Teilreplik zu Bericht aus dem Wolkenkuckucksheim von Detlef Georgia Schulze

12.09.10
DebatteDebatte, Soziales, TopNews 

 

von Hans-Dieter Wege

Einmal um die ganze Welt, und die Taschen voller Geld... und/oder von der Freiheit die ich meine?

So schnell werde in einem kapitalistischem System wohl nicht die Arbeit ausgehen und nur wer sich einen Australienurlaub gönnen möchte, würde auch zur zusätzlichen Lohnarbeit neben einem Existenzgeld bereit sein. Alle die das aber nicht vorhaben, würden sich dann wohl nach Meinung des Autors mit einem zwanglosem Existenzgeld zufrieden geben.

Auf der anderen Seite muss man doch jetzt die Frage stellen, wie will überhaupt derjenige oder diejenige Urlauberin diese Entfernung von über 10.000 Kilometern nach Australien bewerkstelligen?
Wollen diese Menschen dorthin schwimmen? Flugzeuge oder auch Schiffe dürfte es wohl kaum noch geben, da ja nach Meinung des Autors wohl eher niemand mehr dazu bereit wäre solche zu produzieren.

Hier entsteht ein Widerspruch zu den ansonsten durchaus nach zu vollziehenden Schlussfolgerungen oder Einwänden.

Allerdings stellt sich dann die nächste Frage zu den Luxusgütern. Was sind denn nach Ansicht des Autors überhaupt Luxusgüter?
Transportmittel wie Flugzeuge oder Schiffe, vielleicht ja auch das stinknormale Kraftfahrzeug scheinen ja nach Ansicht des Verfassers dann wohl nicht gemeint zu sein? Und genau da heraus wird auch die Annahme des Verfassers nachvollziehbar, dass in einem kapitalistischen System die Lohnarbeit nicht so schnell ausgehen würde.

Und die Reisefreiheit, hier gemeint der Trip nach Australien, erscheint für viele vielleicht wünschenswerter als die Befreiung von der Lohnarbeit.

Aber gerade hierzu müßte eigentlich die Freiheit des Einzelnen regelrecht beschnitten werden, denn gerade hierdurch entsteht ein Frefel an der Natur, der Umwelt und dem Klima und natürlich gerade durch die Produktion fast aller heutiger motorisierter Verkehrsmittel.

Und ganz genau dieses wird wohl von der Mehrheit der Menschen in diesem Land oder auch in vielen anderen Ländern nicht sehr gerne gehört werden, es ist aber gerade ein Punkt, der die Abkehr von einer zwanghaften Lohnarbeit im Kapitalismus notwendig macht.
Und auch in einem sozialistischen oder kommunistischen System darf diese derzeitige Produktionsweise solcher Güter doch nicht auch noch übernommen werden.

Ich bleibe dabei, der Abkopplung von Millionen Menschen von der derzeitigen Lohnarbeit muss durch radikale Verkürzungen der Lohnarbeitszeiten entgegen getreten werden.Hierfür dürfte ein Stundenansatz von 4 Stunden täglich anfangs ausreichen. Hierzu muss Übergangsweise eine Arbeitskraftabgabe auf Kosten der Profite gefordert werden und zwar mindestens in Höhe eines flächendeckenden Mindestlohnes von 10 Euro in der Stunde. Und hiermit muss u.a. ein einheitliches Grundeinkommen vom Säugling bis zum Greis finanziert werden.
Letztendlich muss jeder erwerbsfähige Mensch in Deutschland das Recht bekommen an jeder gesellschaftlich notwendigen Arbeit mit einem gleichen Stundenansatz beteiligt zu werden und jede Arbeit muss auch gleichberechtigt gewürdigt werden.
Die Arbeit in der Rüstung oder Tätigkeiten die kriegerischen Zwecken dienen würde ich persönlich allerdings nicht dazu rechnen und Lohnarbeit hierzu sollte man als Erstes ganz verbieten.

Letztendlich muss zwangsläufig die gesamte Lohnarbeit und damit auch der Kapitalismus als System überwunden werden, allerdings nicht durch einen Sozialismus oder Kommunismus der die Fehler in der kapitalistischen Produktionsweise nicht radikal abstellt.

Denn die individuelle Freiheit des Einzelnen darf in meinen Augen in keinem Gesellschaftssystem höherwertiger angesetzt werden als die Freiheit, die Gesundheit und die Existenz der gesamten Gesellschaft an sich.

Mit freundlichen solidarischen Grüßen für eine andere bessere freiheitlich internationale Gesellschaft

Hans-Dieter Wege



VON: HANS-DIETER WEGE


Bericht aus dem Wolkenkuckucksheim - 08-09-10 22:07




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