Hartz IV-Parteien, aber auch falsche Parolen entlarven!


Bildmontage: HF

15.05.12
DebatteDebatte, Soziales, Bremen 

 

von Hans-Dieter Wege

Die Wahl in Nordrhein-Westfalen lässt für alle finanziell benachteiligten Menschen in Deutschland auch im Hinblick auf die nächste Bundestagswahl nichts Gutes erwarten.

Wir müssen deshalb aktiv werden, die notwendige Aufklärung vornehmen und einen Lösungsvorschlag mitentwickeln, dem auch Parteien zustimmen, die eindeutig auf unserer Seite stehen.

Ich erkläre hier einmal, wie ich das „aus der Sicht eines Hauptschülers“ meine, und zwar anhand der gegenwärtigen Situation auf dem Arbeitsmarkt mit all ihren negativen Folgen für Erwerbslose und prekär Beschäftigte.

Hierzu eine ganz kurze Analyse. Derzeit werden – nach den Beschäftigten, die noch in Vollzeit arbeiten – circa 34 Millionen möglicher Erwerbsfähiger mit dem Rest von ungefähr zwölf Milliarden bezahlter Stunden Erwerbsarbeit abgespeist. Das ist ungefähr ein Fünftel aller bezahlten Arbeitsstunden eines Jahres. Auf jeden möglichen Erwerbsfähigen entfallen somit durchschnittlich 25,25 Stunden bezahlter Erwerbsarbeit. Damit komme ich zu den Parolen der verschiedenen Parteien, zu denen leider auch die Partei „Die Linke“ gehört.

Wie lauten denn die Standardforderungen? „Gute Arbeit! Zehn Euro Mindestlohn! Gute Bildung! Bezahlbarer Wohnraum!“ Sie hören sich vielleicht ganz gut an, diese Forderungen, aber was ist denn „gute Arbeit“ für all die Menschen, die hierfür mit 25,25 Stunden im Monat abgespeist werden sollen? Was nützt denn die „gute Bildung“ jenen, die in diesen Personenkreis fallen? Zehn Euro Mindestlohn mal 25,25 Stunden wären 252,50 Euro Monatseinkommen! Wem hilft das wirklich?

„Bezahlbarer Wohnraum“, was für eine Forderung! Für wen bezahlbar? Ein Vollzeitbeschäftigter mit einigen Tausend Euro Monatseinkommen sieht die Antwort darauf ganz anders als ein Transferempfänger. Meiner Meinung nach müssen wir anfangen, hierzu eine ganz deutliche Sprache zu sprechen, die jeder versteht.

Wir sollten damit auch alle Parteien fordern und letztendlich – wenn uns niemand für voll nimmt oder alle uns ignorieren – vielleicht wirklich ins Auge fassen, eine Partei zu gründen, die unsere Forderungen vertritt und in der die Menschen auch unsere Sprache sprechen, statt uns einzulullen.

Hans-Dieter Wege (parteilos, Gegner asozialer Politik)

http://www.bremer-montagsdemo.de/375/reden375.htm

 


VON: HANS-DIETER WEGE






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