Freie Wähler jetzt auch eine Partei im Saarland


Bildmontage: HF

31.08.11
DebatteDebatte, Saarland, Politik, TopNews 

 

von Dirk Scholl

 – Oder warum Wähler Politiker werden wollen


Haben Sie sich auch schon mal gefragt:
Freie Wähler – Was soll das, was wollen die überhaupt und wozu soll das eigentlich gut sein?

Das mag ja auf kommunaler Ebene wegen lokaler Eigenheiten vereinzelt noch seine Berechtigung haben.

Nunmehr aber hat sich kürzlich eine Landesvereinigung Saarland gegründet und in den Status einer Partei gehoben. Wozu denn das jetzt, werden Sie sich vielleicht fragen!?

Nun, der neue Landesvorsitzende und Saarbrücker Stadtverordnete der Freien Wähler, Bernd Richter sagte hierzu der Saarbrücker Zeitung, der bundesweite Erfolg der Freien Wähler Bundesvereinigung bei den Europawahlen 2009 mit einem bundesweiten Stimmenanteil von 1,7 Prozent habe dazu ermutigt, jetzt auch an der Saar „unsere Wählervereinigung in eine politische Gruppierung nach dem Parteiengesetz umzugestalten“.
Und weiter: „Um im Saarland erfolgreich bei Bundestags- und Landtagswahlen antreten zu können, brauchen wir eine solide Struktur“, so Richter und eine „schlagkräftige Crew“.

Aha! Sollte da der schnöde Mammon locken? Schließlich sind die Diäten auf Landes- und Bundesebene doch etwas fetter als die Bezüge der Kommunalpolitiker.
Jetzt wollte ich es aber mal genauer wissen und habe ein bisschen rumgegoogelt. Und - siehe da – ich stieß auf so genannte „Leitlinien“ (leitlinien_freiewaehler_saarland).

Hier heißt es unter anderem:
„Wir Freien Wähler sind keine Partei und müssen keine Rücksicht auf Partei- und Regierungsinteressen nehmen. Dies macht uns Freie Wähler wirklich frei und unabhängig…Deshalb gilt für die Freien Wähler: „Unabhängigkeit ist unsere Stärke“… Wir Freien Wähler setzen uns ein für „Mehr Demokratie - Weniger Partei“.

Klingt ja auch irgendwie logisch, dass freie Wähler keine Partei sind! Jetzt aber ist es vorbei mit der „starken Unabhängigkeit“, genauso wie mit der Logik!

Schließlich geht es um das, was allen konservativen und/oder liberalen Parteien (und um genau so eine krude Mischung handelt es sich dabei) am Wichtigsten ist: Um von den Steuerzahlern aufgebrachtes Zaster, das sie ehemals doch als so schützenswert erachteten! Da werden dann gerne mal Leitlinien über Bord geworfen.
Bei Geld hört schließlich die Freundschaft auch zu den Wählerinnen und Wählern auf!

Bleibt immer noch die Frage:
Wozu soll man die denn wählen? Welche politisch-inhaltliche Alternative bieten die denn? Nach intensiverer Lektüre oben erwähnter Leitlinien kann ich hierauf nur zu der lapidaren Antwort kommen: Eigentlich überhaupt keine!
Deshalb, liebe freie Wähler: Nehmt „keine Rücksicht auf Parteiinteressen“ und wählt bitte „Mehr Demokratie – Weniger Partei“, also nicht die Freien Wähler!

www.dierotesaar.12see.de

 


VON: DIRK SCHOLL






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