Im realen Manchesterkapitalismus gibt es kein „Linkes“ und „Bedingungsloses Grundeinkommen“


Bildmontage: HF

09.05.18
DebatteDebatte, Sozialstaatsdebatte, TopNews 

 

Von Reinhold Schramm

Frau Charlotte Ullmann, warum verzapfen sie ideologischen Unfug?

Einerseits beschreiben Sie den Kapitalismus richtig, andererseits fordern sie im Manchesterkapitalismus, der Siemens, Mohns, Boschs, Springers und Quandts, ein „bedingungsloses Grundeinkommen“.

Die Diskussion kann man wohl führen, aber die Durchsetzung, als bürgerliche Reform, im Kapitalismus, bleibt wirkungslos. Dafür müsste Frau und Mann den Kapitalismus schon gemeinsam nachhaltig beseitigen. Danach stellt sich die Aufgabe der Neuformierung der neuen solidarischen Gesellschaftsformation.

Mit der Forderung eines bedingungslosen Grundeinkommens im Kapitalismus, an die Adresse der bürgerlichen Administration der Finanz- und Monopolbourgeoisie, verbreiten auch Sie nur Illusionen über den Manchesterkapitalismus. Allenfalls betreiben sie damit, ganz im Interesse der Monopolbourgeoisie, in den kapitalistischen Wirtschaftsmetropolen, die Zerschlagung der bürgerlichen Sozialsysteme und deren (ökonomischen) Weltmarktanpassung nach ganz unten.

Also, nochmals, nicht das Schüren von Illusionen in das imperialistische Wirtschafts- und Sozialsystem ist die Aufgabe, sondern die Mobilisierung der vom Kapitalismus Ausgebeuteten und Unterdrückten, für die Überwindung und Aufhebung der kapitalistischen und imperialistischen Gesellschaftsordnung.

Zugleich geht es nicht um neue bürgerliche Privilegien in den Wohlstands- und Konsummetropolen der kapitalistischen Welt, auf sozioökonomische und ökologische Folgekosten der geplünderten Rohstoffregionen und deren Menschen, sondern um die (weltweite) Aufhebung und Beseitigung des Kapitalismus, weltweit.

Im sozialrevolutionären, sozialökologischen und emanzipatorischen Prozess, einschließlich der gesellschaftspolitischen Umgestaltung, stellt sich die Frage, im Zusammenhang mit der Angleichung der (weltweiten) Lebensverhältnisse, nach einem allgemeinen „Grundeinkommen“, bzw. einer regionalen Existenzsicherung [entsprechend den jeweiligen Lebensbedingungen und dem Grad der qualitativen Entwicklung des Gemeineigentums an gesellschaftlichen Produktionsmitteln[, auf einer neuen sozial- und gesellschaftspolitischen Ebene. --

Dafür müssten wir aber auch schon die differenzierte Ausbeutung und feudal-kapitalistische Entfremdung, den weltweiten Feudalismus und Kapitalismus, ernsthaft (ideologisch) bewusstseinsmäßig und (praktisch) sozialrevolutionär, beseitigen.

Vielleicht hilft hier auch die Aussage von Clara Zetkin zur Gewaltfrage in der “Kommunistischen Fraueninternationale“ von 1922 weiter:

 

Zur G e w a l t f r a g e

Gegen den Pazifismus (Auszug)

“Der Pazifismus ist seinem Wesen nach bürgerliche Sozialreform, ist eine spezifische Form der bürgerlichen Sozialreform und ebenso ohnmächtig wie diese, die Widersprüche, Gegensätze und Übel des Kapitalismus zu überwinden.“

“Um sich von der Ausbeutung und Unterdrückung zu befreien, muss die Arbeiterklasse der Bourgeoisie nicht bloß die Produktionsmittel des Lebens entreißen, sondern auch die Produktionsmittel des Todes. Gewalt lässt sich nicht wegdisputieren und nicht wegbeten. Gewalt kann nur durch Gewalt gebrochen werden. Das sprechen wir Kommunisten offen aus, nicht weil wir ‘Anbeter der Gewalt’ sind, wie sanfte bürgerliche und sozialdemokratische pazifistische Gemüter uns beschuldigen. Nein, wir beten die Gewalt nicht an, jedoch wir rechnen mit ihr, weil wir mit ihr rechnen müssen. Sie ist da und spielt ihre geschichtliche Rolle, ob wir wollen oder nicht. Es fragt sich nur, ob wir sie widerstandslos erdulden oder ob wir sie kämpfend überwinden wollen.“

Quelle: Clara Zetkin, Gegen den Pazifismus. Aus der

“Kommunistischen Fraueninternationale“ 1922, S. 13/14.

von Clara Zetkin

 

Gegen den Pazifismus (Auszug)

[Diese, meine Abschrift erfolgte in den 1970er Jahren im Archiv der Staatsbibliothek in Berlin-Ost.]

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Mit solidarischen Grüßen, für den gemeinsamen und emanzipatorischen Klassenkampf, für die Überwindung der kapitalistischen Entfremdung und Beseitigung der kapitalistischen Gesellschaftsformation.

 

09.05.2018, Reinhold Schramm

 



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