Assange in Großbritannien: Immer noch grausame Haft für kritischen Journalisten


Bildmontage: HF

10.09.19
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Von  Hannes Sies

Morgen 11.9.2019 Mahnwache in Düsseldorf: Befreit Assange aus Belmarsh!

Mahnwachen #Candles4Assange alle zwei Wochen in Düsseldorf, vor dem US-Konsulat, Bertha-von-Suttner-Platz, direkt am Hbf

Mittwoch, 11. September 2019 von 17.00 bis 21.00 Uhr
Mittwoch, 25. September 2019 von 17.00 bis 21.00 Uhr
Achtung, ab Oktober 2019 Änderung des Veranstaltungsortes! Neuer Ort wird noch bekanntgegeben.
facebook.com/events/3484369904921854/

Außerdem ist für Samstag, 21. September 2019 von 13.30 bis 17.00 Uhr eine Mahnwache in Köln geplant. Beginn ab 13.30 Uhr auf der Domplatte.
Weitere Informationen dazu gibt es in Kürze auf unserer Facebook Seite.
facebook.com/Free-Assange-Committee-Germany-296800261268837/

Medienschweigen und Heuchelei

Die Medien schweigen zur brutalen Haft gegen Julian Assange -er kritisierte die USA und nicht China, wie der Dissident Wong, der aktuell die Westmedien beschäftigt. Die zynische Behandlung des WikiLeaksgründers zeigt, wie heuchlerisch das angebliche Kämpfen für freie Presse und Menschenrechte in China ist: Man könnte vor der eigenen Tür kehren. Den Hass der Westeliten zog Assange durch zahlreiche Enthüllungen über Kriegsverbrechen, Korruption und Menschenrechtsverletzungen v.a. in den USA zu, insbesondere durch die Bloßstellung der US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Die Clintons Partei, die US-Demokraten, scheiterten jüngst mit einer Klage gegen Assange bezüglich der Trump-Kampagne wo Assange Teil einer angeblichen Verschwörung sei, gehackte Dokumente zu Ungunsten von Hillary Clinton verbreitet zu haben. Nachdem die WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning trotz monatelanger Beugehaft standhaft bleibt, und nicht gegen Assange aussagen will, sollte offenbar der noch im US-Gefängnis inhaftierte Stratfor-Hacker und Whistleblower Hammond der rachelüsternen US-Justiz die notwendigen Aussagen gegen Julian Assange liefern. Eine Hexenjagd gegen einen Dissidenten.

Zynisch ignorieren auch die Briten, dass Nils Melzer, der Sonderberichterstatter des Hochkommissariats für Menschenrechte bei den Vereinten Nationen, in der am 31. Mai 2019 bekannt gegebenen Beurteilung zum Schluss kam, dass seine Einsperrung als "psychologischen Folter" gelten müsse. Melzer hatte Julian Assange mit zwei Medizinern am 9. Mai im Gefängnis besucht. Entsetzt berichtete UNO-Folterexperte Melzer: "In 20 Jahren Arbeit mit Opfern von Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung habe ich noch nie erlebt, dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammenschließt, um ein einzelnes Individuum so lange Zeit und unter so geringer Berücksichtigung der Menschenwürde und der Rechtsstaatlichkeit bewusst zu isolieren, zu verteufeln und zu missbrauchen." Höchst alarmierend war, was Julian Assanges Vater, John Shipton schon vor über einem Monat erklärte: Dass sich die Gesundheit seines Sohnes im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh tagtäglich verschlechtere. Vor einigen Tagen habe der WikiLeaks Gründer Besuch von seinem jüngeren Bruder Gabriel erhalten. „Julian ist abgemagert und nicht in bester Verfassung. Er hat Angstzustände. Er ist immer noch kämpferisch, aber seine Gesundheit nimmt rapide ab.“

Britische Haft grenzt an Folter

Assanges Vater verwies auf die Worte des australischen Journalisten John Pilger: „Vergesst Julian Assange nicht, sonst werdet ihr ihn verlieren. Ich habe ihn im Gefängnis Belmarsh gesehen, sein Gesundheitszustand hat sich verschlechtert. Er wird schlimmer behandelt als ein Mörder: Er ist isoliert, wird unter Medikamente gesetzt, und alles, was er braucht, um sich gegen die fingierten Vorwürfe zur Auslieferung an die USA zu wehren, wird ihm vorenthalten. Ich habe jetzt Angst um ihn. Vergesst ihn nicht.“

Der australische, mit zahllosen Journalismus-Preisen ausgezeichnete Journalist John Pilger besuchte Anfang August Julian Assange im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in London. Er war geschockt über den miserablen Gesundheitszustand seines Kollegen, der sich augenscheinlich von Tag zu Tag verschlechtert. Assange hat noch einmal zusätzlich 10 kg abgenommen und er leidet stark unter den psychologischen Folgen seiner 7-jährigen Gefangenschaft in der ecuadorianischen Botschaft. Er wird für 23 Stunden am Tag in Isolationshaft gehalten, man könnte auch von Isolationsfolter sprechen. Aus Berichten gefolterter Gefangener totalitärer Regime ist bekannt, dass diese sogar den Kontakt zu ihren Folterknechten der totalen Isolation vorzogen.

Rechtsstaat? Nicht für Dissidenten Assange

Der Besuch durch seine Rechtsanwält*innen ist massiv eingeschränkt, seine US-Anwält*innen darf er überhaupt nicht kontaktieren. Ihm wird der Zugang zu juristischen Büchern, seinen Fallakten und zu einem funktionierenden Computer verweigert, so dass er seinen Fall nicht vorbereiten kann. Seine Brille ist defekt und wird nicht repariert, so dass er nicht lesen kann. Mit Mitgefangenen und Gefängnispersonal, die an seiner Zelle vorbeigehen, darf er nicht sprechen.

All dies zeigt die menschenunwürdige Behandlung des berühmten und vielfach preisgekrönten Publizisten Julian Assange. Insgesamt war der physische und psychische Gesundheitszustand von Julian Assange so schlecht, dass John Pilger akut um dessen Leben fürchtet. Inzwischen gibt es eine Postblockade, die Behörden blockieren die Zustellung der Schreiben für Julian Assange.

 Hannes Sies

 

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