Der böse Virus und die guten Krisenmanager


Bild: Nilses - Eigene Herstellung, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7746

16.03.20
DebatteDebatte, Soziales, TopNews 

 

Von Klaus Hecker

Greta Thunberg: "I want you to panic"

Diese Ansage beinahe ein Hilferuf (weil es 5 nach 12 ist)von Greta vor etwa einem Jahr öffentlich geäußert, hat nicht nur nichts gebracht, sondern die Politiker haben darin eine Argumentationsfolie entdeckt, den naiven Schülern mal den Weg zu weisen.

Alles gut und schön oder besser schlecht mit dem Klimawandel, den Folgen daraus wie Tod und Elend und sonst noch alles Mögliche, aber  wie würde es dann, würde man den Schülern folgen, um die Realität stehen. Und was ist diese, die Realität, das sind die Unternehmen mit ihren Gewinnkalkulationen und die müssen sein, sonst ist alles aus. Übersetzt wird das in Arbeitsplätze.

Auffällig ist, dass, was eben noch völlig unmöglich war, mit erstaunlichem Tempo durchgeführt und die Wirtschaft quasi und fast lahm gelegt wird.

Schluss daraus: Die Sachzwänge der Wirtschaft, die den eifrigen Schülern immer entgegen gehalten wurden, sind ihrerseits einfach ein Mittel politischer Kalkulationen, die jetzt wie zu besichtigen auch mal rasch außer Kraft gesetzt werden.

Nun soll hier nicht der Corona Virus mit seinen möglichen Folgen kleingeredet werden, aber es gibt namhafte Stimmen, Forscher, Immunolgen mit Weltruf, die erschüttert sind und vieles von dem, was wir erleben - täglich steigernd - für eine sachfremde Panikmache halten.

Der St. Gallener Chefarzt für Immunolgie Pietro Vernazza:

"Dieses Virus ist auch nicht gefährlicher als herkömmliche Grippeviren" (1)

Frage: Das heisst, dieses Coronavirus ist harmlos?
Vernazza:In den allermeisten Fällen verläuft die Infektion mild, die Erkrankten leiden an Schnupfen und/oder Husten. Eine Todesfolge ist genauso selten wie bei einer saisonalen Grippe – eine von tausend Personen stirbt, jährlich sind dies in der Schweiz 500 bis 1000 Todesfälle. 

Frage: Das Virus ist neu. Wie schwierig ist es, die Lage einzuschätzen?
Vernazza: Wir kennen das Coronavirus seit Jahren. Jetzt ist ein neues Coronavirus dazugekommen. Nach allem was wir bis jetzt wissen, handelt es sich um ein ganz normales Coronavirus, das sich wie eine saisonale Erkältung oder Grippe verhält. 

Panikartige Maßnahmen sind nach Ansicht von dem obigen folgend für Prof. Vernazza alles andere als angezeigt.

Die WHO übrigens empfiehlt gerade nicht die Schließung von Schulen und Kindergärten.

Die Virologin Melanie Brinkmann führt aus:

Brinkmann: Wir leben ja nicht auf einer Insel in Deutschland. Wir können uns hier nicht abschotten. Sprich, was passieren wird, ist theoretisch das, was in China jetzt passiert ist. Die haben alles dicht gemacht, das Leben sozusagen eingestellt, wirklich drastische Maßnahmen getroffen – und das hat ja auch tatsächlich Erfolg gezeigt. Das ist ja schon mal eine gute Nachricht. Aber wenn man jetzt die Maßnahmen dort wieder lockert, dann wird man beobachten, das würde ich jetzt mal spekulieren, dass auch da die Fallzahlen wieder hochgehen, denn das Virus ist ja nicht weg, das ist immer noch da. In Deutschland wird es immer wieder von draußen dann, selbst wenn wir es hier drinnen komplett unterbrechen können, es wird immer wieder reinkommen. Wir können ja nicht jetzt auf ewig unsere Grenzen schließen, das ist unmöglich.

"Flatting the curve" und "Herdenimmunität" sind die zentralen Fachbegriffe um die es momentan wohl geht. Brinkmann weist ja daraufhin, dass ohne Herdenimmunität und das heißt eine großflächige Verbreitung, die Sache nicht zu stoppen sei. Das Abflachen einer übergroßen Ansteckung gleichzeitig und auf der anderen Seite erst wenn die Herde zu 60% - 70 % mit dem Virus in Kontakt getreten ist, 98 % ohne Krankheitssymptome,  ist von einer nicht weiter Verbreitung auszugehen. Das heißt allerdings auch eben, dass 60 -70 % diesen Virus bekommen (müssen), was keineswegs zu einem Ausbruch der Krankheit führen muss.

