GROKO-Verhandlungen: Eine surreale Veranstaltung!


Bildmontage: Ludger Spellerberg

03.02.18
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Eine Glosse von Ludger Spellerberg

Was passiert dort gerade? Diese Frage werden sich Millionen Menschen in Deutschland stellen. Einer von ihnen bin ich. Nach langem Überlegen habe ich erkannt, was sich dort abspielt.

Heute ist ein Samstag. Vorausschauend auf die kommende Woche setze ich mich an meinen Küchentisch und schreibe für Montag einen Einkaufzettel. Ein wenig kann ich so in die Zukunft planen. Was ich aufschreibe basiert zum einen auf Erfahrung, zum anderen folge ich meinen Vorlieben und treffe Geschmacksentscheidungen. Der Montag wird kommen. Ich werde meinen
Einkauf tätigen und wenn ich dann zu Haus angekommen bin, verfüge ich über einen kleinen Vorrat an Essen und Zukunft.

Was machen die Beteiligten in den Koalitionsverhandlungen mit dem Ziel einer Groko anders?

Zunächst verhalten sie sich so wie ich. An mehreren Tischen werden unterschiedlichste Einkaufszettel geschrieben. Auch das Ziel der Verhandlungen ist ein Ähnliches. Man möchte einen kleinen Vorrat an Zukunft anlegen. Alle sind sich darin einig, dass sie gestalten wollen. Auf das Ende hin einigen sich die Beteiligten auf einen Tag an dem der Einkauf stattfinden soll. Die Groko-Koalitionpartner treffen sich in den Märkten zum gemeinsamen Großeinkauf. Diesen Tag nennen sie den Tag des Durchbruchs. Sie suchen im Markt nach den Produkten, die sie auf ihren Einkaufszetteln notiert haben. Alle Einkäufer machen dann eine überraschende Erfahrung. Alle Produkte die sie gelistet haben sind in den Regalen nicht aufzufinden. Die Verkäufer im Markt werden um Hilfe gebeten. Der Marktleiter wird hinzugezogen. Von ihm erfahren sie schließlich, dass man alle diese Sachen nicht im Warenangebot führt. Der Marktleiter ergänzt, das das alles suerreale Waren sein und das nach surrealen Waren keine Nachfrage bestünde.

Freundlich bittet der Marktleiter die Einkaufenden darum neue Einkaufszettel anzulegen. Dann gibt er ihnen aber in bestimmenden Ton noch einen wichtigen Hinweis: „Bitte schauen sie sich genau in der Gesellschaft um. Gehen sie auch an Orte, die sie nicht so gern besuchen. Gehen sie in Schulen. Gehen sie vor ihrem nächsten Einkauf in Krankenhäuser und Altenpflegeheime. Gehen sie in alle Einrichtungen, die einen Dienst am Menschen leisten. Wenn sie das beherzigen, dann werden sie mit vollen Körben zu Haus ankommen und einen kleinen Vorrat an Zukunft angelegt haben.“ Der Marktleiter wußte, wovon er redet.

Ludger Spellerberg







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