Krimineller Terror in Koblenz


Bildmontage: HF

03.03.18
DebatteDebatte, Rheinland-Pfalz 

 

Stellungnahme von Hermann Ploppa

Ich bin eingeladen zu einer Buchpräsentation in Koblenz am 3.3.2018. Nun sorgt das Pamphlet einer nicht weiter zu identifizierenden „Antifa Koblenz“ für Furore. Anonyme Störer haben bereits zwei potentielle Veranstalter bedroht und eingeschüchtert, und somit einen Vortrag meinerseits auf mafiöse Weise vereitelt. Nunmehr soll vermittelst Terrordrohungen auch die jetzige Örtlichkeit meines Vortrages, nämlich das ehrwürdige Bundesarchiv, in die Knie gezwungen werden. Eine „Gegenkundgebung“ zeitgleich zu meinem Vortrag vor dem Archiv soll die passende Drohkulisse hergeben.

So etwas habe ich noch nie erlebt.

Die Täter verbergen sich hinter einem ominösen „Kollektiv“. Diese Leute glauben, sie könnten mit diesem billigen Trick nicht für ihre Vergehen haftbar gemacht werden. Das wird nicht aufgehen. In einem obskuren Pamphlet fordert diese angebliche „Antifa Koblenz“ ihre Komplizen auf, den Referenten Hermann Ploppa und die Veranstalter aus Koblenz zu „verjagen“.

Warum dieser unterirdische Ausdrucksweise, dieser Ton, als wären Referent und Veranstalter moralisch äquivalent mit Sittenstrolchen? Das Pamphlet der angeblichen „Antifa Koblenz“ ist schon deswegen illegal, weil es nicht den Mindestanforderungen deutschen Presserechts entspricht. Es gibt schon mal kein Impressum. Das ist gesetzliche Pflicht: eine Person wird im Impressum genannt mit Namen und Kontaktadresse, um im Falle von Verleumdung juristisch erreichbar zu sein. Gibt es hier nicht. Auch andere Rechtssubjekte sind in diesem Schmierentext nicht erkennbar.

Das Thema des Vortrags ist das Buch „Die Macher hinter den Kulissen – wie transatlantische Netzwerke heimlich die Demokratie unterwandern“. Zu diesem Buch fällt dem Pamphlet-Schreiber gar nichts ein. Entweder hat er es nicht gelesen, oder es lässt sich dort partout nichts Verwerfliches finden. Was tut man, wenn man nichts gegen eine Person vorbringen kann? Man verlegt sich auf Falschaussagen (vulgo auch: Lügen). Also behauptet der anonyme rhetorische Heckenschütze, ich hätte mein erstes Buch „Hitlers amerikanische Lehrer“ im Kopp-Verlag veröffentlicht. Das hat schon einmal ein Zeitgenosse aus diesem Milieu in die Öffentlichkeit gebracht. Der Mann war mit Klarnamen schnell zu identifizieren, und als ich ihm mit dem Anwalt drohte, hat er innerhalb von fünf Minuten eine Gegendarstellung veröffentlicht, in der er seine Falschaussage in aller Form zurücknahm.

Ich habe „Hitlers amerikanische Lehrer“ im Eigenverlag herausgebracht, und jeder, der Augen hat, kann das „Liepsenverlag“-Logo ohne Mühe sofort erkennen. Das Kopp-Imperium ist in erster Linie ein Versandhaus für Bücher. Kopp liefert jeden Titel, die die Leser bestellen. Jeder kann die Bücher von Ploppa, aber auch die Bücher von, sagen wir mal, Henryk M. Broder, beim Kopp-Versand bestellen.

Der Pamphletist versteigt sich dann noch in die aberwitzige Wahnvorstellung, Jürgen Elsässer sei Inhaber des Kopp-Verlages. Spätestens hier kann man sich nur noch fragen, was der Schreiberling vor der Abfassung seines Machwerkes eingenommen hat. Jürgen Elsässer hat, wie jeder weiß, sein eigenes Presse-Imperium, mit der Zeitschrift Compact als Flaggschiff. Warum ist der Pamphletist überhaupt so wagemutig, den Namen Elsässer anzuführen? Elsässer begann seine politische Karriere in einer maoistischen Sekte, um dann einer der Mitbegründer der antideutschen Netzwerke zu werden, denen auch der Pamphletist angehören muss. Elsässer war Fraktionsmitarbeiter der Bundestagsfraktion der Linken, um dann rasch innerhalb weniger Jahre ganz  nach rechts im politischen Spektrum zu rücken.

Dann wird Ploppa noch vorgeworfen, Ken Jebsen Interviews gegeben zu haben. Dann wird auch gleich wieder mit der propagandistischen Standardkeule des Framings gearbeitet: dem Namen „Ken Jebsen“ wird grundsätzlich das Attribut „Verschwörungstheoretiker“ angeheftet. Frei nach dem Motto, das Josef Goebbels nachgesagt wurde: „Man muss eine Lüge nur oft genug wiederholen, dann wird sie auch geglaubt!“ Wir wollen jetzt nicht in die Diskussion der Herkunft des Schmähwortes „Verschwörungstheoretiker“ einsteigen, aber für seriöse Wissenschaftler und Journalisten ist dieser Propagandabegriff kein geeignetes Werkzeug. Nur Propagandisten benutzen diesen Geisterbegriff. Wenn man schaut, wer alles schon bei Ken Jebsen zu Gast war, dann kann man den Pamphletisten nur ob seiner geistigen Beschränktheit bedauern. Beim Pamphletisten greift der Mechanismus islamistischer (wohlgemerkt: nicht islamischer!) Fatwa: die Gläubigen dürfen das unter Bannstrahl stehende Buch nicht lesen. Sie müssen aber Schaum vor dem Mund haben vor Empörung über den Inhalt des gebannten Buches.

Unüberhörbar echauffiert sich der Pamphletist über die Kritik Ploppas an den Machteliten. Ihm passt nicht, dass auch die USA kritisiert werden. Das ist doch sehr, sehr merkwürdig für jemanden, der sich als „Anarchist“ ausgibt …

Es wäre eigentlich zum Lachen. Fast ist der Müll der angeblichen „Antifa Koblenz“ Realsatire. Wenn es für den Referenten und für die Veranstalter nicht so viel Stress bedeuten würde. Die Veranstalterin wird diffamiert. Ihr wird in reinster Fäkalsprache gesagt, man wolle ihr und mir „auf das Parkett pissen“: Alle, die mit ihr zu tun haben, werden belästigt und gestalkt. Es ist ja nicht nur das persönliche Leid, das hier produziert wird. Hier wird die Demokratie und ihre Meinungs- und Informationsfreiheit mit Füßen getreten. Wir sollen in die Steinzeit zurück gedrückt werden. Die Spannungen in Deutschland werden künstlich verschärft, um Polarisierungen wie in der Weimarer Republik zu erzeugen. Wohin wollen uns diese Heckenschützen treiben? Das, was diese Wirrköpfe zündeln, ist schon lange kein Kavaliersdelikt mehr.







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