DIE LINKE.Rheinland-Palz: "Gegen Stasi-Methoden in der Partei DIE LINKE"


Frank Eschrich ist Mitarbeiter von Alexander Ulrich MdB und Sprecher im Kreisverband Pirmasens der Linkspartei

12.08.08
DebatteDebatte, Rheinland-Pfalz, Linksparteidebatte 

 

Peinliche Resolution a' la "Provinzfürstenpaar" in Pirmasens

Von Jakob Reis

Es ist erst wenige Tage her als ein Mitglied des Kreisverbandes Pirmasens sich gegen - wie er die beiden Kreisvorsitzenden nennt - "Fürst Frank I. und Fürstin Brigitte I." wegen einer Diffamierung im Rahmen von Machtspielchen parteiöffentlich zur Wehr setzte und der Provinzdespot Frank Eschrich die  falschen Beschuldigungen zurück nehmen musste. Jetzt  trat der bezahlte Mitarbeiter des umstrittenen Co-Landesvorsitzenden Alexander Ulrich, MdB erneut in den sprichwörtlichen "Fettnapf".

Gleich im Doppelpack offenbarten die beiden Pirmasenser Kreisvorsitzenden Frank Eschrich und seine Lebensgefährtin Brigitte Freihold einträchtig im andauernden Machtkampf innerhalb der Partei DIE LINKE Rheinland-Pfalz erschreckende Defizite im Umgang mit der Wahrheit und  stupende politische Instinktlosigkeit die symptomatisch für den derzeit destruktiven Zustand des Landesverbandes ist.

In einem Initiativantrag an die Mitgliederversammlung am 05.08.2008 - einen Tag nach der Eskalation und den Ausschreitungen der skandalösen Versammlung in Ludwighafen ( s. Artikel in dieser Online-Zeitung ) - beschworen er und seine Mitregentin mit vollmundigen Wortblasen die "Gemeinde" unter der Überschrift: "Gegen Stasi-Methoden in der Partei DIE LINKE"... doch bitte schön die nachfolgende Resolution zu beschließen. Was in dem fast dreiseitigem Pamphlet des Sprecherpärchens dann seinen schriftlichen Ausdruck findet, muss zunächst einmal vom aufmerksamen Leser regelrecht entwirrt werden, um zwischen haltlosen Anschuldigungen, blödsinnig interpretierten Bestandteilen der Parteisatzung, üblen Diffamierungen und Denunziationsversuchen - u.a. auch an die Adresse der amtierende Landesvorsitzende der Partei DIE LINKE in Rheinland-Pfalz, Heidi Racké - die Kernaussagen heraus zu schälen.

Der kundige Leser spürt förmlich, dass der mittels Steuergeldern bezahlte Lakai des umstrittenen Co-Landesvorsitzenden A. Ulrich, MdB in einem Rundumschlag versucht parteiinterne Kritiker seines Dienstherren "platt zu machen" und sich dabei nicht scheut seine Lebensgefährtin Brigitte Freihold mit einzuspannen. So beginnt er seine Abrechnung einer "verschwindend geringen Minderheit" ( die sich mittlerweile auf knapp 50% der Mitglieder erstreckt ), die "mit krimineller Energie und Methoden aus dem Katalog der Staatssicherheit" dem Rest der "demokratischen" Mehrheit ihre Rechte "abschneidet" mit der folgenden unheilschwangeren Einleitung: "Was sich am 4. August 2008 bei der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes DIE LINKE Ludwigshafen zugetragen hat, ist ungeheuerlich..." und gleich anschließend "Ein weiteres mal haben unheilvolle politische Kräfte innerhalb der Landespartei versucht, die demokratische Willensbildung zu verhindern...". 

Was folgt, ist eine ellenlange Litanei über die Taktik und Methoden der "Abstimmungs-Touristen" (wie intern die KV-Wechsler genannt werden), die im Landesverband quasi wie "Abstimmungsmonteure" auf Reisen für die gewünschten Stimmenergebnisse im Sinne der beschworenen "demokratisch getroffenen Mehrheitsentscheidungen" sorgen sollen.

