Es war nicht alles Mist in der DDR!

26.12.17
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Von Reinhold Schramm

»Joachim Sauer : "Ich profitierte von der DDR-Hochschulreform". Zum ersten Mal gewährte Kanzlerinnengatte Joachim Sauer einer Tageszeitung ein Interview. Er klagt darin über zeitraubende Vorlesungen, kritisiert das Bildungssystem und erklärt, warum eine Flucht aus der DDR für ihn nie infrage kam.«

Vgl. Spiegel-Online *

Kommentar

Es war nicht alles Mist in der DDR!

Diese Wahrheit konnten die wenigen Antifaschisten und Kommunisten den Opportunisten in der SED und der Mehrheit der Arbeiterklasse nicht vermitteln. Das Bedürfnis nach westdeutschen Konsum und Wohlstand, unter der Macht und Herrschaft der quandtschen und springerschen Finanz- und Monopolbourgeoisie, war größer als alle wissenschaftlich-marxistische Aufklärung. Dafür wurde auch die internationale Solidarität mit den politisch Unterdrückten und ökonomisch Ausgebeuteten nachhaltig über Bord geworfen.

* Vgl. Spiegel-Online am 23.12.2017: 

Erstes Interview von Joachim Sauer:  "Ich profitierte von der DDR-Hochschulreform".

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/angela-merkel-ehemann-joachim-sauer-gibt-erstes-ausfuehrliches-interview-a-1184849.html

Berliner Zeitung am 23.12.2017: Interview mit Joachim Sauer. Nobelpreise sind nicht alles. »Joachim Sauer ist Quantenchemiker und war 24 Jahre Professor an der Humboldt-Universität.« – »Ich finde es wichtig, Nachwuchs für die Forschung zu gewinnen. Allerdings sind meine Spezialfächer, die physikalische Chemie und die Quantenmechanik, nicht allzu populär unter Chemiestudierenden. Man kommt ohne Mathematik nicht aus. Das schreckt viele ab. In so einer Vorlesung sitzen etwa 60 Leute, und ich hatte immer nur bei einem Teil, vielleicht zehn bis 15 Personen, den Eindruck, dass sie zuhören.« –

www.berliner-zeitung.de/wissen/interview-mit-joachim-sauer-nobelpreise-sind-nicht-alles-29338036

»Um eines aber beneide ich die heutigen Studierenden auf keinen Fall: um die Bologna-Reform mit den Bachelor- und Masterstudiengängen. Sie hat die Freiheit der Lehre stark eingeschränkt, und die Studienordnung ist zu einem Hexen-Einmaleins geworden: mit der Festlegung von Kreditpunkten pro Semester, mit der strikten Fixierung auf Module, die ihrerseits wieder zahlreiche formale Kriterien erfüllen müssen. Selbst wenn wir Lehrenden uns einig sind mit den Studierenden, gibt es dann irgendwann ein Problem mit den formalen Regeln. Das fand ich sehr belastend.« –

»Ich hatte Glück: Ich kam früh in die Schule, hatte mit 18 Jahren Abitur und Facharbeiterbrief. Dann profitierte ich von der DDR-Hochschulreform im Jahr 1967/68. Man führte damals ein Forschungsstudium ein, in dem man sofort nach den vier Jahren Studium und Ablegen der Hauptprüfungen in die Promotion einsteigen konnte.«

24.12.2017, Reinhold Schramm (Zusammenfassung)







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