Der 17. Juni 1953


Bildmontage: HF

18.06.17
DebatteDebatte, Sozialismusdebatte 

 

Ein deutsches Datum im Kalten Krieg

Von Karl Wild

1. Die deutsche Spaltung als "Preis der Freiheit"

Der Zweite Weltkrieg war in Europa noch nicht zu Ende (1), da mussten die drei großen Alliierten, auf der einen Seite das "Empire" UK und die neue Hegemonialmacht USA, auf der anderen die stalinsche UdSSR, ihrem antagonistischen Gegensatz – hi "Totalitarismus", da "freedom and democracy" – im Systemgegnsatz Ost-West Gestalt geben und die Welt untter den beiden Lagern aufteilen. (2) Mitten in Deutschland trafen die Millionenheere der Sowjetunion und der Westalliierten aufeinander und die neue Supermacht aus dem Osten eroberte Berlin und hisste auf dem Reichstag das Rote Banner. Das Foto davon symbolisierte weltweit für die einen den Sieg des Sozialismus und für die anderen den Untergang der alten Welt. Auf der Potsdamer Konferenz im Sommr 45 wurde die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen (nun mit Frankreich), die ewige Zerschlagung des Nationalismuss und die gemeinsame Verwaltung des zerstörtn Landes beschlossen. Erstmalig im Juli 45 verwendet, sprach Winston Churchill in seiner wegweisenden Rede in Fulton/USA am 5. März 1946 vom "Eisernen Vorhang" der Europa vergewaltigt.

“From Stettin in the Baltic to Trieste in the Adriatic an Iron Curtain has descended across the Continent. Behind that line lie all the capitals of the ancient states of Central and Eastern Europe. Warsaw, Berlin, Prague, Vienna, Budapest, Belgrade, Bucharest and Sofia; all these famous cities and the populations around them lie in what I must call the Soviet sphere, and all are subject, in one form or another, not only to Soviet influence but to a very high and in some cases increasing measure of control from Moscow.” (siehe Schlagwort bei wikipedia.org.) Die einseige Währunsreform (Einführung der DM und Enteignung der Sparer) vom 20.Juni 1948 beantworte die Sowjetnion prompt ab dem 24. Juni mit der Blockade der drei westlichen Besatzungszonen Berlins was wiederum zur spektakülären “Luftbrücke” der USA führte und dem vertrauten Antikommunismus handfeste Argumnte in die Hand gab. Mit der Gründung der BRD am 23 Mai 1949 und der DDR am 07. Oktober war für vier Jahrzehnte die Spaltung Deutschlands vollzogen. Der Kalte Krieg, der außerhalb Europas (siehe Korea, Vietnam) Millionen Tote forderte, beherrschte von nun an die dt. Innenpolitik.

2. Der 17. Juni 1953 – der doppelte Aufstand

Während in Westdeutschland, bedingt durch Marshall-Plan – 1,7 Milliarden US-$ leisteten hier effektive Aufbauhilfe – und dem sog. Koreaboom im Zuge des Koreakrieges das "Wirtschaftswunder" (siehe Stichwort bei wikipedia.org) begünstigten, kämpfte die DDR durch Reparationszahlungen an die Sowjetunion ums Überleben. Zusätzlich entzog die Flucht von gut ausgebildeten Fachleuten über die offene Demarkationslinie – so flohen von 1945 bis zum Mauerbau 1961etwa 3,5 Mio aus der "Zone" - zusätzlich dringend benötigte Arbeitskraft. Die berühmt-berüchtigte "Abstimmung mit den Füßen" delegitmiert die DDR zusätzlich. Als am 05. März Stalin 1953 stirbt, befürwortet der Ex-NKWD-Chef L. Berija und zweiter Mann im Politbüro der KPdSU die dt. Wiedervereinigung auf Basis von Demokratie und Neutralität, was von der westdeutschen Seite abgeleht wird. (Es gilt" "Lieber das halbe Deutschland ganz, als das ganze Deutschland halb!" K, Adenauer) Auf diesem Hintergrund brachte die Erhöhung der Arbeitsnormen (also die für den Lohn zu erbringende Arbeitsleistung) im Mai 19533 die Werktätigen in Rage. Am Morgen des 17. begann der Generalstreik in Berlin und weiteren Städte. Die Großdemonstration in Ost-Berlin (Beginn auf der Stalin-Allee!) und andernorts schlug schnell in einen Aufstand gegen die SED-Diktaur und für die nationalee Wiedervereinigung um und die Aufläufe wurden nach spätstens 12h durch russische Panzer ebenso schnell niedergeschlagen. Das Kriegsrecht wurde verhängt, Standgerichte eingerichtet und die SU übernahm formell die Staatsgewalt.Viele wurden verhaftet und abgeurteilt, etwa 100 Aufrührer starben. Dem ersten Aufstand gegen das poststalinistische System in der DDR folgten die Aufstände in Ungarn/Polen 1956, der Prager Frühling 1968 und die Streikbewegung der Solidarnoscz 1980 wiederum in Polen. In der BRD wurde 1956 die KPD verboten und ein scharfer antikommunistische Kurs verstärkte den Kalten Krieg.

3. Ausblick zum Berliner Mauerbau

Mit Repression und einem strikten sozialistischen Kurs reagierte die SED auf die Infragestellung ihrer Macht. Besonders ab 1959 verstärkte sich wieder die Fluchtbewegung. Mit der Errichtung eines rigorosen Grenzabschließung (Mauer, Todeszone, Selbstschussanlagen, Schießbefehl) ab dem 13. August 1961 erreichte der Kalte Krieg einen neuen Höhepunkt. Bilanz: "Zwischen dem 13. August 1961 und dem 9. November 1989 gab es (nur mehr, KW) 5075 gelungene Fluchten nach West-Berlin" (wikipedia.org, Stichwort Mauerbau). Etw 300-400 Menschen verloren ihr Leben an der Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten, zehntausende wurden wegen Fluchtversuche verurteilt.

Mit dem 13. August 1961 stabilisierte sich die DDR und mit der SPD-geführten Regierung unter Willy Brand und dem Aufstieg Erich Honeckers begann eine Phase der Entspannungspolitik, die bekanntlich 1989/90 in die Wiedervereinigung mündete.Neue "Mauern" sichern nun die Aussengenzen der EU!

(1)In Griechenland landeten die Briten 1944 in Athen und entrissen der kommunistischen Bewegung die Macht. Im Bürgerkreg vom März 46 bis Oktober 49 wurde das Land Teil des "Westens".

(2)In Jalta auf der Krim hatten die Großen Drei sich auf den eiteren Kriegsverlauf un die Aufteilung Europas verstndigt.

Quelle: diverse Schlagworte auf de.wikipedia.org.







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