Antikriegstag: „Wir wehren uns gegen einen neuen Kalten Krieg“


Bildmontage: HF

31.08.18
BewegungenBewegungen, Internationales, Berlin 

 

Von NaturFreunde

Friedenspolitische Kundgebung am Brandenburger Tor am 1. September ab 13:00 Uhr

Anlässlich des Antikriegstages am 1. September warnt der politische Freizeitverband NaturFreunde Deutschlands vor einer schleichenden Remilitarisierung der Außenpolitik: „Die Trumpisten haben die Weltbühne betreten und in vielen Ländern macht sich ein reaktionärer Nationalismus breit. Gleichzeitig wird überall aufgerüstet“, so der NaturFreunde-Bundesvorsitzende Michael Müller. „Wir dürfen aber nicht vergessen, wie erfolgreich die Entspannungspolitik der 70er-Jahre war. Es ist höchste Zeit, dass die Friedensbewegung wieder ihre Stimme erhebt.“

Terminhinweis: 1. September ab 13:00 Uhr, Berlin, Brandenburger Tor: Kundgebung unter dem Motto „Atomwaffen abschaffen! Für eine neue Entspannungspolitik! Abrüsten statt Aufrüsten!“ mit Michael Müller (NaturFreunde Deutschlands), Angelika Wilmen (IPPNW), Rainer Braun (Abrüsten statt Aufrüsten), Jutta Kausch (Friedenskoordination Berlin), Peter Brandt (Entspannungspolitik jetzt).

Alle Termine zum Antikriegstag 2018 beim Netzwerk Friedenskooperative: www.friedenskooperative.de/termine-antikriegstag-2018   

Immer mehr Regierungen fordern höhere Militärbudgets. In Deutschland hat die Bundesregierung den Rüstungshaushalt auf mittlerweile 37 Milliarden Euro erhöht und verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2024 zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Rüstung auszugeben. „Das würde nahezu eine Verdoppelung der heutigen Militärausgaben Deutschlands bedeuten und zu einer massiven Umverteilung zulasten der sozialen und ökologischen Sektoren führen. Das heißt: mindestens 30 Milliarden Euro weniger im Kampf gegen die Klimakrise und den Ausbau von Schulen, Kitas, Krankenhäusern und sozialem Wohnungsbau“, erläutert Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands und Anmelder der Kundgebung.

Willy Brandt bezeichnete das Hochrüsten als Wahnsinn

„Niemand bestreitet, dass wir uns gegen neue Formen der Gewalt wehren können müssen. Doch das darf nicht bedeuten, vor allem mit Aufrüstung zu antworten. Willy Brandt hat das Hochrüsten als Wahnsinn bezeichnet. Das ist unverändert richtig“, führt Michael Müller weiter aus und plädiert für politische Entspannungskonzepte, die vermeintliche Gegner zu gemeinsamen Perspektiven führen.

„Wir brauchen eine neue Entspannungspolitik, die Europa stärkt und auch Russland einschließt. Wir wehren uns gegen einen neuen Kalten Krieg. Wir sagen Nein zu Konfrontation und Abgrenzung und Nein zu einer Erhöhung der Militärausgaben. Wir wollen Abrüstung statt Aufrüstung.“

Die NaturFreunde Deutschlands fordern von der Bundesregierung:

  • Abrüsten statt aufrüsten! Keine Erhöhung der Militärausgaben auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung von jetzt 37 Milliarden auf etwa 75 Milliarden bis zum Jahr 2024;
  • ernsthafte Bemühungen um Entspannung mit Russland;
  • die Rücknahme des Beschlusses zur Anschaffung bewaffnungsfähiger Drohnen – keine Drohneneinsätze weltweit;
  • den Abzug der in Büchel stationierten US-Atombomben und die Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags der UNO;
  • keine Wiedereinführung der Wehrpflicht und anderer Zwangsdienste;
  • eine andere Politik, die nicht auf die Lösung von Problemen durch das Militär setzt!

 

Hintergrund: der Antikriegstag am 1. September

Der Antikriegstag (auch Weltfriedenstag) erinnert an den Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen am 1. September 1939 und damit an den Beginn des Zweiten Weltkrieges. Nationalistische Hetze und Lügen bereiteten damals den Boden für einen Angriffskrieg. Bis zum Kriegsende starben weltweit bis zu 80 Millionen Menschen, unzählige wurden an Leib und Seele verletzt, zudem ganze Landstriche verwüstet.

Das soll nie wieder geschehen. Unter dem Motto „Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!“ mahnen Friedensgruppen alljährlich am 1. September, alles Menschenmögliche zu tun, um Kriege und Faschismus zu verhindern.







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