Göttinger Seebrücke-Bündnis plant weitere Kundgebung und ruft zur Teilnahme an Großdemo in Kassel auf

27.08.18
BewegungenBewegungen, Niedersachsen, News 

 

Von SEEBRÜCKE Göttingen

Nachdem die Schiffe ziviler Seenotrettungsorganisationen noch immer in maltesischen und italienischen Häfen mit fadenscheinigen Begründungen am Auslaufen gehindert werden und weiterhin Menschen im Mittelmeer ertrinken, plant das Göttinger Seebrücke-Bündnis eine weitere Kundgebung und Aktionen. Zudem wird es eine gemeinsame Anfahrt zur Seebrücke-Großdemonstration am 02. September in Kassel geben. In dem Bündnis sind verschiedene Initiativen, Gruppierungen und politische Einzelpersonen organisiert.

Auf einer ersten Kundgebung am 18. Juli hatten 500 Göttinger*innen gegen die Asylpolitik der Bundesregierung demonstriert. Nun planen die Aktivist*innen erneut eine Kundgebung für den 06. Oktober ab 11 Uhr am Gänseliesel. Dort wird der Seenotretter und Fotograf Erik Marquardt reden, der einige Monate auf dem Seenotrettungsschiff Sea Watch 3 verbracht hat. Im Anschluss an die Kundgebung wird er einen Fotovortrag über die Situation auf dem Mittelmeer halten.

Die Aktivistin Tatjana Bendig (Jugend Rettet e.V.) äußert sich über die Politik der europäischen Staaten: „Dass die italienischen und maltesischen Regierungen mit Unterstützung aus der EU die Seenotretter*innen an ihrer Arbeit hindern und damit Menschenleben aufs Spiel setzen, ist ein riesengroßer Skandal. Sogar das Rettungsschiff Sea Watch 3, bei dem nach intensiver Prüfung alle Bedingungen des Flaggenstaates Niederlande erfüllt sind und die notwendigen Registrierungen vorliegen, bekommt keine Auslaufgenehmigung. Stattdessen stehen manche Seenotretter*innen wie der LIFELINE-Kapitän Claus-Peter Reisch vor Gericht. Es ist unfassbar: Hier wird versucht, ein Exempel auf dem Rücken von Held*innen zu statuieren." Dabei sei die Rechtslage

eindeutig: „Die EU-Menschenrechtscharta, das Seevölkerrecht und die Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte gebieten das Retten von Menschen in Seenot. Nach der Rettung dürfen Gerettete ausschließlich in sichere Häfen gebracht werden. Folgt man der aktuellen Rechtsprechung, gibt es an der nordafrikanischen Küste gerade keinen sicheren Hafen."

„Wir hoffen, mit der nächsten Demonstration noch mehr Menschen auf die Straße holen zu können", so Gregor Kreuzer, der sich im Seebrücke-Bündnis engagiert. „Für uns steht der gleiche Wert jedes Menschen im Vordergrund. Wir fordern eine umfangreiche, europäische Seenotrettungsmission. Damit Flüchtende ihr Recht auf Asyl wahrnehmen können, müssen sichere, legale Fluchtwege geschaffen werden. Europa hat sich abgeschottet und treibt Menschen in größter Not auf die lebensgefährliche Todesfahrt über das Mittelmeer. Die Kooperation mit der sogenannten lybischen Küstenwache, die von der EU ausgebildet wird und nachweislich massive Menschrechtsverletzungen begangen hat, muss sofort beendet werden."

In Kassel findet am 02.09. ab 15 Uhr vor dem Hauptbahnhof eine Seebrücke-Großdemonstration statt. Das Göttinger Bündnis plant eine gemeinsame Anfahrt vom Göttinger Hauptbahnhof mit der Cantus-Bahn um 14:18 von Gleis 5.

Das nächste Treffen des Bündnisses ist am Donnerstag, den 30.08., um 20:30 im Grünen Zentrum (Wendenstraße 5, 37073 Göttingen). Alle Interessierten sind herzlich aufgerufen, vorbeizukommen und Teil des Bündnisses zu werden. Die Kontaktadresse ist goettingen@seebruecke.org.







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