Auch eine durchaus zu konstatierende "Regelmäßigkeit in der eindeutig unlauteren Methode des Mitglieder-Tourismus der Mehrheitsbeschaffungs-Truppen" entbehrt nicht einem gewissen Wahrheitsgehalt. Nur, was der fabulierende Provinzfürst wohlweislich verschweigt ist die Tatsache, dass diese Machenschaften im Landesverband in der Vergangenheit in der Tat zum Alltagsgeschäft der Machtclique um Alexander Ulrich gehörte. Und es waren und sind seine Gesinnungsgenossen, die so z. B. schon im Endstadium des Vereinigungsprozesses vor der eigentlichen Fusion in Trier, für einen in Insiderkreisen "Ulrichgetreuen Kreisvorstand" der Linkspartei.PDS, durch vagabundierende so genannte Doppelmitglieder sorgten, und nach der Fusion in einem sich konstutiierenden Kreisverband auf diese Weise dafür gesorgt haben, dass die Mitglieder mit einem Kreisvorsitzenden "beglückt" wurden, den diese überhaupt nicht kannten. Diese Praktiken werden bis heute je nach Bedarf ausgeübt und die ehemalige und jetzige Landesschiedskommission hat bis dato zahlreiche Wahl-Anfechtungsanträge mit diesem Hintergrund zu bearbeiten.

Die den Pirmasenser Mitgliedern als hieb- und stichfeste Wahrheit untergejubelte These: "Zu der Mitgliederversammlung in Ludwigshafen wurden 8 Mitglieder des Kreisverbandes DIE LINKE Bad Kreuznach beigekarrt, die sich am Abend der Versammlung in den Kreisverband Ludwighafen ummelden wollten"..., entpuppte sich nach Rückfragen an den ehemaligen Kreisvorsitzenden von Ludwigshafen Wolfram Sondermann als glatte Lüge, da kein einziges der beanstanden Mitglieder in Bad Kreuznach wohnhaft ist. Über Herkunft und die näheren Hintergründe dieses Mitgliederzuwachses - den Eschrich und seine Co-Autorin kurzerhand als "neu angereiste Pseudo-Mitglieder" entlarvten - wird noch an anderer Stelle zu berichten sein, und es sei schon jetzt angemerkt, dass hier Zustände des Landesverbandes zu Tage treten die niemand für möglich gehalten und im Parteiengeschehen dieser Republik wohl ihres Gleichen erst noch suchen muss. 

Fragt sich, wie die beiden Schreiberlinge dazu kommen solche Behauptungen aufzustellen? - Bevor nun psychoanalytisch geschulte Leser per Ferndiagnose eine manifeste Neurose vermuten und auf die mit diesem Krankheitsbild einhergehenden symptomatischen  Wahrnehmungsverzerrungen Ausdruck verweisen, um voreilig die gestellte Frage zu beantworten sei auf die Fakten hingewiesen: Weder F. Eschrich noch B. Freihold waren an diesem Abend in Ludwigshafen bei der Skandalveranstaltung anwesend!

Denn wenn dies der Fall gewesen wäre, könnte den beiden der nachfolgend geschilderte Vorfall kaum entgangen sein, der ihr emsiges Manipulationsmanifest vollends in den Bereich des Absurden und Kuriosen verweist: Der ehemalige Kreisvorsitzende W. Sondermann berichtet von einem Kandidaten, den der jetzige Vorsitzende Otto Schäfer (Busenfreund und Mitbewerber im Pöstchengerangel dieser Stammtischpolitiker) ganz oben auf seiner unverblümt verteilten "Wahlvorschlagsliste" an seine Getreuen anführte, folgende absurde Begebenheit: Der Kandidat stellte sich der Versammlung als "zentralistischer Kommunist" vor und verkündete, dass die Mitgliedschaft auch Parteivorsitzende wie Stalin oder Erich Honecker nach außen hin verteidigen müsse. Besonders befremdlich war es, dass keinerlei Rückfragen oder Reaktionen aus der Versammlung erfolgte und der Kandidat ohne wenn und aber sogar gewählt wurde; mithin also Delegierter aus dem KV Ludwigshafen für den kommenden und die folgenden Landesparteitage der zweijährigen Legislaturperiode des neu zu wählenden Landesvorstandes ist.

