Der rechte Mann für die Koordination der Werte von Christdemokraten in unserem Land?

22.11.21
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Ein Kommentar von Georg Korfmacher, München

Derzeit läuft ein eher unappetitlicher Kampf zwischen drei christ-demokratischen Haudegen um den Platz an der Spitze der CDU. Während man den Hintergrund zweier Kanditaten suffisant durchleuchtet, hört man vom Dritten betmühlenartig im Wesentlichen nur, dass er aus dem Sauerlandkreis kommt. Da ist es schon verwunderlich, dass die Medien sich in dieser aktuellen Situation bei einem Mann zurückhalten, der mit schiefem Hals und schrägem Blick in seiner Vergangenheit in einem beruflichen Umfeld tätig war, das mit christlichen Werten wohl kaum vereinbar ist. Merz ist ein BlackRock-Mann! Er hat sich von dieser Tätigkeit nicht nur nie distanziert, sondern der Blackrock-Chef Larry Fink erklärte bei der Ankündigung von Merz, wieder in die Politik gehen zu wollen: "BlackRock und Friedrich Merz pflegen weiterhin eine hervorragende Beziehung",. Von 2016 bis 2020 war er Vorsitzender des Aufsichtsrats der deutschen BlackRock-Tochter und tolldreister Lobbyist beim Bundesfinanzministerium. Und immer schon CDU-Mitglied. "Blackrock kann also noch darauf hoffen, dass Merz nicht gewählt wird."

Selbst wenn er nur an die Spitze der nach einem dramatischen Absturz seiner zur Opposion verdammten Partei will, kann uns das in unserer politischen Landschaft nicht kalt lassen. Als BlackRock-Mann hat er Übung und Erfahrung darin, wie man Erträge aus Kapitialvermögen vor der Steuer rettet. So weiß er, wie man Reiche noch reicher macht und Arme in Schranken hält. BlackRock ist der mit Abstand größte Finanzverwalter der Welt, fungiert offiziell als «Schattenbank», um nicht den Bankenregulierungen unterstellt zu sein, und ist rechtlich in einem der übelsten Steuerparadiese, dem US-Staat Deleware, angesiedelt. Und Merz beklagt ausdrücklich ein fehlendes Wirtschaftskonzept seiner Partei.

In dieser Situation ist die Kritiklosigkeit der Medien schon verwunderlich, noch mehr aber die Begeisterung der jüngeren CDU-Wähler für ihn. Das ist geradezu unverantwortlich in Anbetracht der Tatsache, dass Merz BlackRock bei Anne Will öffentlicht für nachhaltiges Wirtschaften lobt und gleichzeitig verschweigt, dass BlackRock über alle Maßen in klimaschädliche "braune Anleihen" von Firmen investiert, die im Kohle-, Öl- und Erdgasgerschäft tätig sind. Die Maxime von BlackRock ist nämlich glasklar: "Unser Ziel ist es, mehr und mehr Menschen zu finanziellem Wohlstand zu verhelfen." Sicherlich wünscht sich jeder Sicherheit und Wohlstand durch seine Arbeit. Nicht aber brauchen wir an wichtiger politischer Stelle einen BlackRock-Mann, der sich darauf versteht, Wohlstand aus einer Geldwolke zu erzielen, die leistungslos und mit unvorstellbarer Geschwindigkeit um unsere Erde schwappt. Solche Geschäfte haben unsere Welt seit etwa 50 Jahren in eben die katastrophale Lage gebracht, aus der wir heute ebenso verzweifelt wie hilflos einen Ausweg finden müssen. Kein Mensch hat das Recht, für seinen Wohlstand andere Menschen und die Natur schamlos auszuplündern. Das gilt auch und insbesondere für BlackRock und Konsorten, die ausgemerzt gehören, wenn wir in unserer Welt mit gleichen Rechten und Pflichten weiterleben wollen.







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