"Ein bisschen Drill muss sein.."


Bildmontage: HF

14.12.17
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Antworten von Zorn, Fragen aber mit Wut: Mainstream-Reporter in der Saarbrücker-Zeitung.

So geht WASTE-NEWS!

Von Dr. Nikolaus Götz

Wie bekommt man einen "Dreisternegeneral" zum Interview ins Pressehaus? Bestimmt nicht, bei der provozierenden Leitfrage: "Steht die Bundeswehr in Afghanistan vor dem Endsieg?"

Jeder Deutsche weiß, dass inzwischen seit 17 Jahren nun, die Bundeswehr das "Land am Hindukusch" in einem humanitären Einsatz befriedet und sich ununterbrochen von dort "zurückzieht"! Doch die breite Öffentlichkeit erfährt vom Krieg an dieser ’Ostfront’ wie im Dritten Reich nur, wenn dort, bedauerlicher Weise, deutsche Soldaten in Göppelscher Diktion von "feigen Taliban aus dem Hinterhalt" erschossen wurden! Vielleicht gibt es Nachricht aber auch, wenn in der politisch sehr informativen ZDF-Kabarett ’Heute-show’ die aktuelle ’Ministerin für Frieden’ auf die Schippe genommen wird.

Nachdem wieder einmal im Bundestag alle sogenannten „Friedenseinsätze“ der Bundeswehr verlängert wurden (Verlängerung des Syrienmandats), informiert die Saarbrücker Zeitung und ihre beauftragten Investigationsjournalisten umgehend ihr Lesepublikum. Natürlich stellen die absolut höflich fragenden Journalisten dem ’angetanzten’ General der Bundeswehr und bekannten ehemaligen Kommandeur der Saarlandbrigade Eberhard Zorn nicht eine Frage, wie sie vielleicht aus der ’Deutschen Friedensbewegung’ kommen würde: „Wurden in Afghanistan nicht ein paar Milliarden Euro aus dem Etat des Bundeshaushaltes umsonst verschleudert? Oder hat die Bundeswehr dort inzwischen nicht genug Brunnen gebohrt?“ Nein, diese dreisten Mainstreamreporter wagen sich fast und nur indirekt, ganz vorsichtig nach dem geringen Interesse der „deutschen Jugend“ nach einem Job bei der Bundeswehr zu fragen: „Viele schreckt vielleicht auch der Umgangston in der Grundausbildung ab.“ Wobei dieser locker ’zugespielte Ball’ dem General die Chance bietet, seine ihm vorgegeben Denkschablonen stolz zu verkünden. „...So wollen wir neue Kameraden etwas behutsamer in die Bundeswehr einführen.“ Und etwas später, die Journalisten aufklärende, frische Erkenntnis: „Ohne Kommandos und das Prinzip von Befehl und Gehorsam geht es in einer Armee nicht.“ Also: „Es muss auch Drill geben!“ (Saarbrücker Zeitung online, vom 10.Dezember 2017), was im Widerspruch zum gewählten SZ-Titel für den tollen Arbeitgeber Bundeswehr steht: „Ein bisschen Wohlfühlen muss schon sein....“!

Gut gemacht Saarbrücker Zeitung! Wie ist es doch so schön, für Krieg indirekt auch heute wieder Propaganda zu machen. Kein Wunder also, dass außer ’Erstklässern’ kaum jemand diese unkritischen, einer guten Presse unwürdigen Frage-Antwortspielchen dieser Regionalzeitung mehr lesen will.

 

Link zum Artikel:

https://www.saarbruecker-zeitung.de/politik/themen/ein-bisschen-wohlfuehlen-muss-schon-sein_aid-6931456







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