Rationalgalerie nach Rechts offen


Bildmontage: HF

21.10.18
DebatteDebatte, Antifaschismus, Kultur, Linksparteidebatte, TopNews 

 

Von Artur Aschmoneit

Viele von uns schätzen den Blog Rationalgalerie von Uli Gellermann (https://www.rationalgalerie.de).

Über viele Jahre hinweg war er eine Quelle scharfsinniger und -züngiger Analysen des politischen Zeitgeschehens aus konsequent linker Sicht.

Spätestens mit den haßerfüllten Tiraden gegen die #unteilbar-Demonstration haben sich Stil, Ausrichtung und Zielgruppe verändert.

Am 29.9.2018 veröffentlichte die Rationalgalerie einen Beitrag „LINKE Spaltung - #Unheilbar - ein Aufruf zur Kipping-Sammlung“ (https://www.rationalgalerie.de/kritik/linke-spaltung.html), am 15.10.2018 einen weiteren mit dem Titel „Unteilbar gutes Gefühl - Das Fest der Freundlichkeit in Berlin“ (https://www.rationalgalerie.de/home/unteilbar-gutes-gefuehl.html).

Der erste Artikel kritisierte die geplante Demonstration von #unteilbar als Versuch der „Kipping-Fraktion“, die Linke zu spalten, und kulminierte in dem Verdikt 

„Offenkundig un-heilbar sind jene Initiatoren, die wortreich versuchen, Anhänger für die nächste Legislatur zu sammeln. Um ihre eigenen Jobs im Parlament und ihre Dienstwagen zu sichern. Dass die Organisatoren der im Aufruf beworbenen Kundgebung aus der LINKEN-Fraktionskasse bezahlt werden, ist ein Beitrag zur Alterssicherung von Kipping & Co. So versteht #Unteilbar Solidarität.“

Der zweite Artikel ist ein hämisches Niedermachen der naiven DemonstrantInnen. Sie gehen Heiko Maas auf den Leim, der mit seiner Saudi-Arabien-Politik neue Flüchtlinge produziert: „Da braucht man natürlich jene offene Grenzen, die #Unteilbar im Aufruf zur Berliner Aktion betont friedlich forderte.“ Uli G. kritisiert nachvollziehbar die Solidarität eines „Veteranen des Jugoslawien-Krieges wie Jürgen Trittin“. Da sein Kontext aber die Spaltung zwischen der „Kipping-Fraktion“ der Linkspartei und der #aufstehen-Sammlung von Sarah Wagenknecht ist, wirkt diese Kritik seltsam einseitig angesichts deren Bündnisses mit Ludger Volmer, einem „Veteranen des Jugoslawien-Krieges“ und von Hartz IV.

Mit seiner Diktion und Intention hat Uli G. seinen Blog für ein rechtes Publikum weit geöffnet.

Das wird deutlich an den Kommentaren auf den Seiten der Rationalgalerie – und den Antworten von Uli Gellermann.

Neben fundierter Kritik an mancher Unverbindlichkeit des #unteilbar-Aufrufs und den obligatorischen Bauchpinseleien der Rationalgalerie-Groupies finden sich zahlreiche Beiträge, die von rechts der Kritik G.s Beifall zollen. Aufschlußreich ist die Reaktion von Uli G. Während Befürworter von #unteilbar zurechtgewiesen werden, schweigt er durchgängig zu Kommentaren aus der rechten Ecke. Nicht nur das. Schließlich ist er Moderator seines Blogs und weist als solcher auch Beiträge zurück. Die veröffentlichten sieht er also als seriöse Beiträge zu einer (linken?) Diskussion.

Leider wollte Uli über die hier formulierte Sorge nicht sprechen. Ich wähle deshalb diesen Weg, um hoffentlich eine Diskussion über den neuen Kurs der Rationalgalerie in Gang zu setzen; ich wünschte mir, irgendwann auch mit ihm.







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz