Wulff & Wulffe
11.01.12
Debatte, Soziales
von Hans Otto Spanke
Einen Satz finde ich ziemlich wichtig: "Des Kapitalismus Garant in Zeiten seiner Bedrohung ist der Faschismus." Stammt von einer Freundin.
Wir haben eine Demokratie der ParlamentarierInnen, das ach so doofe Volk darf alle vier Jahre abnicken, was es vorgesetzt kriegt, und das ist natürlich vom System vorselektiert, soll es ja auch sein, das soll verhindern, dass die ach so dumme Masse versehentlich Mehrheiten für einen neuen Hitler bilden kann. Und das garantiert den Kapitalismus gleich mit. Seeleute in Kronstadt haben vorgemacht, wie es ist, wenn alle gleich sind, wenn wirklich gestimmt wird.
Es wird lustvoll gemunkelt, dass das ja auch ein Komplott ist. Von der 'Blöd', dem 'Spiegel' (längst neoliberal) von wem auch immer, die machen im System so schön taktisch. Das System schweigt seltsam, was geht da vor?
Beten und arbeiten! Zack!
(Ich glaube schon dass es echte Komplotte gibt. So z.B. als der Harvard-Professor, erzkonservativer Reinkapitalist und Nobelpreisträger Milton Friedmann amerikanischen 'think-tanks' eine Steilvorlage lieferte, Geld noch viel systematischer zu raffen. Mit Weltsicht dabei, und Begründung und Betriebsanleitung, die die beharrlich umgesetzt haben, erst mit Friedmann-Kommilitonen in Pinochets Chile (the chicago-boys), (im Faschismus einer Militärdiktatur getestet), dann als 'lean state' (Schluss mit Sozialstaat?), als 'new economy', als 'rankstearing', bei uns als Agenda 2010 (unter das Existensminimum, man muss, alle müssen, Maximierung eben, das ist Wirtschaftsfaschismus, und der ist schon da), das nenne ich einen Komplott, zielgerichtet, überlegt, ausdauernd, gewalttätig und seit 50 Jahren erfolgreich.)
Aber das 'Wülffchen' ist nur einer, der nicht verstanden hat, der anscheinend geglaubt hat, er (und die Konservativen) und die Wirtschaft und Springers heißes Blatt wären eine Gesinnungseinheit, dabei wird die Politik da bei uns nicht mehr gebraucht, die Wirtschaft hat längst das Sagen (Schröder/Hartz4)? Anders formuliert, die Politiker (außer uns links) sind (fast) alle gekauft? Irgendwie auf jeden Fall. Und er hat halt geglaubt, er würde gebraucht? Irrtum?
Die Wirtschaft braucht keine Politiker, und schon gar kein Primat der Politik, darum geht es, alles was die braucht, ist eine Eigentumsgarantie und eine Mehrwertabschöpfung, mit der kann man alles kaufen, das ist die Macht. Die hat sie. Kein Primat der Politik mehr. Das sollte man den Leuten sagen.
Ist der Wulff einfach nur blöd? (Und der Weg geht sowieso zur Wirtschaftsdiktatur? Köhler: Wirtschaftskriege... Also zumindest, wenn es nach denen geht, die das Sagen haben?)
Ich finde, der Mitschwimmer Wulff steht als Symbol dafür, das es mittlerweile legitim ist, Politik zu kaufen, und das geht so nicht. Also, finde ich.
VON: HANS OTTO SPANKE
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