Debatte, neue antikapitalistische Organisation


23.06.11
DebatteDebatte, Sozialismusdebatte, Organisationsdebatte 

 

von G. Karfeld

Ich schrieb in meinen ersten Beitrag:
„Wenn diese neue Organisation erfolgreich sein will, muss sie die Massen erreichen und dies ist nur möglich, wenn die politischen Ziele die Interessen der Massen berühren.
Es müssen Themen sein, die die Massen umtreiben, etwa wie Arbeitslosigkeit, Atomkraft, Harz IV, Rente, Umweltschutz, Gesundheitsversorgung, Kriegseinsätze, u.s.w. Ziele, die grundlegende Rechte darstellen sind nicht verhandelbar.
Zu all diesen Themen, die gleichzeitig auch unsere gesellschaftlichen Probleme darstellen, müssen glaubwürdige Lösungen formuliert werden. Das heißt es muss auch ein gangbarer Weg aufgezeigt werden, wie in der Gesellschaft diese Ziele erreicht werden können. An zweiter Stelle kommt erst die Ideologie, sie stellt meiner Meinung nach den Weg dar, der zu diesen Zielen führt, der sie erreichbar macht.“

Wenn die Ideologie erst an zweiter Stelle steht heißt das doch nicht, dass es keine gibt, und es heißt auch nicht dass sie den Menschen verheimlicht wird.
Die Ideologie ist der Weg für die Lösung der gesellschaftliche Probleme, der den Menschen erklärt werden muss. Offen und ehrlich.

Zu den Ausführungen von Detlef Georgia Schulze

Die Massen sollen nicht geködert werden, sie müssen den Weg ja mitgehen wenn die Organisation erfolgreich sein soll. Die Massen Ködern hieße die Verfolgung von Zielen vortäuschen die man eigentlich gar nicht verfolgen will. Genau dies ist doch die Politik der kapitalistischen Parteien.
Dafür braucht es keine neue Organisation. Der Sozialismus ist für mich nicht das Ziel, sondern das Ziel ist ein gutes und angenehmes Leben mit einer halbwegs gesicherten Zukunft. Der Weg der zum Ziel führt ist der Sozialismus.
Das Pferd von hinten aufzäumen hieße, nun installieren wir mal einen Sozialismus und damit sind alle Probleme beseitigt. Welchen Sozialismus?

Darüber kann die nächsten zwanzig Jahre diskutiert werden ohne sich auf ein Modell einigen zu können. Natürlich macht es keinen Sinn die Lösung der Probleme im kapitalistischen System anzustreben, wenn dieses die Quelle des Problems ist. Egal welches Problem man herausgreift, Umweltprobleme wie die Klimakatastrophe oder soziale Probleme, sie sind im Kapitalismus zu einer echten Bedrohung herangereift, sonst würden sie die Massen nicht bewegen, und sie werden sich im kapitalistischen System weiter verstärken.
Das Jahr 2010 stellt einen neuen Rekord in Sachen Ausstoß schädlicher Klimagase auf, trotz aller Klimakonferenzen und Zusagen diesen Ausstoß zu reduzieren.

Dies zeigt doch sehr eindeutig dass in der kapitalistischen Wettbewerbsgesellschaft dieses Problem nicht lösbar ist.
Genauso verhält es sich mit den sozialen Problemen. Die Angriffe auf die sozialen Sicherungssysteme nehmen zu. In der Krise verstärkt sich der Druck auf diese sozialen Errungenschaften. Der Druck kommt aus dem System, der Sozialabbau ist in diesem System angelegt, also müssen Lösungen außerhalb des kapitalistischen Systems gesucht werden.

Das ist in sehr groben Zügen die Argumentation die zur Ideologie führt.
Die marxististischen Theorien bieten vielfältige Möglichkeiten solche Argumentationen zu untermauern. Aber es muss auch eine alternative Gesellschaftsordnung angeboten werden, will man ernst genommen werden. Auch wenn diese Gesellschaftsordnung Sozialismus heißt, kann es nur ein grobes Modell sein, wenn die Massen demokratisch an ihrer Gestaltung beteiligt werden sollen.

Es ist meiner Meinung nach eine Illusion zu glauben man könnte soeben mal, wie man einen Schalter umlegt, eine neues Gesellschaftsmodell einführen. Allein auf nationaler Ebene muss die Versorgung von achtzig Millionen Menschen sichergestellt sein. Dies gelingt nur wenn eine große Mehrheit in der Gesellschaft diese Umgestaltung unterstützt.

Mein Beitrag zu diesem Thema ist selbstverständlich immer nur ein persönlicher Meinungsausschnitt. Er stellen einen Diskussionsbeitrag dar, der selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit wie auch Fehlerfreiheit hat. Es gilt nur alle Aspekte zu beleuchten, die nützlich erscheinen, zu sammeln, um sie eventuell zu berücksichtigen.







VON: G. KARFELD


Lösungen oder Ideologie – ist das die Frage? - 21-06-11 21:03
Gründung einer neuen antikapitalistischen Organisation. - 07-06-11 21:26




<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz