lauschen, der hammermäßigen Argumentation zuhören, die intensive politische Aufklärungs- und Agitationstätigkeit bestaunen.

Vielleicht sollten wir ein wenig Mitleid mit den Arbeiterhelden haben, denn weltliche, wie jenseitige Ideologien, dienen vor allem zur Aneignung und Festigung von Macht, wenngleich sie in ihren Ursprüngen zur Besserung der Welt gedacht waren. Dem Wahn jeglicher Weltanschauungsgroßmeister, unter dem Deckmäntelchen unausgegorenen Theorien, Menschen zu Werkzeugen herunter zu stufen, ist entgegen zu treten. Im Zuge der sich verschärfenden Krise, wo nicht nur der sogenannte Arbeiter, sondern viele Mittelschichtler und Unternehmer auf der Strasse landen, wäre es angebracht ein Theorieprojekt zu entwickeln, das niemanden ausgrenzt und alle Gesellschaftsschichten umfasst.

Endlich am Ende angekommen weiß der Leser, was Hilse umtreibt, nämlich, „Unsere Aufgabe ... langfristig angelegte und kontinuierlich ... Aufbau von lokalen Strukturen, ... Vertrauensbonus bei den Betroffenen erarbeiten. ... „Kärrnerarbeit“ ... . Langer Atem, Geduld und Ausdauer ... “.

Das hört sich irgendwie gut an, dabei wird aber nicht deutlich, welches in die Zukunft gerichtetes Ziel der Kärrnerarbeiter anstrebt, außer „einen Vertrauensbonus bei den Betroffenen“.

Eine typische Politphraseologie, wie sie auch Werbefachleute oder Politiker gebrauchen, wenn sie sich für ein alt-neues Produkt/Parteiprogramm in Szene setzen. Auf Vertrauen bauen, ja, dann werden wir mal schauen. Haben wir Vertrauen aufgebaut, wird nicht mehr genau geschaut.

Die (fast) komplette linke Szene, mit ihren vielfältigen, halb-und viertelkritische Varianten ist, lautstark auf dem Wege in den Orkus (Totenreich). Attac war sehr kurzfristig eine Hoffnung, ist jedoch auf Grund kapitalistischer Anbiedereien, wie die 'Tobinsteuer', sowie gebändigte Marktwirtschaft, nicht fähig, Alternativen zu bieten. Außer dem Werbeslogan, „Eine andere Welt ist möglich“, oder als Sprungbrett, für einige wenige, in einen politischen Bezahl-Job wird wohl nicht bleiben.

Ein konzentrierter Blick ins „Schwarzbuch Kapitalismus“ „Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft“ von Robert Kurz, auch als PDF-Datei [1], zum Nulltarif, im Netz zu finden, sollte jeder politisch Interessierte nicht versäumen. Man darf sich eben, vor lauter Schweinekapitalismus, nicht selber in die Tasche lügen, nach der Devise, es geht schon irgendwie weiter, oder zweifelhaften Hoffnungsträgern vertrauen.

[1] http://www.exit-online.org/pdf/schwarzbuch.pdf

 

Vorwärts

Sollen wir hier ewig warten
bis wir alt und klapprig sind
unsre Zeit läuft, lass uns starten

Schlafen können wir auch später
wenn die Zeit gekommen ist
richtig ist der Traum der Väter
wichtig ist wer nicht vergisst.

Wenn wir noch mehr Zeit vergeuden
sind die Plätze falsch besetzt
auf geht´s mit viel Lust und Freude
auf die Zukunft wird gesetzt.

Ständig auf der Stelle treten
bald verlier ich die Geduld
blas die Pauken und Trompeten
Sprecher an das Rednerpult.

Gerade die die´s nötig hätten
flüchten sich in Apathie
brich das Schweigen, brich die Ketten
sag nicht immer c'est la vie.

Den Verführern widerstehen
wenn da falsche Hoffnung spricht
geradeaus ins Auge sehen
Mut zur Wut und Zuversicht.

Sie erwarten, das wir dienen
ob als Ware als Objekt.
sie agieren wie Maschinen
so entsteht ein Denkdefekt.

Von Verzicht ist oft die Rede
doch worauf verzichten sie
wir sind hier um gut zu leben
Existenz in Harmonie.

Refrain:
Weg mit dieser Marktverwertung
Wertverwerter aus dem Weg
keine Macht den Marktvertretern
es ist besser, wenn ihr geht.
(Copyright © by André Zierke, 2010)


VON: ANDRÉ ZIERKE


War einmal ein Revoluzzer - 08-09-11 21:22




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