Fachkräftemangel ist die Folge eigener Fehler

01.02.23
DebatteDebatte, Wirtschaft, TopNews 

 

Ein Kommentar von Georg Korfmacher, München

Bildung ist zwar ein Menschenrecht und in vielen Abkommen geregelt, nicht aber in unserem GG. Bildung ist Ländersache mit der Folge, dass wir nur von einem Flickenteppich reden können. Dabei ist Bildung (neben dem persönlichen Ergeiz) eine der wichtigsten Aufgane des Staates, damit jeder unabhängigvon Herkunft und Stand die Möglichkeit hat, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Wenn ein Staat dem Bildungsaufrtag nicht nachkommt, führt das zwangsläufig zu einem Defizit in der Berufsausbildung und somit z.B. zum heute vielbejammerten Mangel an Fachkräften. Dieser Mangel ist auch ein Ergebnis unseres profitorientierten, kapitalgesteuerten Wirtschaftssystems, insbesondere in Großbetrieben, wo überall und immer wieder am Personal und dessen Entlohnung gespart wird, um den Profit zu maximieren. Ein geradezu makaberes Beispiel dafür ist Amazon. Der Besitzer dieses Unternehmens gilt als der reichste Mann der Welt, während die für ihn arbeitenden Menschen zu Hungerlöhnen wie Arbeitsroboter schuften müssen, um dann doch nur in die soziale Unterschicht abzurutschen. Ähnliche Zustände finden wir in Krankenhäusern, Betreuungs- und anderen Sozialeinrichtungen.

Anstatt nun Fachkräfte auszubilden, besser zu bezahlen und somit den Arbeitsplatz attraktierver und somit schlussendlich die Leistung hochwertiger (sprich wettbewerbsfähiger) zu machen, konzentriert sich Politik und Wirtschaft auf uralte kolonial-imperialistische Praktiken, billige Arbeits- und Fachkräfte aus ärmeren Ländern anzuheuern mit der Folge, dass die dann in ihrem Heimatland fehlen und bei uns menschenunwürdige soziale Spannungen entstehen, weil unser Sozialsystem weitgehend versagt. Das erinnert geradezu fatal an die Bulle "Dum Diversas" des katholischen Papstes vom 18.6.1452 mit der Befugnis des Königs von Portugal, "die Länder der Ungläubigen zu erobern, ihre Bewohner zu vertreiben, zu unterjochen und in die ewige Knechtschaft zu zwingen". Sklavenatbeit ist auch heute wieder ein Begriff für menschenunwürdige Arbeitsverhältnisse, insbesondere von ausländischen Arbeitnehmer:innen.

Bildung als Voraussetzung für eine gute Ausbildung nach eigenen Vorstellungen ist eine primäre Aufgabe des Staates. Abwiegelnde Erklärungen aus der Politik sind ein Armutszeugnis und Zeichen mangelnder Qualifikation für die Position, in die so mancher Politiker:in nur durch Parteigewürge gehievt worden ist. Unser Land ist durch Migration zu dem geworden, was es heute ist. Solange der Politik und Wirtschaft der US-Kapitalismus mit gnadenloser Profitorientierung wichtiger ist als die Verantwortng für Bildung, Ausbildung, Fortbildung und Soziales, werden wir die Schere zwischen arm und reich immer nur kalffender und schärfer machen. Damit verzichteten wir bewusst auf das Potential vieler Menschen für eine qulifizierte Tätigkeit und ein erfülltes Leben aus eigner Kraft. "Die herrschenden Ideen eines Zeitalters waren immer nur die Ideen einer herrschenden Klasse", stellte schon Karl Marx fest. Wir müssen uns von der nimmersatten Profitgier des US-geführten Kapitalismus trennen, wenn wir die Probleme der Menschen lösen wollen. "Wir brauchen eine andere Bildung für eine andere Gesellschaft und eine andere Gesellschaft für eine andere Bildung", postulierte Marx ebenso ganz aktuell.







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz