Rund 100 bei Kundgebung in Gronau gegen Uranmüllexport


Bildmontage: HF

17.11.19
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Montag (18.11.) Mahnwachen in D und NL

Von GAL Gronau

Am Sonntag (17.11.2019) haben sich rund 100 Mitglieder mehrerer Organisationen an einer Kundgebung vor der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage in Gronau (Westfalen) beteiligt. Der Protest richtete sich gegen den neu begonnen Uranmüllexport von Gronau nach Russland. Am Montag (18.11.2019) wird im Münsterland und in Enschede (NL) mit Mahnwachen erneut demonstriert werden.

Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände wie das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, Greenpeace und der BBU befürchten, dass am Montag erneut ein Sonderzug mit Uranmüll von der Urananreicherungsanlage Richtung Russland starten soll. „Die Kundgebung in Gronau wurde innerhalb von nur 14 Tagen organisiert und es beteiligten sich Gruppen aus der Bundesrepublik, aus den Niederlanden und sogar aus Russland. Das ist beachtlich und der Dank gilt allen, die diese eindrucksvolle Aktion angestoßen und organisiert haben“, betont Udo Buchholz, der für die Grün Alternative Liste (GAL) im Rat der Stadt Gronau sitzt.

Die GAL Gronau bezeichnet es als empörend, dass seit dem Frühjahr 2019 erneut Uranmüll von der Gronauer Urananreicherungsanlage des Urenco-Konzerns nach Russland exportiert wird. Erst nach einer schriftlichen Anfrage der GAL an NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart wurde öffentlich bekannt, dass wieder Uranmüll von Gronau nach Russland transportiert wird. Ebenso wie Bürgerinitiativen und Umweltverbände ruft auch die GAL zur Teilnahme an den Protesten auf.

Bei der Kundgebung am Sonntag sprachen sich Mitglieder mehrerer russischer und deutscher Initiativen und Verbände gegen den Uranmüllexport und für die sofortige Stilllegung der Gronauer Urananreicherungsanlage aus. An der Kundgebung selber nahmen auch Bürgerinitiativen von den umliegenden Atomstandorten in Ahaus und Lingen teil. Und aus den Niederlanden unterstützten Gruppen den Protest, die sich in den Niederlanden für die Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Almelo engagieren. Ebenfalls beim Protest dabei waren Delegationen von Greenpeace, der atomenergiekritischen Ärzteorganisation IPPNW und des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU).

Mahnwachen am Montag im Münsterland und in Enschede (NL)

Am Montag (18.11.) wird dann im Münsterland mit Mahnwachen gegen den drohenden Abtransport von Uranmüll demonstriert. Bekannt sind bisher Mahnwachen in Gronau, Münster, Drensteinfurt und Hamm. Zudem soll am späten Nachmittag in Enschede (NL) protestiert werden..

Gronau: ab 8.00 Uhr auf der Brücke vor der Urananreicherungsanlage, Max-Planck-Straße

Münster: Hauptbahnhof, 10.45 Uhr

Drensteinfurt: Bahnhof, 12.30 Uhr

Hamm: 13.30 Uhr, Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof Hamm

Enschede (NL): 17.00 – 17.30 Uhr, Bahnhofsvorplatz

Wie spät der Sonderzug mit Uranmüll die Urananreicherungsanlage verlassen und welche konkrete Route er für den weg zu einem Hafen an der niederländischen Küste nutzen wird (Rotterdam oder Amsterdam), ist noch nicht ganz sicher.

Auch die jüngst bekannt gewordenen Uranmülltransporte von der Urenco-Urananreicherungsanlage in Capenurst (Großbritannien) nach Russland stoßen beim Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, beim Arbeitskreis Umwelt (AKU) Schüttorf, beim AKU Gronau, bei der der GAL Gronau und bei weiteren Organisationen auf scharfen Protest.

Die GAL Gronau fordert grundlegend, ebenso wie Bürgerinitiativen und Umweltverbände, zum Schutz der Bevölkerung die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlagen in Gronau und Capenhurst. Außerdem fordert die parteiunabhängige Organisation gemeinsam mit weiteren Gruppen die sofortige Stilllegung der weiteren Urenco-Anlagen in Almelo (NL)und Eunice (USA).

Stilllegung der Urananreicherungsanlage wäre ein konsequentes Zeichen der NRW-Landesregierung

Dass es erstmals seit rund zehn Jahren wieder Uranmülltransporte von Gronau nach Russland gibt, hat die GAL Gronau in diesem Sommer aufgedeckt. Anlässlich des 34. Jahrestages der Inbetriebnahme der Gronauer Urananreicherungsanlage hatte die GAL Gronau am 15. August 2019 in einem Schreiben an NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart ihre langjährige Forderung nach der sofortigen Stilllegung der umstrittenen und hochgefährlichen Anlage bekräftigt. In dem Schreiben an Minister Pinkwart hieß es u. a.: „Als Wirtschaftsminister des Landes NRW liegt die Atomaufsicht in Ihrer Hand. Es liegt in Ihrer Hand, weitere Störfälle in der Anlage zu verhindern, die weitere Atommüllproduktion in Gronau zu verhindern und den weiteren Umgang mit der hochbrisanten Zentrifugentechnik zu unterbinden. Wiederholt wurde in Rechtsgutachten festgestellt, die u. a. von der ehemaligen Bundesumweltministerin Frau Barbara Hendricks in Auftrag gegeben wurden, dass die Urananreicherung in Gronau rechtssicher beendet werden kann. Und da Ministerpräsident Laschet vor dem Weiterbetrieb der belgischen Atomkraftwerke warnt, die auch mit angereichertem Uran aus Gronau betrieben werden, und die Entsorgung des Gronauer Atommülls weiterhin ungelöst ist, wäre die sofortige Stilllegung der Gronauer Urananreicherungsanlage ein konsequentes Zeichen.“

Die GAL Gronau, die sich schon seit ihrer Gründung im Jahr 2008 intensiv gegen den Weiterbetrieb der Gronauer Urananreicherungsanlage engagiert, hatte in ihrem Schreiben an Minister Pinkwart auch konkrete Fragen gestellt. So wollte die GALu. a. wissen, wohin das abgereicherte Uranhexafluorid verbracht wurde, das am 29. Juli 2019 mit einem Sonderzug die Anlage verlassen hat und welche Menge abtransportiert wurde. Weitere Fragen der GAL bezogen sich auf die aktuell gelagerten Uranmülllagermengen auf dem Urenco-Gelände, auf die Umzäunung der Urananreicherungsanlage, die aus Maschendraht besteht und auf den Zustand der Urancontainer, in denen der Uranmüll gelagert und transportiert wird.

NRW-Wirtschaftsministerium bestätigt Uranmüllexport nach Russland

Ein Antwortschreiben an die GAL Gronau vom 12. September 2019 wurde nicht von Minister Pinkwart, sondern von einem Mitarbeiter des NRW-Wirtschaftsministeriums unterschrieben. Die GAL Gronau kritisiert, dass der Minister nicht persönlich geantwortet hat und dass auf die Kernforderung der GAL nach sofortiger Stilllegung der Gronauer Uranfabrik überhaupt nicht eingegangen wurde.

Das Ministerium räumte in dem Antwortschreiben ein, dass am 29. Juli 2019 mit einem Sonderzug ca. 600 Tonnen abgereichertes Uranhexafluorid nach Russland abtransportiert wurden. Nach der Veröffentlichung des Antwortschreibens durch die GAL Gronau griffen einige Bundestagsabgeordnete und Medien die brisante Thematik auf und es wurde bekannt, dass in 2019 wiederholt Uranmüll von Gronau nach Russland, und von Capenhurst nach Russland sogar seit 2016, exportiert wurde.

Hintergrundinformationen:

Seit Mitte der 90er Jahre wurden rund 30.000 Tonnen Uranhexafluorid in abgereicherter Form von der Gronauer Urananreicherungsanlage nach Russland verbracht. Entsprechende Lieferverträge endeten zum 31.12.2009.

Gegen die Transporte hatte es immer wieder Proteste deutscher, niederländischer und russischer Umwelt- und Anti-Atomkraft-Initiativen gegeben. Seit 2010 kritisieren der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU), das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und weitere Verbände und Initiativen gemeinsam mit der GAL Gronau, dass verstärkt Uranmüll von Gronau nach Frankreich transportiert wird Ihre

Forderung: Die NRW-Landesregierung ist für den Betrieb der Gronauer Uranfabrik verantwortlich und soll dafür Sorge tragen, dass die Urananreicherung und die Uranmüllschieberei beendet werden!

 

Weitere Informationen:

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/westpol/video-aus-nrw-nach-russland-fragwuerdige-atomgeschaefte-100.html

https://bbu-online.de, https://www.facebook.com/AKU.Schuettorf,

http://urantransport.de, https://sofa-ms.de, https://www.klimabuendnis-hamm.de, https://www.laka.org, https://www.greenpeace.de, http://www.enschedevoorvrede.nl

 







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