SEEBRÜCKE HAMBURG für Seenotrettung - Fr, 13.7.18 Uhr


Bildmontage: HF

12.07.18
BewegungenBewegungen, Hamburg 

 

Von IL

Die Initiative SEEBRÜCKE HAMBURG ruft für Freitag, 13.7.2018 um 18 Uhr zu einer Kundgebung und Demonstration für das Recht auf Seenotrettung, für sichere Fluchtwege und gegen Abschiebungen auf. Schon am vergangenen Wochenende haben über 20.000 Menschen in zahlreichen Städten an SEEBRÜCKE-Versammlungen teilgenommen. Für dieses Wochenende sind weitere Versammlungen in mindestens 18 Städten angekündigt. Erkennungszeichen der Proteste ist Orange, die Farbe der Seenotrettung.

Die Hamburger Versammlung beginnt um 18 Uhr am Neuen Pferdemarkt / Arrivati-Park in St. Pauli und wird von dort nach einer Auftaktkundgebung als Demonstration zum Fischmarkt ziehen. Dort ist eine Schweigeminute für die Opfer der europäischen Migrationspolitik geplant.

SEEBRÜCKE HAMBURG wird seit 3 Tagen vor allem über Facebook und E-Mail beworben und verbreitet sich rasend schnell im Netz. „Wir haben 500 Teilnehmende angemeldet, rechnen inzwischen aber mit viel mehr“, erklärt Mit-Organisator Christoph Kleine von der Interventionistischen Linken. „Das Sterbenlassen im Mittelmeer geschieht durch unsere Regierungen, in unserem Namen. Niemand kann sagen, nichts gewusst zu haben. Es ist Zeit aufzustehen und NEIN zu sagen zur Verweigerung von Hilfe und JA zur Seenotrettung und zu sicheren Fluchtrouten!“, so Kleine weiter.

Joshua Krüger, stellvertretender Vorsitzender Sea-Watch e.V., ergänzt:

„Die zivilen Rettungsschiffe, wie die Sea-Watch 3, werden aktuell in Malta ohne rechtliche Grundlage von der europäischen Union davon abgehalten, das zu tun, was eigentlich deren Aufgabe wäre – nämlich Menschenleben zu retten. Über 1.400 Menschen sind 2018 schon im Mittelmeer ertrunken, davon 692 im Juni. Gerade Hamburg als Hafenstadt sollte sich solidarisch mit den Retter*innen verhalten. Wir fordern die Stadt auf, dem Beispiel Berlins zu folgen und sich offen und solidarisch gegenüber den Menschen auf der Flucht zu zeigen. Wir freuen uns darauf, am Freitag viele Hamburger*innen auf der Straße zu sehen, um genau hierfür zu kämpfen, für eine Seebrücke - für sichere Häfen.“

Die AG kirchliche Flüchtlingsarbeit beteiligt sich ebenfalls an SEEBRÜCKE HAMBURG auf und erklärt dazu:

„Wir sehen es als unabdingbare, humanitäre Aufgabe, Menschen in dieser konkreten Notsituation zu retten. Dazu sind wir einander als Menschen verpflichtet.“

Teil der Versammlung von SEEBRÜCKE HAMBURG wird auch das Gedenken an Jamal M. sein, der sich nach seiner Abschiebung nach Afghanistan aus Verzweiflung das Leben genommen hat. Jamal M. hat vor seiner Abschiebung acht Jahre in Hamburg gelebt. Verantwortlich für seine Abschiebung in ein Kriegsgebiet ist die Hamburger Ausländerbehörde.

„Jamal war Hamburger, einer von uns.“, sagt dazu Christoph Kleine, „Abschiebungen, zumal in das Kriegsland Afghanistan, sind Unrecht, das sofort gestoppt werden muss. Innenminister Seehofer, der über das Elend der Betroffenen noch Witze reißt, muss sofort von seinem Amt zurücktreten.“

https://www.facebook.com/seebrueckehamburg







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