Bemerkenswert ist also, dass im Vergleich zu anderen Bedrohungen mit potentieller Todesfolge, hier sehr radikal zu Werke gegangen wird.

Es wäre vermutlich durch diverse Maßnahmen möglich, die jährlich anfallenden 25000 Grippetoten, die jährlich anfallenden 80 000 Thrombosetoten (worüber die S 3 Richtlinie Auskunft gibt) mindestens um jeweils die Hälfte zu reduzieren.

Offenbar werden diese aber als Sockelzahlen behandelt, die halt so sind, auch nicht plötzlich ansteigen, also etwa wir ein unabänderbares Naturereignis verhandelt werden, was sie nicht sind.

Andere  Tote, die sich einstellen, durch Atomkraft, Umweltverseuchung, Dieselemissionen, Verkrebsung durch Glyphosat und ähnliche unschöne Fälle, sind gewissermaßen die Kollateralschäden einer Profitwirtschaft.

Was ist der Unterschied zur Bedrohung durch den  Corona Virus? Es sind deren zwei:

Es ist zum einen die Frage, in welchem Verhältnis stehen die Toten zum Geschäft. VW einzuschränken würde ggf deren Profit schmälern. So gesehen sind Tote zwar nicht gewünscht, aber ein Nebenfolge für die Priorität Gewinn. Das Gleiche gilt für die anderen, oben genannten Fälle.

Die Toten eines Krieges, welcher immer das auch sei , sind nun einmal die Begleitmusik des Kriegshandwerkes, das als unabdingbar gelegentlich gesetzt ist

Der Coronavirus kann nun aber keinen außer ihm liegenden Zweck aufweisen und bestellt wurde er auch nicht. Das ist mehr als ärgerlich – entzieht sich einer politischen oder wirtschaftlichen Kalkulation, zu der er ins Verhältnis gesetzt werden könnte.

Nun kommt zweitens verschärfend hinzu:
Während man die Grippetoten und andere als Sockel mit einkalkuliert hat, die halt so hoch sind, wie sie sind, weiß man bei den bisher noch im Verhältnis dazu noch relativ  geringen Corona Toten nicht, ob die sich nicht exponentiell nach oben bewegen und ungefragt und nicht mitbedacht und schon hat nicht bestellt fürchterliche Einschläge in die eigene Kalkulationsmasse Volk verursachen. Sozusagen als Eigenleben, als Konkurrenz Veranstaltung namens Corona des Volksfeindes Corona. Dieses wird jedenfalls vertreten, auch wenn einige Virologen wie Prof. Vernazza davon ausgehen, dass Corona parallel verläuft wie eine klassische Influenza.

Ebenso, wenn nicht sogar noch mehr befürchtet, ist der Gedanke, dass es zu einem unkontrollierten Absturz der Wirtschaft kommen könnte, aufgrund einer hohen Zahl Erkrankter.

Auf jeden Fall positioniert sich die Riege der Politiker als unerschütterliche Helfer, die all das machen, was angebliche Sachzwänge normalerweise strengstens verbieten - und alles zur Pflege und Rettung ihrer Bürger.

Es sind diejenigen, die die Festung Europa in grausamer Weise wahr werden lassen, wie man an den Bildern zur türkisch-griechischen Grenze sehen kann. Dass das erbärmliche Leben dieser armen Flüchtlinge ein Nährboden für die Verbreitung des Corona Virus darstellt, sei nur am Rande erwähnt.

Dass das Krankenhauspersonal und überhaupt die Ärzteschaft an dem Rande ihrer physischen und psychischen Leistungskraft gelangt, soll man laut Gesundheitsminister Spahn jetzt der Krise zuschreiben. Und er bittet um besonderen Einsatz in dieser besonderen Situation.

Dass die Privatisierung der Krankenhäuser in beachtlichen Umfang durch Rationaliserung , also Einsparung des Personals, die Gewinnmargen nach oben geschraubt hat, wird jetzt als Wirkung des altbösen Feindes Corona verkauft. Und  als Umgang damit werden soldatische Tugenden erbeten, wenn nicht gar eingefordert.

Greta Thunberg: "I want to bring you in panic", ist gescheitert. Ihre Zwecke wurden für nicht Wert befunden.

Die Politiker nicht: Sie setzen die unabdingbaren Sachzwänge  von gestern radikal außer Kraft. In Namen des Corona Virus scheint die Ideologie von der Rettung von Leben und Mensch als oberste Maxime Plausibilität zu gewinnen.

Sekundärliteratur

1. 27.1.2020, FM1 Today, von Angela Müller

2. DEUTSCHLANDFUNK, 15.03.

 







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz