Gründung einer neuen antikapitalistischen Organisation.


Bildmontage: HF

07.06.11
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Von G. Karfeld

Die Motivation eine neue politische Organisation zu gründen ist in der Regel die Durchsetzung gemeinsamer Interessen mit Gleichgesinnten.
Diese Interessen finden ihren Ausdruck in gemeinsamen politischen Zielen. Wenn also gefragt wird, worüber müssen wir uns verständigen? Dann heißt das, welche politischen Ziele soll diese neue Organisation verfolgen? Es gilt sich also auf diese politischen Ziele zu verständigen. Hat man die Ziele definiert dann muss man sich zweitens über den Weg zur Erreichung dieser Ziele einigen.
Wenn diese neue Organisation erfolgreich sein will, muss sie die Massen erreichen und dies ist nur möglich wenn die politischen Ziele die Interessen der Massen berühren. Es müssen Themen sein, die, die Massen umtreiben, etwa wie Arbeitslosigkeit, Atomkraft, Harz IV, Rente, Umweltschutz, Gesundheitsversorgung, Kriegseinsätze, u.s.w.. Ziele, die grundlegende Rechte darstellen sind nicht verhandelbar.
Zu all diesen Themen, die gleichzeitig auch unsere gesellschaftlichen Probleme darstellen, müssen glaubwürdige Lösungen formuliert werden, Das heißt es muss auch ein gangbarer Weg aufgezeigt werden wie in der Gesellschaft diese Ziele erreicht werden können und noch viel wichtiger, diese Lösungsvorschläge müssen als Information bei den Massen ankommen. Die Massenmedien des Kapitals stehen für diese Aufgabe natürlich nicht zur Verfügung.
Die politischen Ziele sind es, die absolut im Vordergrund stehen müssen. Erst an zweiter Stelle kommt die Ideologie, sie stellt meiner Meinung nach den Weg dar, der zu diesen Zielen führt, der sie erreichbar macht.
Nun könnte man sagen, wir vereinfachen das ganze, nennen ein Ziel, das ist der Sozialismus, und mit seiner Einführung werden alle Probleme gelöst. Es ist sehr unwahrscheinlich dass eine solche Strategie erfolgreich ist. Ein einziges Wort wie Sozialismus läßt unzählige Interpretationsmöglichkeiten zu, jeder versteht darunter etwas anderes, die Zersplitterung der linken Szene in eine Vielzahl kleiner linker Gruppen beweist, so kann eine erfolgreiche Organisation nicht entstehen. Die Trennung von Ziel und Weg ist sehr wichtig. Mit den Zielen können sich die Massen ohne große Schwierigkeiten identifizieren. Eine Altersrente ohne Armut oder ein Einkommen von dem man auch gut leben kann ist für die Masse der Bevölkerung absolut erstrebenswert. Die sozialen Errungenschaften der Nachkriegszeit möchten die Massen nicht mehr missen. Diese Errungenschaften werden jetzt in der Krise, die im Kapitalismus zu einer verschärften Wettbewerbssituation führt, im Zeitraffertempo abgebaut. Millionen von Existenzen werden in Frage gestellt. Allein der Erhalt dieser sozialen Errungenschaften aus der Nachkriegszeit wird zur Existenzfrage für das nationale Kapital und ist somit für dieses eine absolute Herausforderung. Eine neue Organisation sollte die Rechte der Massen bedingungslos einfordern, die Menschen und ihre Rechte sollten absolut in den Vordergrund gestellt werden. Die politischen Ziele müssen die Herausforderung für das Kapital sein nicht die Ideologie. Die Ideologie ist der Weg. Die Machbarkeit und der Weg dort hin ist jedoch Überzeugungsarbeit, die gegenüber den Massen geleistet werden muss. Das heißt die Massen müssen für einen Weg aus dem kapitalistischen Wettbewerbssystem gewonnen werden und welchen Weg die Massen bereit sind mitzugehen hängt einmal von dem vorgeschlagenen Weg ab und von der Überzeugungskraft der Argumente für diesen Weg. Also macht es keinen Sinn einen starren detaillierten Gesellschaftsentwurf vorzulegen und den Massen die Wahl zulassen entweder Kapitalismus oder Sozialismus so wie wir ihn uns vorstellen. Das heißt die Massen müssen mit eingebunden werden und dies funktioniert nur über eine basisdemokratische Organisation. Die Gründung einer solchen ist sicherlich eine anspruchsvolle Aufgabe. Nur wenn man sich selbst als Teil der Masse (oder auch Klasse) sieht und davon überzeugt ist, dass die eigene soziale Situation nur gemeinsam solidarisch mit der Masse verbessert werden kann, ist die Motivation vorhanden ein solches Projekt zum Erfolg zu verhelfen. Von Vornherein sollte aber klar gestellt werden, das kapitalistische System ist kein Hindernis für die gesteckten Ziele. Die gesellschaftlichen Verhältnissen müssen an den Erfordernissen der Menschen angepaßt werden. Es ist deshalb vorauszusehen, dass der Aufbau einer solchen Organisation gezielt gestört wird. Die Herrschenden werden alle Mittel in Bewegung setzen, sollte sich ein Erfolg abzeichnen, diesen zu verhindern.



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