Ebenso hätten beide wohl mitbekommen, dass unter anderem der Arbeitgeber Eschrichs, A. Ulrich, MdB, der bei den vorgezogenen Parlamentswahlen zum Deutschen Bundestag 2005 über die Wahlliste der Linkspartei.PDS vom Werkzeugmacher und Gewerkschaftsfunktionär der 2. Reihe zu einen leibhaftigen Mitglied des Deutschen Bundestages avancierte, nach Berichten anwesender Mitglieder und Gäste die Tumulte aktiv mitzuverantworten hat, weil er laut Aussagen zu Beginn der Versammlung seinen Gewerkschaftskumpel Otto Schäfer bestärkte, die einzigen demokratisch gefassten Beschlüsse und Aktionen dieses Abends, nämlich die der gewählten Wahlkommission, zu ignorieren. Stattdessen lesen wir in dem Resolutionspapier des Pirmasenser Fürstenpaares wer für die "angeheizte Chaotisierung der tumultartigen Szenen" die Schuld zu tragen hat, nämlich: Wolfram Sondermann, die Vorsitzende des Sozialen Netzwerks Deutschlands für Ludwigshafen Brigitte Hirsch, sowie das Landesvorstandsmitglied Thomas Thiel, die "in Sachen Chaotisierung schließlich keine unbeschriebenen Blätter" seien... und da Mann/Frau gerade so schön dabei ist, werden auch gleich Konflikte in Schlachten, die der federführende Held bei der LAG Kommunalpolitik zu schlagen hat, abgehandelt, denn die drei Unseeligen "sorgten auch bei der letzten Sitzung der LAG Kommunalpolitik mit der Unterstützung der Landesvorsitzenden Heidi Racké und deren Mann Olaf für unhaltbare und beschämende Zustände".

Hört, hört...! - Doch wenn wir mal annehmen, dass das in der subatomaren Welt der Quantenphysik durchaus in den Bereich des Möglichen gehörende Faktum der Teleportion fester Materie von einem Ort zum anderen - unsichtbar versteht sich, und auch die in den Grenzwissenschaften wie der Parapsychologie durchaus und ernsthaft diskutierte Fähigkeit der außerkörperlichen Erfahrungen bzw. Bewusstseinsreisen im Falle der Autoren definitiv auszuschließen ist, müssen wir uns wohl oder übel an die Aussagen von anwesenden Mitgliedern und Gäste halten.

Ein Augenzeuge hört sich dann im O-Ton wie folgt an: "Am Rande, allem voran durch Otto Schäfer, wurden einzelne GenossInnen als in der DDR ausgebildete Stalinisten, Schmierfinken und der Sache nach Parteifeinde, übelstes Gesindel bezeichnet und von seinen Gefolgsleuten wurde eifernd und geifernd nachgetragen "Agenten, Saboteure, bezahlte Parteizerstörer, Nazis..., ihr gehört in den Gulag...". 

Genug der deftigen Wortbeiträge dieser Versammlung, die im übrigen nicht nur von einer Person gehört und bestätigt wurde; was uns zu interessieren hat ist, gegen wen sich diese eindeutig hasserfüllten Tiraden richten: Gemeint ist das ehemalige WASG Mitglied Bernd W., ein in der ehemaligen DDR politisch verfolgt und gequälter Mensch, den die SED-Führung noch vor der Wende aus dem totalitären Bauern- und Arbeiterstaat ausgewiesen hat. Ein Opfer eben dieser Stasi, die dieses so überaus stupende Papier hirn- und geistloser Besserwessis so vollmundig in ihr politisch instinktloses und unsensibles Geschwätz einbinden, um sich zum einen Liebkind beim in seiner Gesamtheit umstrittenen Landesvorstand - den sie in ihrer Resolution ebenfalls anrufen und beschwören zu handeln - und zum anderen beim Dienstherrn des sauberen Herrn Eschrich anzuempfehlen.

Der dadurch bis heute in seiner Gesundheit beeinträchtigte Mensch ist buchstäblich durch die Hölle gegangen und erlebt seit Jahren in abgemilderter Form ähnliche Zustände der Ausgrenzung, Isolation, Verunglimpfung und Verspottung im Rahmen seines Engagements für eine linke Politik durch eben diese Machtclique in deren Reihen eben auch die wie sie an anderer Stelle genannt wurden "Resolutionsgarde".

Selbst durch eine mittels gefälschter Unterschrift und widerrechtlich missbraucht und angeeigneter Mitgliedsnummer an die bundeszentrale Mitgliederverwaltung der damaligen WASG gerichtete Austrittserklärung  wurde Bernd W. gedemütigt. Auch damals wurden aufgrund einer Anzeige die mittlerweile  den politischen Alltag der Partei DIE LINKE in RLP begleitenden Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet, deren Ermittlungen jedoch im Sand verliefen und das Verfahren einstellen mussten.

Damit dem Schlusssatz im Fürstenpamphlet die nötige Würze verliehen werden kann, sei kurz ausgeführt wie der Mitautor eigentlich zu dem einträglichen Plätzchen am Futtertrog eines steuerfinanzierten MdB kam: Frank Eschrich seines Zeichens 2005 noch amtierender Kreisvorsitzender der Linkspartei.PDS in Pirmasens, fiel um eben dieses heute innehabende Pöstchens bei dem - wie schon erwähnt - der Linkspartei.PDS zu verdankenden kometenhaften Aufstieg Alexander Ulrich seiner damaligen Partei buchstäblich in den Rücken. Denn bei der Listenaufstellung beim heftig umstrittenen Wahlantritt der WASG zu den im Frühjahr 2006 stattfindenden Rheinland-pfälzischen Landtagswahlen, kandidierte er als Delegierter seines KV "spontan" und entgegen aller Absprachen im Vorfeld der Veranstaltung gegen den im Vorfeld durch Mitgliederbeschluss favorisierten eigenen Parteigenossen A. Geiger auf dessen Listenplatz und sorgte damals ebenfalls für Tumulte. Er verlor zwar die nach langen Streitereien stattfindende Kampfabstimmung im eigenen Lager, sorgte im Nachhinein aber für einen in der Geschichte des Parteiengeschehens dieser Republik wohl einmaligen Fall. Nach dem Bekanntwerden der Tatsache, dass der "Genosse" schon seit geraumer Zeit auf der Gehaltsliste des MdB und damaligen Landesvorsitzenden der WASG, Alexander Ulrich, stand, löste er kurzerhand den Kreisverband der Linkspartei.PDSs in Pirmasens auf, indem er mit fast dem gesamten Kreisvorstand zur WASG übertrat und damit diese Region bis heute in immer wieder aufbrechende Konflikte und Streitereien stürzte.

So vorbereitet klingt dann der Satz: "Die Partei DIE LINKE ist es wert, dass man für sie kämpft. Schützen wir gemeinsam die beste und demokratischste Satzung der Welt vor der Aushöhlung von Innen und durch gewissenlose Pöstchenjäger...", wie Hohn im Ohr der verratenen und verkauften Mitglieder der Linkspartei in Rheinland-Pfalz und so mach einem stellen sich angewidert die Haare zu Berge, wenn sie den Namen Frank Eschrich auch nur hören.   

Jakob Reis







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